Bach, der Baumeister

Kai Schumacher lädt sich wieder Freunde ein, mit denen er sich einem Komponisten widmet, diesmal dem "Anfang und Ende aller Musik" mit Originalwerken und Bearbeitungen: "Kai & friends: Forever Bach" am Freitag, 22. Februar, 20 Uhr, Mercatorhalle.

"Anfang und Ende" (Reger) oder gar "der liebe Gott der Musik" (Debussy) — über keinen Komponisten gibt es derart viele Aussprüche dieser Art wie über Johann Sebastian Bach. "Das hat schon seinen Grund", sagt der Duisburger Pianist Kai Schumacher. "Bachs Musik ist total logisch und zielführend", findet er, "da ist wahnsinnig transparentes Handwerk. Die Musik ist immer lebendig und wirkt nie abgestanden." Davon zeugen auch unzählige Bach-Bearbeitungen von Jazz über Rock bis elektronischer Musik. "Es klingt immer!"

Sebastian Knauer Foto: Steven Haberland

Also hat sich Kai Schumacher, nach der erfolgreichen Premiere mit einem Philip-Glass-Programm in der letzten Spielzeit, erneut Freunde, Geistesverwandte, musikalische Mitstreiter gesucht unter dem Motto "Forever Bach". Den Pianisten Sebastian Knauer zum Beispiel, dessen CD-Einspielung von Arash Safaians "ÜberBach" 2017 einen Echo Klassik erhielt. Mit ihm und dem 14-köpfigen Barockensemble der Duisburger Philharmoniker mit Önder Baloglu am ersten Pult spielt Schumacher ein Konzert für zwei Klaviere und Streichorchester — quasi der Originalrahmen für jede Menge Bach-Neuerfindungen. Bei "ÜberBach" gesellt sich zu Klavier und Kammerorchester noch Vibrafonist Pascal Schumacher (nicht mit Kai verwandt) hinzu. Das Duo PTT — Piano Tuba Techno — nimmt sich Bachs Goldberg-Variationen vor und kreuzt sie mit Tom Waits. Aus kleinen Bausteinen entstehen tanzbare Grooves — wie viele Samples sie dann übereinanderlegen, entscheiden sie spontan.

Dieser freie Umgang mit Motiven ist ja auch typisch Bach, der ständig Motive und Themen aus früheren Stücken für neue Kompositionen wiederverwendet hat, "der ständig seine Musik ummodelt", wie Kai Schumacher sagt.

Das macht dann auch der New Yorker Komponist und Rapper Gene Pritsker, "Reinventions revisited" heißt seine Bach-Bearbeitung für Barockorchester, Vibrafon, Klavier und E-Gitarre, die Pritsker an dem Abend selbst spielen wird.

"Ein straffes Programm, viel Musik", verspricht Kai für die gut 110 Minuten (mit Pause), durch die er auch wieder als Moderator führen wird. Und so, wie Bachs Musik selbst immer in Bewegung bleibt, tun es auch die Musiker, verbinden sich zu immer neuen Ensembles, "es gibt immer Überschneidungen" — und eine ausgeklügelte Dramaturgie. Für den visuellen roten Faden sorgen wieder Andreas Huck und Roland Nebe alias Warped Type mit ihren akribisch vorbereiteten, aber live auf die Musik an die Wand geworfenen Visuals.

"Garantiert jeder hat schon mal was von Bach gehört", sagt Kai Schumacher, Vorwissen ist da nicht nötig, andersherum wird auch der Bach-Kenner viel Neues entdecken — "Forever Bach" heißt in gewisser Weise auch: "Bach for everybody".

(Niederrhein Verlag GmbH)