: Auftakt mit Kultur in der Arbeiterstadt

: Auftakt mit Kultur in der Arbeiterstadt

Große Namen, berühmte Sprecher, neue Stimmen und ganz viel Ruhrpott gibt’s im Veranstaltungsjahr 2019/20 des Vereins für Literatur Duisburg. Motto, zum 200. Geburtstag von Theodor Fontane: „Das beste bleibt doch immer das Menschenherz.“ Am Freitag geht’s los.

„Kulturpolitik in einer Industrie- und Arbeiterstadt: Duisburg 1945 bis 2005“ ist die Doktorarbeit von Jörg-Philipp Thomsa überschrieben. Der gebürtige Moerser, der an der Uni Duisburg-Essen studiert hat, konnte dafür u. a. noch mit dem im letzten Jahr verstorbenen ehemaligen Kulturdezernenten Konrad Schilling und dem 2014 verstorbenen Franz Rakowski, Jan-Pieter Barbians Vorgänger als Leiter der Stadtbibliothek, reden können. Als vergleichbare Studie über Kultur in einer Arbeiterstadt gab es bisher nur ein Werk in den 90er Jahren, das sich mit der Weimarer Zeit befasste, so Barbian, der sich auf die Buchvorstellung auch deshalb freut, weil das Cover des Buches ein Duisburg-Motiv von Janosch ziert. Und weil sich an die Lesung am Freitag noch eine Diskussion anschließt: mit Feridun Zaimoglu, der nicht nur ein sprachmächtiger Romanautor, sondern auch ein Kenner Duisburgs ist – sein Roman „Ruß“ spielt zu großen Teilen in Ruhrort.

Ruhrgebiet steckt auch im Romandebüt von Hilmar Klute, Adas der utor der „Süddeutschen Zeitung“ am 22. Januar 2020 in der Zentralbibliothek vorstellt. „Was dann nachher so fliegt“ erzählt von einem Zivildienstleistenden im Jahre 1986 zwischen Seniorenheim in Bochum und Literaturbetrieb in West-Berlin. Dorthin hat es 1989 auch Fränge verschlagen, den modernen Taugenichts aus Frank Goosens neuen Roman „Kein Wunder“ (7. November).

Das Fontane-Jahr würdigt der Schauspieler und großartige Vorleser Rupert Seidl am 23. September mit einem von ihm zusammengestellten Streifzug durch das Werk des Brandenburg-Wanderers.

Raoul Schrott erzählt in „Eine Geschichte des Windes“ von Hannes aus Aachen, der als Juan Aleman an den drei Weltumseglungen Magellans teilnahm (7.10.). Zwei junge Autorinnen präsentieren sich am 10. Oktober: Josefine Rieks mit „Serverland“ und Karosh Taha mit „Beschreibung einer Krabbenwanderung“. Claudia Michelsen macht einen Marlene-Dietrich-Abend (19.10.), Christian Brückner liest Amos Oz (11.11.) und am Ende (13.3.2020) fragt Andreas „Leo“ Lukoschik: „ist das Schiff schon mal untergegangen?“

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