: 250 Lehrkräfte fehlen an den Schulen

: 250 Lehrkräfte fehlen an den Schulen

Schon im Februar hatte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Alarm geschlagen. Lehrer würden fehlen.

Damals hatte die GEW zusammen mit der Elternschaft Duisburger Schulen die Landesregierung aufgefordert, von der Zuweisung von Lehrern an Schulen mit Bedarf Gebrauch zu machen. Passiert ist seitdem nichts, war vergangene Woche zu erfahren.

So fehlen nach neuesten Berechnungen der Gewerkschaft mit Start des nächsten Schuljahres 250 Lehrer in Duisburg, was einer Zahl von 6790 Unterrichtsstunden pro Woche entspricht. „Diese Stunden werden zum Großteil schlicht ausfallen“, erläutert die Duisburger GEW-Vorsitzende Tanja Junkers, wobei das auf den ersten Blick gar nicht mal so auffalle. Dies liegt an der sogenannten „Mindestbandbreite für Stundenpläne“. Es werden also nur die Stunden gegeben, die unbedingt vorgeschrieben sind, während Schulen mit mehr Lehrpersonal auch weitere Stunden geben können, um ihre Schüler besser zu fördern.

Besonders tragisch ist, dass Städte wie Duisburg, Gelsenkirchen oder auch der Essener Norden mit Schülern, die einen erhöhten Förderbedarf haben, von den Lehrern gerne gemieden werden. Grundsätzlich seien im ganzen Land zu wenig Lehrer vorhanden, aber in Problemstadtteilen sei dies dramatisch. Besonders in Schulen mit Stellen für Sonderpädagogen oder Sprachförderlehrer sei die Situation geradezu desolat: So seien an einer Schule, die sechs Sonderpädagogen haben müssten nur zwei besetzt. Und an einer anderen Schule wäre von drei Stellen für Sprachförderlehrer nur eine halbe besetzt.

Das Land müsse handeln und gerade bei den Neulehrern von ihrem Recht auf Schulzuweisung Gebrauch machen, war von der GEW Duisburg zu vernehmen. Nur so könne der Mangel im Land gleichmäßig verteilt werden.

Die Stadt solle sich zudem Gedanken darüber machen, ob man nicht neue Lehrer, die sich für Duisburg entscheiden, dadurch locken könne, indem sie für die ersten Monate kostenlos eine Wohnung gestellt bekämen oder vielleicht auch ein kostenfreies ÖPNV-Ticket erhalten könnten.

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