: Entlastung für die ZNA

: Entlastung für die ZNA

Das Problem ist ein altbekanntes: Etliche Patienten strömen in die Notaufnahmen der Krankenhäuser, obwohl sie da gar nicht hingehören. „Viele Menschen, die sich hier bei uns melden, sind in einem Krankenhaus falsch“, sagt auch Sebastian Bolten, Leiter der Zentralen Notaufnahme (ZNA) im Dinslakener St. Vinzenz-Hospital. Dem wird nun mit der heutigen Eröffnung der Notdienst-Praxis am Vinzenz effektiv entgegengewirkt.

. Wer in einer ZNA eines Krankenhauses arbeitet, muss stressresistent sein. Schlangen an der Anmeldung und unzufriedene Patienten und Angehörige, die gerne schneller in den Genuss einer Behandlung kommen würden, gehören zum täglichen Bild. Dabei könnten diese Stresssituationen auf einfachem Wege entzerrt werden. „Denn rund 80 Prozent der Patienten, die sich an einem normalen Tag in der ZNA melden, sind dort falsch. Mit einem Schnupfen und Fieber muss man zum Arzt kommen, aber nicht in ein Krankenhause“, weiß auch Michael Weyer, niedergelassener Arzt und Vorsitzender der Weseler Kreisstelle der Kassenärztlichen Vereinigung. Viele Patienten strömen aus überbordender Sorge oder eben einfach, weil sie der Meinung sind, im Krankenhaus lange Wartezeiten umgehen zu können, in die ZNA. Ein Trugschluss. Denn in den Krankenhäusern werden Patienten nach dem „Manchester Triage System“ eingeordnet. Je dringlicher der Fall gelagert ist, desto schneller erfolgt eine Behandlung. Mit der Konsequenz, dass der Patient mit Schnupfen mitunter eben zurecht ganz schön lange warten muss.

Diesem Patientenverhalten wird nun auch in Dinslaken Rechnung getragen. Seit dem heutigen Dienstag ist sie eröffnet, die neue Notdienst-Praxis am St. Vinzenz-Hospital. Das Konzept ist einfach und gut: Die Patienten werden weiterhin an der Anmeldung der ZNA aufgenommen. Muss ein Patient in der Klinik aufgenommen werden, passiert das weiterhin an Ort und Stelle. Und wenn klar ist, dass der Patient ein Fall für den Hausarzt ist, übernimmt ein Arzt aus der Region, der gerade Dienst in der Notdienst-Praxis hat. Die Räume der neuen Praxis sind direkt gegenüber der ZNA-Aufnahme. So ist während der Öffnungszeiten der Notdienst-Praxis gewährleistet, dass die Patienten schnell an der richtigen Stelle behandelt werden. „So kommen die Patienten ohne Zeitverlust an die richtige Stelle“, weiß auch Michael Weyer, der seit Jahren an der Realisierung der Notdienst-Praxis arbeitet. „Gut, dass es jetzt endlich so weit ist“, freut er sich. Im Moerser Bethanien-Krankenhaus laufe die Notdienst-Praxis seit zehn Jahren sehr erfolgreich. „Die ZNA wird entlastet und die niedergelassenen Kollegen sind auch zufrieden“, weiß Weyer zu berichten.

„Für uns wird das eine riesige Arbeitserleichterung“, ist sich auch Sebastian Bolten sicher. Dass die Patienten außerhalb der Praxis-Öffnungszeiten auch weiterhin ins Krankenhaus kommen werden, ist dem ZNA-Leiter aber bewusst. „Das ist für uns kein Problem. Die Zahl der Patienten nimmt abends nach 22 Uhr und vor allen Dingen dann nachts sehr stark ab.“

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