Multimedial durchs Museum: Auf dem Smartphone ins alte Hallenbad

Multimedial durchs Museum : Auf dem Smartphone ins alte Hallenbad

Das Binnenschifffahrtsmuseum hat seine Ausstellungsfläche sozusagen virtuell vervielfacht. Besucher können zu über fünfzig Exponaten zusätzliche Informationen erhalten. An die Hördateien, Videos, Fotos und Texte kommt man ganz einfach mit dem Smartphone; nicht einmal eine App ist nötig.

Das Binnenschifffahrtsmuseum ist ja bereits das vielleicht anschaulichste, quasi handfesteste aller Duisburger Museen — doch die Digitalisierung macht auch vor diesem Hause nicht halt. 25.000 Euro gab's dafür vom Landschaftsverband Rheinland, den Rest der knapp 40.000 Euro, die das Projekt kostet, hat der Förderverein des Museums aufgebracht. Die Firma Shoutrlabs, von der das zugrundeliegende System kommt, hat indes noch keinen Cent gesehen: Sie verdient erst, wenn das Angebot ab März kostenpflichtig wird. 2 Euro kostet dann der auf einen Museumsbesuch beschränkte Zugang zum Museums-WLAN, 1,50 Euro davon gehen an das Berliner Start-up.

Doch nicht nur in finanzieller Hinsicht ist der Multimedia-Rundgang ein Vorreiter, auch technisch unterscheidet er sich von bisherigen Verfahren. Eben weil er übers Museums-WLAN funktioniert; der Besucher muss weder eine App installieren noch sonst irgendwas auf seinem Smartphone installieren. Er greift einfach über den Browser aufs WLAN zu — jetzt im Februar noch kostenlos, ab März dann muss die Nutzungsgebühr mit dem Eintritt entrichtet werden. Mehrere WLAN-Router, im ganzen ehemaligen Schwimmbad verteilt, garantieren dann überall im Haus den zugriff auf die Zusatzinformationen.

Und das sind einige: Über 50 Kapitel haben Museumsleiter Bernhard Weber und vor allem Museumsvolontär Cornelius Lehmann erstellt. Sie enthalten Hördateien, Videos, Fotos und Texte. So kann man aufs reichhaltige Museumsarchiv zugreifen und nachsehen, wie die Tjalk einst in die Herrenschwimmhalle bugsiert wurde. Liegt ein Bildband in einer Vitrine hinter Glas, kann man virtuell drin blättern durchs Wischen übers Telefondisplay. Die Hördateien können auf Deutsch, Englisch, Niederländisch oder Französisch abgerufen werden. Zusätzlich gibt es auf Deutsch auch eine Führung für Kinder sowie ein Angebot in "Leichter Sprache".

Noch bis Ende Februar ist das Multimedia-Angebot in der Testphase, so lange erhalten Museumsbesucher den Zugang zum Museums-WLAN kostenlos.

Wer kein Smartphone hat, kann am Eingang ein Tablet ausleihen.

Das Museum der deutschen Binnenschifffahrt, Apostelstraße 84 in Ruhrort, ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

(Niederrhein Verlag GmbH)