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: A 40: Bahn schneller frei

: A 40: Bahn schneller frei

Nach dem verheerenden Tanklasterunfall auf der A 40 geht es schneller voran als zunächst angenommen. Ab morgen sollen wieder Züge von Duisburg auf der regulären Strecke Richtung Essen fahren, und wenn alles gut geht, können eine Woche später auch wieder Autos in beide Richtungen verkehren.

Der Tanklastzug hat, salopp gesprochen, mitten ins Schwarze getroffen: Der Bahnübergang mit insgesamt fünf Brücken über der A 40 ist das Nadelöhr in NRW; mehrere hundert Züge des Nah-, Fern- und Güterverkehrs gehen hier normalerweise durch. Brückenbauwerk eins wird nicht mehr genutzt; die Brückenwerke zwei bis vier haben starke Beschädigungen durch Hitzeeinwirkungen erlitten; Brückenbauwerk 3 (zwei Gleise für Nah- und Fernverkehr von Essen nach Duisburg) muss abgerissen werden. Noch an diesem Wochenende soll das geschehen; 1.500 Tonnen Schutt sind abzuräumen. Bei den beiden benachbarten Bauwerken wird noch geprüft, ob sie je wieder unter Volllast befahren werden können.

Immerhin das äußere Brückenbauwerk fünf mit zwei Gleisen für Nah- und Fernverkehr von Duisburg nach Essen soll ab dem morgigen Montag wieder in Betrieb genommen werden. Züge in Gegenrichtung verkehren über Ausweichstrecken, hauptsächlich via Gelsenkirchen und Oberhausen, oder es fahren Busse statt Bahnen – wohl noch für Monate.

An einen Neubau der abgerissenen Brücke sei angesichts jahrelanger Planungsvorläufe erstmal nicht zu denken, erklärte Hendrik Penner, Leiter Produktion der DB Netz AG im Regionalbereich West. Stattdessen sollen Hilfsbrücken eingesetzt werden. Die Kosten für Abriss, den Bau von Hilfsbrücken und den Neubau der Brücke liegen laut Bahn in einem zweistelligen Millionenbereich.

Gehen Abriss und Abtransport des mittleren Brückenbauwerks wie geplant voran, kann in einer Woche, also frühestens ab dem 5. Oktober, wieder Verkehr auch in diesem Abschnitt der A 40 rollen. Die Fahrbahnen werden dann leicht nach außen hin verlegt, da für die Behelfsbrücken neben Widerlagern auch ein Mittelpfeiler errichtet werden muss. Bis dahin wird weiter großflächig über die benachbarten Autobahnen umgeleitet, was dort und auch bei den innerstädtischen Umleitungen weiterhin zu Staus führen dürfte.