Am Samstag beginnen die 40. Duisburger Akzente

40. Duisburger Akzente : Welche Utopien, Duisburg?

Am Samstag, 16. März, beginnen die 40. Duisburger Akzente. Theatertreffen, Ausstellungen, Konzerte – für drei Wochen sind „Utopien“ das Stadtgesprächsthema Nummer eins. Hoffentlich.

Vor 503 Jahren veröffentlichte Thomas Morus den Roman „Utopia“, und bis heute streiten die Gelehrten darüber, ob seine Schilderung „vom besten Zustand des Staates“ (Abschaffung des Privateigentums!) nur eine Satire ist.

Schon das Eröffnungsstück, das berühmteste Theaterstück der Welt, Shakespeares „Romeo und Julia“, macht deutlich: Das Leben, die Liebe, die Welt könnte so schön sein – wenn da nur nicht die anderen wären, in diesem Fall die Eltern. Ein Stück wie geschaffen für die 21 Darsteller*innen des Spieltrieb-Jugendclubs im Theater Duisburg (und die vier Schauspieler der Elterngeneration).

In Ruhrort entstand nach den Local-Heroes-Akzenten im Kulturhauptstadtjahr 2010 der Wunsch, es möge ewig so weitergehen, und aus diesem Wunsch der Kreativkreis, mittlerweile Kreativquartier. Am Samstag werden die geführten Utopienrundgänge (15 Uhr ab Gemeindehaus) zeigen, dass durchaus noch Wünsche offen sind – und seien es nur die, dass endlich mal wieder Kneipen und Biergärten eröffnet werden und nicht geschlossen ... Welche Mühe es kostet, ein Stadtviertel neu zu beleben, zeigt dann am Sonntag um 16 Uhr im Lokal Harmonie der Film „Oortswandel“, entstanden in den 90ern in Ruhrort während der IBA Emscher Park.

Was „die da oben“ mit ihren Utopien so anrichten können, dem spürt am Dienstag um 18 Uhr ein Vortrag von Gerald Wood im Landesarchiv NRW nach, der dort zugleich die Ausstellung „Zwischen Utopie und Realismus“ eröffnet: „Utopien und Stadtentwicklung“. Wie wollen wir wohnen? Eine Frage mit Sprengstoff – am 24. März fällt der erste „Weiße Riese“ ...

In der Liebfrauenkirche gibt es drei „Dromoscopen“, geometrische Traumlandschaften, in die man seinen Kopf stecken kann und dann zwischen Fischen im Korallenriff tauchen oder durch die Windungen eines menschlichen Gehirns.

Gleich sechs Ausstellungen bzw. Installationen, vom Wolkenkuckucksheim über ferne Welten bis zu Anzündbonbons, werden in der Cubus-Kunsthalle gezeigt. Für die ersten beiden Akzente-Wochen ist das Haus im Kantpark damit das Festivalzentrum. In der dritten Woche übernimmt dann der Projektraum 47 in der Münzstraße 47 und erprobt sich in der Duisburger Altstadt als soziokulturelles Zentrum – tatsächlich ein „Nicht-Ort“, u-topos.

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