: 2019 war ein gutes Arbeitsmarktjahr

: 2019 war ein gutes Arbeitsmarktjahr

„Zu Anfang des Jahres 2019 war ich eher skeptisch, doch der Arbeitsmarkt in Duisburg hat sich insgesamt als widerstandsfähig und robust gezeigt“, erläuterte Astrid Neese, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Duisburg, und fügte an: „Auf 2019 können wir sehr zufrieden zurückblicken!“

Der Arbeitsmarkt entwickelte sich im 4. Jahr in Folge positiv, denn die Zahl der arbeitslosen Menschen lag bei 27.831, was einen Rückgang um 4,3 Prozent bedeutete. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote ist auf 10,8 Prozent gesunken. Im Jahr 2018 lag diese Zahl noch bei 11,4 Prozent. Mit 175.307 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigen sei Duisburg auf einem guten Weg. Dies sähe man auch an der Zahl der Langzeitarbeitslosigkeit, die im Jahresdurchschnitt um 12 Prozent abgenommen habe.

Und auch für 2020 ist Astrid Neese verhalten optimistisch, denn alle Personengruppen profitierten im vergangen Jahr von den positiven Entwicklungen am Arbeitsmarkt. Im Bereich von Lager und Logistik steige die Beschäftigung, wobei hier auch Zeitarbeit gefragt sei. Grundsätzlich gelte es aber zu bedenken, dass Zeitarbeit oft ein Rekrutierungsinstrument sei. Weiterhin gäbe es auch einen Bedarf an Fachkräfte.

Und gerade hier gäbe es auch für kleine Firmen eine Chance, ihre Arbeitnehmer weiter zu qualifizieren. So könnten kleinere Auftragsdellen genutzt werden, um zuverlässige Arbeitnehmer zu halten und gleichzeitig auf neue Anforderungen im Arbeitsmarkt vorzubereiten. Mit „Weiter.Bildung“ könne die Arbeitsagentur Weiterbildungen von Arbeitnehmer finanzieren, die im Betrieb beschäftigt sind. Bei Kleinunternehmen bis zehn Beschäftigten sind während der Weiterbildung sogar Lohnkostenzuschüsse bis 75 Prozent möglich. „So stärken wir die Kompetenz der Mitarbeiter und helfen Unternehmen, auch in Zukunft fachkundige Mitarbeiter zu haben“, beschreibt Astrid Neese und fügt an: „Grundsätzlich gehe ich für 2020 davon aus, dass es bei der wirtschaftlichen Entwicklung keinen Einbruch geben wird.“ Konjunkturelle Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt seien jedoch wahrscheinlich. Mit dem Qualifizierungsinstrument können man so eventuelle Flauten sinnvoll für Arbeitnehmer und Unternehmen ausgleichen, war zu hören.

Birgit Mölders, stellvertretende Geschäftsführerin des jobcenter Duisburg, verwies auf ein weiteres Förderprogramm, das sich insbesondere an Langzeitarbeitslose richtet: „Mit dem Teilhabechancengesetz ist es möglich, solchen Menschen wieder Perspektiven im ersten Arbeitsmarkt zu geben.“ Mit Begleitung und Coaching könnten solche Arbeitnehmer wieder in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden. Gerade in einer Stadt wie Duisburg mit vielen Langzeitarbeitslosen eröffne sich mit dem Gesetz die Chance auf eine nachhaltige Besserung der Situation.

Gerade in diesem Punkt dankte Oberbürgermeister Sören Link der Bundespolitik, die dies möglich gemacht habe. Grundsätzlich sieht auch er die Entwicklung des Arbeitsmarktes überaus zufrieden, wobei er betonte, dass eine Stadt von der Größe Duisburgs mehr sozialversicherungspflichtige Arbeit benötige. Mindestens 200.000 derartige Arbeitsstellen seien gefordert, betonte Sören Link, wobei er denn Anstieg der letzten Jahre um rund 25.000 sozialversicherungspflichtige Stellen sehr begrüßte: „Diese Entwicklung macht Mut, Ich bin sehr erfreut, wie es sich entwickelt hat.“ Zugleich betonte er die Gemeinsamkeit aller Akteure auf dem Arbeitsmarkt. Von der Politik wolle man weiter daran arbeiten, Flächen zur Entwicklung bereit zu stellen. Und dabei gehe es auch darum, neue Menschen für die Stadt zu gewinnen. Deshalb seien die Wohnbauprojekte am Wedauer Rangierbahnhof, dem ehemaligen Güterbahnhof oder dem Mercatorviertel so wichtig.