: Bildung für alle – volles Programm

: Bildung für alle – volles Programm

Die Volkshochschule Duisburg hat im letzten Jahr einen überdurchschnittlichen Personalumbau hinter sich gebracht. Auf das Programm hat das aber keine Auswirkungen: Die Vhs startet am 3. Februar mit einem gewohnt umfangreichen Weiterbildungsangebot ins Frühjahrssemester.

„Alle Abteilungsleiterstellen wurden neu besetzt“, sagt Vhs-Direktor Volker Heckner, auch in den Fachbereichen scheiden Leitungen aus Altersgründen aus, „das ist eine enorme Herausforderung.“ Dass die Programmplanung darunter nicht gelitten hat, kann Heckner aber mit „zahlen, Daten, Fakten“ belegen (siehe Faktenbox).

Und für Neuerungen war auch noch Zeit. Kundenfreundlicher sei zum Beispiel, dass man sich für Fremdsprachenkurse auch direkt online anmelden kann. Bisher war das nur nach Beratungsgesprächen möglich. Jetzt gibt es eine Online-Sprachstandsfeststellung, „und wer ganz bei Null anfängt, der braucht die auch nicht“.

Erste Hilfe kennt jeder, aber der Bereich „letzte Hilfe“ wird immer wichtiger. tod und Sterben sind immer noch angstbesetzt, gehören aber zum Leben dazu. Deshalb hat der Fachbereich Gesundheitsbildung hier einen Schwerpunkt gesetzt.

In der beruflichen Bildung liegt der Schwerpunkt weiter beim Kommunikationstraining und der Schulung für Gesprächsleitungen. Mit dem Wirtschaftspsychologen Klaus Rempe wurde ein „Top Speaker“ gewonnen, der in einem Vortrag und in einem dreitägigen Workshop erklären wird, wie man in 120 Sekunden jedes Publikum in seinen Bann zieht und bis zum Schluss nicht mehr loslässt. Gut angelaufen sind auch die „Train the Trainer“-Angebote. Ganz große Nachfrage gibt es für die Vorbereitung auf die Heilpraktiker-Psychotherapie-Prüfung.

Die Deutschkurse stehen nicht mehr im Programm. Für die Integrationskurse gibt es eine gesonderte Broschüre , die auf Wunsch in der Vhs erhältlich ist. „Die braucht ja nicht jeder“, erklärt Heckner, „dadurch haben wir 70 Seiten gespart.“ Ein besonderes Augenmerk will die Vhs auf Berufstätige richten, die Lese-Rechtschreib-Schwächen haben.

Für Michael Fastabend, Regionalleiter Nord und Mitte/Süd, ist es das letzte Semester an der Vhs. Er freut sich, dass in den Regionen, also den Standorten in den Bezirken, das große Fremdsprachenangebot ebenso weiterhin im Fokus steht wie die grundlegende Alphabetisierung. Aber auch Basiswissen in Sachen EDV wird etwa am Standort auf der Parallelstraße 7 in Hamborn vermittelt.

Darüber hinaus gibt es Exkursionen zu den großen Firmen. Und erstmals in Kooperation mit dem ADFC geführte Fahrradtouren durch den Duisburger Norden.

Mit drei Vorträgen und einer Podiumsdiskussion beteiligt sich die Vhs an den diesjährigen Duisburger Akzenten. Auf großes Interesse dürfte Planungsdezernent Martin Linne stoßen, wenn er in der „res publica“-Reihe ders Fachbereichs Politische Bildung über „6-Seen Wedau“ berichtet. Ein heißes Eisen ist die Kriminalitätsstatistik Duisburgs, die Kriminaldirektor Dirk Hader am 30. März erläutern wird. Dass im vergangenen Jahr 69 Mordkommissionen in Duisburg eingerichtet wurden, ist erstmal nicht beruhigend ...

Europa hat die Vhs fest im Blick. Exkursionen führen zu Internationalen Gerichtshof nach Den Haag, außerdem zur EZB nach Frankfurt und zum europäischen Gerichtshof nach Luxemburg.

Der Makerspace, die „digitale Kreativwerkstatt der Vhs“, wie Fachbereichsleiter Josip Sosic sagt, tobt sich weiter in den neuen Räumen der „Fabrik“ hinter dem Stadtfenster aus – an sechs 3D-Druckern, im smarten Puppenhaus und mit Otto, dem Roboter.

Ausgebucht sind jetzt schon praktisch alle Kurse mit „Fitness“ und „Wasser“, doch in allen anderen Bereichen sollte sich das Passende für jedermann finden, ist sich Volker Heckner sicher und freut sich darüber hinaus, dass die Kursentgelte gleich geblieben sind. Und weil an der Vhs „Teilhabe für alle gilt“ und niemand außen vor bleiben soll, gibt es Ermäßigungsmöglichkeiten von bis zu 88 Prozent.