Das Friedensdorf International erhält das DZI-Siegel

: Das Vertrauens-Siegel

Seit 1992 vergibt das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) in Berlin das DZI-Spenden-Siegel. Vom ersten Jahr an ist auch das Friedensdorf International im Kreis derer, die das Siegel, das u.a Transparenz, Sparsamkeit und sinnvolle Mittelverwendung bestätigt, tragen dürfen. Das ist auch in diesem Jahr nicht anders.

. Burkhard Wilke, seines Zeichens Geschäftsführer des DZI, ist persönlich an die Rua Hiroshima gekommen, um die Siegel-Urkunde an Thomas Jacobs zu überreichen. Man kennt sich. Schließlich haben der DZI-Chef und der Friedensdorf-Leiter schon ein paar Jahre miteinander zu tun. Jedes Jahr aufs Neue beantragt das Friedensdorf das so wichtige Siegel. „Denn“, so erklärt es Thomas Jacobs, „das Siegel ist für viele Spender eine klasse Orientierungshilfe. Und ein Großteil unserer Spender spenden auch nur, weil wir eben dieses Siegel tragen.“ Aber was hat es mit dem DZI-Siegel auf sich? Das Siegel bestätigt, dass eine Organisation das gespendete Geld sinn- und maßvoll verwendet, dass sie sich gewissen Ethik- und Effizienz-Regeln unterwirft. Wer das Siegel tragen will, muss sich auf Herz und Nieren prüfen lassen. Jacobs: „Das ist jedes Jahr wieder ein Riesen-Aufwand. Hier wird jedes Blatt umgedreht. Aber es lohnt sich. Schließlich wollen wir größtmögliche Transparenz.“

Zugrunde gelegt werden eine ganze Reihe an Dingen, wie Burkhard Wilke erklärt: „Wir handeln als unabhängige Verbraucherschutzstelle und prüfen insgesamt sieben Themen. Dazu gehört: Wie transparent geht es zu? Was ist die Zielsetzung? Wie laufen Kontrollmechanismen für die Arbeit des Vorstands? Wie viel Geld wird wie in Werbung und Öffentlichkeitsarbeit gesteckt? Wie sparsam wird gehaushaltet, ohne dabei Mitarbeiter unfair zu bezahlen?“ Das Friedensdorf hat auch im vergangenen Jahr wieder die DZI-Kriterien erfüllt. Wer wissen will, wie viel Thomas Jacobs verdient, kann das im Internet nachlesen. Von jedem an das Friedensdorf gespendeten Euro werden nur knapp sieben Cent für Verwaltungs- und Werbekosten ausgegeben. Die Friedensdorf-Werbung ist nicht effekthaschend, der Vorstand wird von den vielen Mitglieder demokratisch kontrolliert und die 130 Mitarbeiter werden fair bezahlt.

Am Ende des Prüfprozesses steht im Falle des Friedensdorfes ein 25-seitiger Bericht und eben das Siegel. In dem Bericht gibt das DZI auch oftmals Hausaufgaben für das folgende Jahr auf. Harald Jacobs ist ganz froh darüber: „Das ist kein Standardverfahren, wir müssen auch nach so vielen Jahren immer wieder nachbessern. Für uns ist das befruchtend und ein sehr gutes Feedback.“

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