: Alles, nur kein „Fernsehbier“

: Alles, nur kein „Fernsehbier“

Am 5. und 6. Oktober steigt das erste Craftbeer-Festival in Dinslaken. Neun Brauereien aus der Region präsentieren dann am Neutorplatz handgemachte, kreative Biere, die nichts mit den „Fernsehbieren“ der großen Brauereien zu tun haben. Abgerundet wird das ganze mit leckerem Essen aus Food-Trucks und einer Bühne für lokale Künstler. Parallel dazu gibt’s am Sonntag das Apfelfest am Museum Voswinckelshof, das Finale der Eisstock-Challenge am Altmarkt und den verkaufsoffenen Sonntag in der ganzen Innenstadt.

. Torsten Mömken ist Überzeugungstäter. Was die meisten großen Brauereien in Deutschland auf den Markt schmeißen, nennt er „Fernsehbiere“. Und überhaupt hätten diese Produkte mit kreativer, vielfältiger und alt hergebrachter Braukunst relativ wenig zu tun. Ganz anders sähe das schon bei den Craftbieren aus, die in kleinen Mengen handwerklich von unabhängigen Brauereien gefertigt werden. Sie bringen charakterliche Farben, Gerüche und Geschmäcker mit. Mömken selber arbeitet beim Brauprojekt 777 in Spellen. Gemeinsam mit drei Freunden hat er sich 2012 einen Traum erfüllt und die kleine Brauerei im Rheindorf ins Leben gerufen. Beim Brauprojekt wird alles selber gemacht - von der kleinsten eingedrehten Schraube bis zum fertigen Bier. Auch wenn es „Pilsss“ Co. mitlerweile in vielen Super- und Getränkemärkten und auch in etlichen Restaurants der Region zu kaufen gibt, werden in Spellen nicht mehr als maximal 800 Hektoliter pro Jahr gebraut. In NRW gibt es mittlerweile eine Handvoll Brauereien, die es dem Spellener Brauprojekt gleich tun. „Die Szene ist klein und bestens vernetzt, man kennt sich halt, tauscht sich aus und macht vieles in Kooperation“, weiß Mömken.

In den vergangenen Monaten ist in Spellen die Idee gereift, ein Craftbeer-Festival zu veranstalten. Bei Antje Vancraeyenest von der Wirtschaftsförderung in Dinslaken stießen die Brauer auf offene Ohren. „Wir wollen, dass die Menschen besonderes Bier kosten, erleben und darüber diskutieren. Wir haben auf dem Feiermarkt erstmals lose gesprochen und das Ganze dann zusammen entwickelt“, erzählt Vancraeyenest. So wurde aus dem Plan schnell Realität. Acht Brauereien aus NRW plus das Brauprojekt 777 werden nun am 5. und 6. Oktober ihre Kreationen an die Frau und den Mann bringen. Die Brauer stehen persönlich in den Holzhütten, schenken aus und beantworten Fragen. „Wir wollen die maximale Vielfalt an Bieren präsentieren“, verspricht Torsten Mömken. Es wird neben den vier 777-Klassikern zum Beispiel neu interpretiertes Kölsch aus der Domstadt, Biobier aus Münster und Ingwer Ale Pale aus Essen geben. Die 777-Jungs haben sich extra für das Festival ein Überraschungsbräu ausgedacht und gemacht. Serviert werden die Biere in handlichen 0,1-Liter-Gläsern. Mömken: „Damit Gäste auch in den Genuss aller Brauereien kommen. Es geht ja ums Probieren, nicht ums Besaufen.“

Kulinarisch ergänzt wird das Ganze mit vier Food Trucks. Dazu gibt es ein Musikprogramm, bei dem eine ganze Reihe an NRW-Künstlern ihre Sets vorstellen.

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