: Auf Wachstumskurs

Traumzeit-Festivals sind und bleiben traumhafte Events. Dafür sorgen die Kulisse, das Flair, die Zuschauer, das Line-Up. Letzteres hatte diesmal ein wenig Luft nach oben, was dank Künstlern wie der großartigen Meute und Sam Vance-Law aber nicht wirklich ins Gewicht fiel.

In Sachen Party hatte das Festival seinen Höhepunkt bereits am Freitagabend erreicht. Es war Zeit für die Meute, eine elfköpfige Marchingband im Auftrag des Techno. Klingt irre, ist es auch. Aber eben auch so gut, dass die komplette Gießhalle bis unters Dach unter Dampf stand. Der von Pauke, Bläser-Ensemble, Xylofon und Drumkits nach vorne getriebene handgemachte Techno packte die Zuschauer schnell und nachhaltig. Und so wurde gestaunt, getanzt, gelacht und sogar ein klein wenig Pogo vor der Bühne getanzt - sonst wohl eher unüblich für Techno-Konzerte. Das Kontrastprogramm gab’s kurz zuvor beim wunderbaren Sam Vance-Law, der die Gebläsehalle mit Popsongs und Kammermusik und einer ganz großen Portion einnehmendem Charisma flutete.

Samstag und Sonntag komplett ausverkauft, der Freitag nahezu. In Sachen Auslastung robbt sich das Festival unter den Hochöfen langsam an die Maximalgrenze heran. Nicht nur deswegen denkt Veranstaltungsmanager Frank Jebavy laut über eine Vergrößerung mit Augenmaß nach. „Es geht nun darum, auf dem beschränkten Raumangebot des Landschaftsparks das Traumzeitfestival zu erweitern, ohne jedoch den intimen Charakter des kleinen Festivals zu zerstören.“

„Das Traumzeit-Festival ist in seiner derzeitigen Ausrichtung ein Erfolgskonzept!“ So begrüßte Kulturdezernent Thomas Krützberg die Gäste im Hüttenmagazin kurz vor der Eröffnung des Festivals. Dabei rekapitulierte er die Zeit nach 2013, nachdem er als Kulturdezernent auch für das Traumzeitfestival verantwortlich war. Damals hätte es eine vielbeachtete Veranstaltung gegeben, die sich als Ort der Weltmusik unter dem Namen „Traumzeitfestival“ etabliert habe. Doch das Festival habe nicht nur viele Mittel beansprucht, sondern gleichzeitig nur wenig Zuschauer gehabt. Damals sei eine Neuausrichtung dringend notwendig geworden, erläuterte der Beigeordnete aus seiner Sicht und fügt an: „Wir haben das Festival zum positiven Imagefestival für Duisburg gemacht. Es ist wunderbar aufgestellt.“

Trotzdem wolle man sich nicht auf dem Erfolg ausruhen, so Jebavy, der anfügte: „Das Musikgeschäft hat sich verändert. Waren früher die Tonträger die Haupteinnahmequelle der Musiker, sind es heute die Gagen.“ Das verändere auch die Kosten für Festival- und Veranstaltungsmanager. An den Finanzen soll die behutsame Erweiterung des Festivals nach dem Willen der Stadt nicht scheitern, denn 320.000 Euro sind für die nächsten fünf Jahre pro Jahr bereitgestellt. Da sollte es sich doch träumen lassen...

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