Stadt der Toleranz und Akzeptanz - 19. Januar, 18.30 Uhr, auf dem Opernplatz: Aktionsbündnis: „Wir sind Duisburg“

Stadt der Toleranz und Akzeptanz - 19. Januar, 18.30 Uhr, auf dem Opernplatz : Aktionsbündnis: „Wir sind Duisburg“

Auch in Duisburg hat sich ein Ableger, des aus Dresden bekannten Phänomens, dazu aufgerafft einen Protestmarsch durch die City zu organisieren. Unter dem Motto "Wir sind Duisburg" laden Oberbürgermeister Sören Link, das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage und der DGB Niederrhein alle Duisburgerinnen und Duisburger ein, ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus zu setzen.

Die Gegenveranstaltung findet am Montag, 19. Januar, 18.30 Uhr, auf dem Opernplatz vor dem Stadttheater statt. "In Duisburg ist kein Platz für Hetze und Populismus gegen Religionsgemeinschaften: nicht gegen Juden, nicht gegen Christen, nicht gegen den Islam. Eins ist sicher: in Duisburg kann und wird eine solche Kundgebung", wie hauptsächlich in Dresden, "nicht unerwidert bleiben. Duisburg ist unsere Stadt — die lassen wir nicht diskreditieren, ohne selbst auf die Barrikaden zu steigen. Wir sind Duisburg!" Wie am vergangene Montag in Köln, wo die Lichter des Kölner Doms vom Bischoff ausgeschaltet wurden, werden auch die Lichter des Stadttheaters symbolisch verlöschen. Außerdem haben Oberbürgermeister Sören Link und DVG-Vorstandssprecher Marcus Wittig vereinbart, dass auch am Stadtwerketurm weithin sichtbar die Lichter ausgehen.

Mit dabei sind auch Duisburger Schwusos, die an der Demonstration für Demokratie und Vielfalt teilnehmen werden. "Wir wollen ein sichtbares und friedliches Zeichen gegen den Versuch setzen, in Duisburg mit dumpfen Vorurteilen und Fremdenfeindlichkeit Stimmung zu machen. Wir stehen zusammen für Demokratie, Respekt und Vielfalt. Gerade Schwule und Lesben und sexuell Andersorientierte wissen, was es heißt, verfolgt oder diskriminiert zu werden", heißt es im Aufruf der Duisburger Schwusos. Mit dabei ist auch das Wählerbündnis Sozial, Gerecht, Unabhängig (SGU), die daran erinnern, dass Schilder wie "Kartoffeln statt Döner" schwer an die Aufforderung des dritten Reiches, jüdische Geschäfte zu meiden erinnerten. "Wir werden als SGU geschlossen gegen einen Aufmarsch auftreten und uns den geplanten Gegendemonstrationen anschließen", so der Ratsherr und Vorsitzende der SGU, Karlheinz Hagenbuck. Zudem kündigte Kulturdezernent Thomas Krützberg an, dass sich selbstverständlich auch die Duisburger Philharmoniker, bei denen immerhin 15 Nationen friedlich miteinander musizieren, an der Kundgebung beteiligen werden. Ausdrücklich begrüßt werden alle Initiativen, die sich am Montag für Toleranz und gegen Extremismus engagieren wollen von der CDU-Ratsfraktion. "Mit der Demonstration gegen den Aufmarsch machen die Duisburger deutlich, dass in unserer Stadt kein Platz für Hetze, Fremdenfeindlichkeit und Extremismus ist. Unsere Stadt ist eine Stadt mit Willkommenskultur", sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Rainer Enzweiler. Gleichzeitig appelliert Enzweiler an alle Demonstranten, friedlich für ihre Positionen zu werben. "Zu einer funktionierenden Demokratie gehört es dazu, inhaltlich über gesellschaftliche Probleme zu diskutieren. Dieser Diskurs muss aber sachlich geführt werden und verlangt eine klare Abgrenzung von Extremismus, das Eintreten für Religions- und Meinungsfreiheit, für Menschenrechte und Gewaltfreiheit. Selbstverständlich akzeptiert die CDU das Demonstrationsrecht, die CDU-Fraktion stellt sich aber klar gegen den Populismus der vermeintlichen Patrioten", sagt Enzweiler.

(vowie)