Alles im Plan: Nach den Sommerferien fährt die Bahn wieder : Brücke hat Endlage erreicht

Alles im Plan: Nach den Sommerferien fährt die Bahn wieder : Brücke hat Endlage erreicht

Vier Jahre wurde geplant und auch schon konstruiert, bis es am vergangenen Wochenende soweit war: Die neue Eisenbahnbrücke auf der Strecke Duisburg Essen ist eingerückt und liegt auch schon auf den Brückenlagern.

Nachdem die Brücke zunächst in Polen, etwa 150 Kilometer von Frankfurt an der Oder entfernt, in Einzelteilen mittels Schraubverbindungen zusammengebaut war, wurden die Einzelteile seit Jahresanfang mit 40 Schwerlasttransportern nach Duisburg gebracht. Der Zusammenbau in Polen war nötig, um sicher zu stellen, dass das Ganze auf der Baustelle auch zusammen gebaut werden konnte.

In Duisburg angekommen, wurden die Einzelteile zunächst wieder mit Schrauben zusammengesetzt und verschweißt. Erst nach dem die Schweißnähte gesetzt waren, konnten die provisorischen Schraubverbindungen abmontiert werden.

Herausgekommen ist eine 8,29 Meter Breite, 14,65 Meter Höhe und 134 Meter lange Brücke, die nicht nur die Ruhrorter Straße sondern auch den Ruhrkanal zwischen Duisburg und Mülheim überspannt.

Die Vorgängerkonstruktion bestand an dieser Stelle aus zwei Brücken, die seit Beginn der Sommerferien abgebrochen worden waren. Um dies zu bewerkstelligen, musste die Strecke zwischen Duisburg und Essen gesperrt werden, wobei die Bahn im Zusammenhang mit der Sperrung auch weitere Arbeiten für das elektronische Stellwerk, Gleistrassen für den Rhein-Ruhr-Express und verschiedenes mehr in Angriff nahm.

Seit dem Wochenende steht jedoch fest, dass alle Arbeiten an und auf der Brücke planmäßig fertig werden, so dass die Strecke nach den Sommerferien wieder in Betrieb genommen werden kann.

Doch für die Zukunft steht den Bahnreisenden wohl noch die eine oder andere Sperrung bevor, denn die nun ersetzte Brücke ist nur eine von vier Brücken der so genannte Brückenlandschaft Ruhr, die alle rund hundert Jahre alt sind und ebenfalls über kurz oder lang erneuert werden müssen.

Die Montage der neuen Brücke fand zunächst auf einem freien Feld in unmittelbarer der Nähe zum Brückenstandort statt. Nach der Fertigstellung, musste diese dann etwa 200 Meter nach vorne und fünfzig Meter zur Seite transportiert werden. Bei einem Gewicht von rund 1.600 Tonnen wahrlich kein Pappenstiel: Dies übernahmen selbstangetriebenen mehrachsigen Schwerlasttransportfahrzeugen (SPMT), wovon jedes 64 Achsen oder 128 Rädern hat. Da zwei solcher Einheiten zusammengekoppelt waren, musste jedes Rad rund 6,25 Tonnen tragen. Das Besondere an diesen Fahrzeugen ist, dass die gesamte Einheit von einem Bedienpult aus gesteuert wird, das ein bisschen an die Fernsteurung eines Modellflugzeuges erinnert. So konnte sich der Mann „am Steuer“ frei bewegen, um kritische Stellen während des Transports direkt in Augenschein zu nehmen. Dabei ging das eigentliche Verfahren des Bauwerks erstaunlich schnell. Für die ersten geschätzt 120 Meter dauert es gerade mal fünfundzwanzig Minuten. Dann wurde das Bauwerk von Pontonschiffen übernommen, um es über den Ruhrkanal zu bugsieren. Nachdem auch dies erfolgreich absolviert wurde, ist man derzeit dabei die Schienen, Oberleitung und Meldekabel zu installieren, so dass die Bahn nach den Ferien wieder ungestört fahren kann.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Brücke wurde vor Ort montiert

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