: Aus Wohnpark wird Wohnen im Park

: Aus Wohnpark wird Wohnen im Park

1971/72 wurde an der Musfeldstraße der Citywohnpark eingeweiht. Damals galt das kleine Viertel als der letzte Schrei in Sachen „Modernes Wohnen“.

So dauerte es auch nicht lange, bis die letzte Wohnung vermietet war. Doch wie bei so vielen Viertel dieser Art in der Bundesrepublik glänzte der Lack nicht besonders lange. Was niemand bedacht hatte oder auch nicht wahrnehmen wollte, reicht es bei solchen Wohnvierteln nicht, einfach nur Wohnraum zu geben. Das Zusammenleben von rund 1.200 Menschen in den 424 Wohnungen will geregelt sein.

So hatte das Wohnviertel zwischen Musfeld-, Heer- und Plessingstraße noch vor gut fünf Jahren einen eher abschreckenden Ruf. Doch dann machte man sich bei der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GEBAG daran, die Siedlung und deren Mieter zu betreuen. Permanent ist inzwischen ein Hausmeister ansprechbar und auch eine Quartiersmanagerin regelt Unstimmigkeiten oder kleinere Probleme der Mieter. Zeitgleich wurden die vorhandenen Grünanlagen in Absprache mit den Mietern gepflegt und erste Umgestaltungen in Angriff genommen. Besonders das Projekt „Heimatgarten“ bei dem gemeinsam Hochbeete bepflanzt wurden, schaffte neue Kommunikationsmöglichkeiten zwischen den Mietern aus 40 Nationen.

Und nun geht es weiter, denn in den nächsten sieben Jahren wird der Citywohnpark komplett umgestaltet. Hilfreich ist dabei, dass die Wohnungsgrundrisse auch nach heutigen Standards im Grunde vorbildlich sind, so dass hier einfach nur modernisiert werden muss. Hilfreich ist auch, dass der gesamte Charakter der Siedlung all das hergibt, was heute unter den Vokabel „Quartierbindung“, „Wohnen nah an der City“, „gute Verkehrsanbindung“ und „Wohnen im Grünen“ als Forderungen erhoben wird.

Nachdem die GEBAG Ende 2018 einen Architektur-Wettbewerb ausgeschrieben hatte, um den Citywohnpark zu restaurieren und neuem Wohnen wieder anzupassen, wurde vergangene Woche der erste Preis vorgestellt. Das Architekturbüro „Druschke und Grosser“ aus Duisburg legte den Masterplan vor, der in fünf Bauabschnitten von jeweils etwa eineinhalb Jahren umgesetzt werden soll. Konkret wir sich die gesamte Farbstruktur des Gebäudeensembles zu einem lichten Grün verwandeln. Dazu werden die vorhandenen Eternitplatten abgenommen, neu gedämmt und dann neu eingedeckt. Zudem werden die Eingangsfronten so umgestaltet, dass diese nicht nur barrierefrei sondern auch zugleich deutlich luftiger wirken. Auf den Dächern der Flachdachhäuser soll zusätzlich eine Begrünung aufgebracht werden, so dass sich das Microklima verbessert. In den bestehenden Grünanlagen wird der jetzt schon vorhandene Baumbestand ergänzt. Zusätzliche werden die Wege besser ausgebaut und vor allem nachts großzügig beleuchtet, um dunkle Ecke zu verhindern. Auch die Eingangsbereiche werden nachts in Zukunft mit beleuchteten „Eingangstoren“ so gestaltet, dass hier niemand mehr Angst haben muss. Ähnliches gilt auch für die Durchgangsbereiche durch die Häuserblocks, die in der Höhe praktisch verdoppelt und beleuchtet werden.

Zudem werden die Grünanlagen mit Bänken ausgestattet, die ein Verweilen möglich machen. Nach ersten Schätzungen wird die GEBAG in den nächsten sieben Jahren etwa 30 Millionen Euro in den Citywohnpark investieren, der dann unter dem Titel „Wohnen im Park“ firmieren wird.

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