Unterschriften werden gesammelt: Bürgerverein will den Tunnel

Unterschriften werden gesammelt : Bürgerverein will den Tunnel

Rund drei Jahre ist es her, dass Straßen.NRW erste Planungsvarianten zum Ausbau der A59 vorstellte. Dabei war auch einen Tunnelvariante, die die stark frequentierte Stadtautobahn zwischen Hamborn und Ruhrort unterirdisch führte.

Die landeseigenen Straßenbauer sahen diese jedoch eher als ein Gedankenspiel und nicht als wirkliche Möglichkeit, denn Kosten und Bauzeitraum ständen dem entgegen, war damals auf dem Pressetermin kurz vor der ersten Vorstellung zu erfahren.

Was auch immer Straßen.NRW mit seinem Gedankenspiel beabsichtigte, die Tunnelvariante ist genau die, die in Duisburg und vor allem in Meiderich deutlich favorisiert wird. So die Stadt, die im November des vergangenen Jahres zum Bauvorhaben Stellung bezog, wobei Oberbürgermeister Sören Link daran erinnerte, dass die Nord-Süd-Achse, Duisburg nicht nur verbinde, sondern in Meiderich und Hamborn auch trenne. So kam der damalige städtische Planungsdezernent Carsten Tum zum Schluss: „Wir sind uns alle einig, dass bei einer solchen Gelegenheit die A 59 in einen Tunnel verlegt wird!“

Und auch der Meidericher Bürgerverein steht auf einen unterirdischen Ausbau der A 59, weshalb dieser jetzt mit Unterschriften für Unterstützung der Tunnellösung wirbt. Dabei ist die Begründung stichhaltig und bezieht den vorhandenen vierstreifigen Ausbau mit seinen Problemen ein: So sei der westlich gelegene Stadtteil Untermeiderich von dem Einkaufsbereich, Fußgängerzone Von-der-Mark-Straße, abgekoppelt. Das hohe Verkehrsaufkommen von durchschnittlich 104.000 Kraftfahrzeugen pro Werktag sorge zudem für eine hohe Umweltbelastung (Lärm und Feinstaub), die die Lebensqualität im Stadtteil Meiderich bereits jetzt stark negativ beeinflusst. Durch einen sechsstreifigen oberirdischen Ausbau potenzierten sich diese Belastungen, besonders dann, wenn es zu dem prognostizierten Verkehrszuwachs von 20 Prozent bis 2030 kommen werde.

Eine Tunnellösung böte für den Stadtteil Meiderich Möglichkeiten, neue städtebauliche Strukturen zu erschließen. Der zerschnittene Stadtraum könne dann wieder zusammenwachsen. Eine oberirdisch geführte Trasse mit insgesamt sechs Fahrbahnen und zwei Standspuren käme demgegenüber auf eine Breite von fast 45 Metern und stelle eine riesige Barriere dar, deren Trennwirkung ungleich höher sei als die des Istzustandes.

Das Fazit, so der Meidericher Bürgerverein, könne nur sein: „Meiderich braucht die Tunnellösung, eine oberirdische Lösung ist keine Option!“

Wie auch schon in der städtischen Stellungnahme favorisiert der Bürgerverein ebenso eine direkte Radwegeverbindung vom Duisburger Norden in die Duisburger Innenstadt, die quasi über dem Autotunnel angelegt werden könnte. Konkret heißt es: „Über Ruhr und Häfen angehängt an den Brückenbau und in Meiderich über die durch den Tunnelbau geschaffenen Freiflächen entsteht so eine Radfahrtrasse die leistungsstark auch einen Beitrag zur Entlastung der A 59 leisten kann und somit deutlich zur Luftverbesserung beiträgt.“

Ob eine solche Tunnellösung aber auch in Bund und Land Liebhaber findet, darf eher bezweifelt werden, gab doch Landeswirtschaftsminister Hendrik Wüst bei einem Besuch im Januar 2019 zu bedenken: „Ein Tunnel ist sicher ein netter Aspekt der Stadtförderung!“ Und ließ durchblicken, dass Bund und Land dafür keine Mittel zur Verfügung stellen würden: „Da muss die Stadt Geld mitbringen!“

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