: Versöhnung statt Hass

Am Sonntag, 17. November, lädt der Dinslakener Theater- und Filmregisseur Adnan G. Köse zu einer ganz besonderen Theaterpremiere in das Dachstudio ein. Dort bringt er um 19 Uhr das Stück „Du sollst nicht hassen“ auf die Bühne. Das Besondere: Köse inszeniert die Lebensgeschichte des palästinensischen Arztes Izzeldin Abuelaish nicht nur, er spielt auch gleich die Hauptrolle.

. Eine Seltenheit, denn eigentlich steht Köse nicht mehr auf der Bühne, auch wenn er das Schauspiel von der Pike auf gelernt hat. In diesem Fall zwang ihn der plötzliche Wegfall des Hauptdarstellers aber zur Improvisation. „Einen neuen Hauptdarsteller einzuarbeiten, hätte in der Kürze der Zeit nicht mehr geklappt. Es drohte, alles auseinander zu fallen. Also habe ich mich entschieden, es eben für die Premiere selber zu machen.“

Nach der Premiere will Köse mit dem Stück touren. Dann soll allerdings jemand anderes den Job des Hauptdarstellers übernehmen. Denn auf Dauer sei die Doppelbelastung für ihn nicht zu stemmen. Seit drei Wochen wird intensiv geprobt. „Und es ist schon eine große Herausforderung für mich und sehr anstrengend, keine Frage“, berichtet Köse.

„In „Du sollst nicht hassen“ wird die bewegende Geschichte von Izzeldin Abuelaish erzählt. Dessen Leben ist wie das vieler anderer Palästinenser und Israelis vom Konflikt im Nahen Osten geprägt. In Gaza geboren, ist er der erste palästinensische Arzt, der in einem israelischen Krankenhaus arbeitete. Schon immer setzte er sich vehement für die Aussöhnung von Israelis und Palästinensern ein. 2009 wird Abuelaishs Haus in Gaza mit Raketen beschossen, drei seiner Töchter und eine Nichte kommen dabei ums Leben. Doch statt in Hass zu verfallen, geht er nach Toronto, gründet eine Stiftung und schreibt ein Buch, eine Autobiografie: „I shall not hate“.

Adnan Köse hat die Geschichte des unbeirrbaren Arztes sehr bewegt. „Er hätten allen Grund der Welt gehabt, dem Hass zu verfallen. Aber er hat sich dagegen entschieden und kämpft weiter für Frieden und Versöhnung und gegen den Hass auf beiden Seiten des Konflikts.“ Köse ist der Meinung, dass ein Stück wie dieses in Zeiten wie diesen genau das richtige ist. Klar, er möchte mit seinen Stücken seine Zuschauer unterhalten und emotionalisieren. Aber ebenso wichtig ist es ihm, auf wichtige Themen aufmerksam zu machen. „Noch leben wir in Frieden. Aber man hat manchmal das Gefühl, dass alles auseinander zu fallen droht.“

Und genau dann sei es wichtig, den Menschen an seine Verantwortung dem Frieden gegenüber zu erinnern und die Zuschauer mit Geschichten wie der von Izzeldin Abuelaish zu konfrontieren. „Was bewirken Gewalt und Krieg? Was macht das mit einem Menschen? Die Fragen stehen im Zentrum des Stückes, das insgesamt ein starkes Plädoyer für den Frieden ist“, so Köse, der auf ein volles Dachstudio am 17. November hofft. „Ich fände es einfach schön, wenn das Stück gesehen und dann von den Menschen auch intensiv diskutiert wird.“

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