: Freibad ja - aber nicht in Hiesfeld

: Freibad ja - aber nicht in Hiesfeld

Mit Sport-, Finanz- und Hauptausschuss hatten gestern Abend gleich drei Ausschüsse im Dinslakener Rathaus darüber zu entscheiden, ob das Hiesfelder Freibad noch eine Zukunft hat.

Anschließend wurde das Konzept, das der Architekt und Vizevorsitzende des Deutschen Schwimmverbandes, Wolfgang Hein, im Auftrag des Hiesfelder Freibadvereins vorgelegt hatte, im Stadtrat diskutiert und entschieden (In unserer Printausgabe lag die Entscheidung noch nicht vor. Inzwischen steht fest, dass die Ratsvorlage von allen Ausschüssen und dem Rat mit Mehrheit angenommen wurde.). Von Seiten der Stadtverwaltung, den Stadtwerken und der Dinslakener Bäder GmbH als Betreiber des Bades war das Konzept nicht umsetzbar. Entsprechend sah denn auch die Vorlage an die politischen Gremien der Stadt aus. Schon am Montag hatten Bürgermeister Dr. Michael Heidinger, die Beigeordnete Christa Jahnke-Horstmann und der Geschäftsführer der Stadtwerke sowie der Bäder GmbH Josef Kremer in einer Pressekonferenz ihre Überlegungen dargelegt. Demnach war der Stadt das Konzept am 12. Juni vorgelegt worden. Am 26. Juni fand dann ein, laut Bürgermeister Heidinger, „sehr konstruktives und offenes Gespräch“ mit Wolfgang Hein statt.

Ziel dieser Erörterungen waren die Fragen, die nach Durchsicht des Vorschlages auf Seiten der Stadt und der Stadtwerke offen geblieben waren. Nach diesen Gesprächen war klar, dass von Seiten der Stadtverwaltung und Stadtwerke keine Weiterverfolgung „Freibad Hiesfeld“ erfolgen wird.

Begründet wird dies damit, dass Wolfgang Hein zwar ein Konzept vorgelegt habe, das unter normalen Umständen durchaus umsetzbar sei. Doch die besondere Hiesfelder Situation mit massiven Bodensenkungen, Grundwassereinbrüchen und dem nicht vorhandenen stabilen Untergrund stehe der Umsetzung des vom Freibadverein vorgestellten Konzepts entgegen. So sei, wie Josef Kremer erläuterte, der Architekt Hein von zwei Grundannahmen für seinen Vorschlag ausgegangen. Erstens sei das alte 50-Meter-Becken massiv gebaut und habe keine Risse. Zweitens seien Absenkungen unter diesem alten Becken nicht zu erwarten, da der Boden zur Ruhe gekommen wäre. „Doch diese Annahmen treffen für das Bad in Hiesfeld einfach nicht zu“, erläuterte Bürgermeister Heidinger, der ausdrücklich nicht an der Fachkompetenz des Architekten zweifelte: „Herr Hein hatte auf dem Freibadgelände nur zwei Stunden Zeit, um sich ein Bild zu machen. Da kann man nicht die Ergebnisse erwarten, die wir nach monatelanger Arbeit in drei Gutachten ermitteln konnten.“

Nachdem die Ausschüsse und der Dinslakener Rat zu später Stunde am Dienstag ebenfalls dieser Ansicht waren, stehen die Freibadpläne in Hiesfeld vor dem Aus. Doch eins sei klar, meinte Michael Heidinger: „Dies ist kein Abgesang auf ein Dinslakener Freibad. Dinslaken braucht ein solches Bad und soll es auch bekommen. Wo sei jedoch die Frage.“