jobcenter Duisburg präsentiert "Leuchturm"-Beispiel einer syrischen Familie: Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen läuft...

jobcenter Duisburg präsentiert "Leuchturm"-Beispiel einer syrischen Familie : Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen läuft...

Kürzlich berichtete die Bundesagentur für Arbeit, dass die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt gut laufe. Prompt lud auch das jobcenter Duisburg zu einem Pressetermin ein, um ein erfreuliches Paradebeispiel dessen vorzustellen.

Die syrische Familie Alwafai wird seit 2016 im Duisburger "Integration Point" am Körnerplatz in Rheinhausen, der Anlaufstelle für Asylsuchende mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit, von der Agentur für Arbeit und dem jobcenter Duisburg betreut.

Es geht darum beim Spracherwerb und bei der Anerkennung ihrer beruflichen Qualifikationen in Deutschland zu unterstützen und damit eine langfristige berufliche Perspektive aufzubauen. Der Mann Abdulmunam und seine Frau Muzna Alhaddad sind ausgebildete Zahnärzte, er war gar als chirurgischer Chefarzt in Forschung und Lehre tätig. Beide sprechen und verstehen dank der Integrationskurse mittlerweile Deutsch — selbstverständlich ausbaufähig, aber alltagstauglich. Nachdem jüngst seine Approbation gutachterlich anerkannt wurde und er nun in einer Praxis in Essen praktizieren darf, muss Muzna Alhaddad sich noch, nachdem sie die Fachsprach-Prüfung bestanden hat, nächstes Jahr die Approbationsprüfung bestehen.

Auch bei den vier Kindern ist alles auf einem sehr guten Weg: Walid (23) studiert in Köln Zahnmedizin, Gaith (19) hat gerade ein exzellentes Abitur abgelegt und Hana (16) sowie Zaid (9) besuchen ebenfalls erfolgreich Duisburger Schulen.
Für Familie Alwafai ist klar, dass es für sie "in absehbarer Zeit keine Zukunft in Syrien" gibt. Insbesondere für ihre Kinder war es ihnen wichtig in einem Land zu leben, wo "Sicherheit und Freiheit herrschen". Dass es Deutschland geworden ist, hängt auch damit zusammen, dass Muzna Ahaddad hier geboren wurde, bis zum siebten Lebensjahr hier gelebt hat, und auch ihr Bruder bereits seit 15 Jahren in Duisburg lebt. "Auch wenn es sehr anstrengend und schwierig ist, sind wir sehr dankbar, dass wir in Deutschland sein können. Wir sind sehr stolz auf unsere Kinder, die die Situation so gut bewältigen", gesteht Abdulmunam und bedankt sich nochmals persönlich bei der zuständigen Arbeitsvermittlerin Lena Tarter für ihre Hilfe.

"Nun ist auch klar, dass nicht alle Geflüchteten Ärzte sind und dies hier ein Leuchtturm-Beispiel ist. Unter den Geflüchteten sind nachweisbar Fachkräfte, andere haben lange gearbeitet, aber keine Nachweise darüber oder waren in Berufen tätig, die es hier so nicht gibt. Gerade junge Leute haben keine Berufserfahrung und bedürfen besonderer Förderung", gibt Lena Tarter, Arbeitsvermittlerin im jobcenter Duisburg, zu verstehen und ergänzt: "Dennoch, die meisten von den 5.500 in Duisburg lebenden Flüchtlinge sind überaus motiviert bei der Sache und wollen sich so schnell wie möglich integrieren, nicht zuletzt im Arbeitsmarkt."

Eine individuelle Betreuung sei daher sehr wichtig, um Potenziale zu fördern, Kompetenzen festzustellen und die Geflüchteten an das Ausbildungs- und Beschäftigungssystem in Deutschland heranzuführen. Neben der Sprachvermittlung werden Orientierungs- und Stabilisierungsmaßnahmen angeboten, die sozialpädagogisch begleitet werden.

Und die Maßnahmen fruchten, wie Sabine Degener, Bereichsleiterin im jobcenter Duisburg, erfreulich berichtet: "Die Vermittlungszahlen im Vergleich zum Vorjahr steigen deutlich an. Dass das funktioniert, ist nicht zuletzt auch den engagierten Arbeitsvermittlern wie Lena Tarter zu verdanken. Rund 300 Flüchtlinge betreut sie momentan."

Bleibt zu hoffen, dass sie auch Flüchtlingen mit weniger guten Voraussetzungen, wie bei Familie Alwafai, weiterhelfen kann.

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