24h-Rennen am Nürburgrennen 2019: Team Phoenix holt sich den Gesamtsieg mit Audi

24h-Rennen am Nürburgring 2019 - UPDATE: Zweitplatzierter Manthey Racing #911 nachträglich disqualifiziert : Team Phoenix holt sich den Gesamtsieg mit Audi

Besucherrekord beim 24h-Rennen am Nürburgring 2019: Am vergangenen Wochenende pilgerten rund 230.000 Motorsportfans an die Rennstrecke in der Eifel, um bei der 47. Auflage des Langstrecken-Klassikers über eine Kombination aus Nordschleife und Grand-Prix-Kurs (ca. 25 km/Runde) live dabei zu sein.

Bei sommerlichem Wetter, ohne Kapriolen, gingen letztlich 155 Fahrzeuge in drei nach Leistungsklassen gestaffelten Startfeldern am Samstag, 15.30 Uhr, ins Rennen - zweimal rund um die Uhr. Aus Duisburger Sicht, war das Augenmerk auf den gelb-grünen Mann-Filter Mercedes AMG GT3 mit der Startnummer #48 gerichtet („Mamba“), hier saß nämlich der Duisburger Lance David Arnold als Startfahrer am Lenkrad und ging auf dem zweiten Platz an den Start. Vor ihm nur der Black Falcon Mercedes AMG GT 3 mit der Startnummer #2 und hinter ihm der Manthey Porsche 911 GT3 (Grello) mit der Startnummer #911 vom Vorjahressieger-Team (Foto oben).

Die „MAMBA“ - der Mann-Filter Mercedes AMG GT3 von HTP Motorsport, auf dem Lance David Arnold ins Rennnen ging. Foto: NVM/Hermann van Plüren / Thorsten Vermathen

Von Anfang an konnte der von HTP Motorsport eingesetzte Mann-Filter Mercedes mit der Spitzengruppe mithalten und lag fast durchgehend auf Podiumskurs. Egal welcher Fahrer, ob Lance David Arnold, Christian Hohenadel, Raffaele Marciello oder Maximilian Götz, ins Lenkrad griff, die „Mamba“ war schnell. Das musste sie auch sein, denn das 24h-Rennen in der „Grünen Hölle“ war mal wieder ein ausgemachtes Sprintrennen - Vollgas von der ersten bis zur letzten Sekunde, mit heißen Kämpfen um jede Position.

Lance David Arnold vor dem Rennen. Foto: NVM/Hermann van Plüren / Thorsten Vermathen

Das hatte natürlich auch zahlreiche Ausfälle zur Folge. 102 Fahrzeuge hielten letztlich die 24 Stunden-Distanz durch, der Rest schied wegen technischen Defekts oder Unfall aus. So traf es leider auch gut fünf Stunden vor Ende des Rennens die „Mamba“. Auf dem zweiten Platz liegend, war Maxi Götz der Leidtragende eines Folgeschadens. Die Lenkung versagte ihren Dienst und der Mercedes prallte im Streckenabschnitt „Hohe Acht“ in die Leitplanke - Götz blieb unverletzt, aber das Rennen war vorbei. Damit kam auch Lance David Arnold leider nicht mehr zum Einsatz.

„Zetti“, den auch der Wahl-Duisburger Peter Posavac pilotierte. Foto: NVM/Hermann van Plüren / Thorsten Vermathen

Der Wahl-Duisburger Peter Posavac, der auf einem schnellen BMW Z4 GT 3 (#50) vom Team Speedline Racing unterwegs war, kam leider auch nicht ins Ziel. Obwohl der so genannte „Zetti“ nach nächtlichem Motortausch wieder ins Rennen ging, schied er unfallbedingt dann am Sonntagmorgen endgültig aus.

Zweitplatzierter im Gesamtklassement: der Porsche 911 GT3 von Manthey Racing. Foto: NVM/Hermann van Plüren / Thorsten Vermathen

Seit der sechsten Rennstunde hatte der Manthey Porsche (#911) die Führung übernommen und brachte diese auch souverän durch die Nacht. Wegen eines Tempovergehens bei „Code 60“, das mit einer Zeitstraße von über fünf Minuten geahndet wurde, musste der Manthey Porsche (#911) aber rund zweieinhalb Stunden vor Rennende die Führung abgeben.

Gesamtsieger des 24h-Rennens 2019 am Nürburgring: Team Phoenix mit Audi R8 LMS. Foto: NVM/Hermann van Plüren / Thorsten Vermathen

Begünstigt durch diese Strafe und Ausfälle (u.a. Frikadelli Racing #31, Black Falcon #6, Land Audi #29) lag dann letztlich der Audi R8 LMS vom Team Phoenix mit der Startnummer #4 in Front und sah am Ende als Erster, nach 157 Runden die schwarz-weiß karierte Zielflagge. Eine Runde dahinter kam der Manthey Porsche (#911) als Zweiter im Gesamtklassement ins Ziel. Den dritten Platz sicherte sich das Team von Black Falcon mit dem Mercedes AMG GT3 (#3).

Der Mercedes AMG GT3 von Black Falcon kam als Dritter ins Ziel. Foto: NVM/Hermann van Plüren / Thorsten Vermathen

Gesamtsieg-Podium (UPDATE siehe am Ende des Artikels - Manthey Racing #911 wurde nachträglich disqualifiziert):

1. Phoenix Audi (#4) mit den Fahrern: Pierre Kaffer, Frank Stippler, Frédéric Vervisch und Dries Vanthoor

2. Manthey Racing Porsche (#911) mit den Fahrern: Kevin Estre, Earl Bamber, Michael Christensen und Laurens Vanthoor

3. Black Falcon Mercedes AMG (#3) mit den Fahrern: Maximilian Buhk, Hubert Haupt, Thomas Jäger und Luca Stolz

Im Vorfeld des 24h-Rennens am Nürburgring fand auch wieder das dreistündige Classic-Rennen (Wertung FHR-Cup und Youngtimer Trophy) statt. Auch hier war Duisburger Beteiligung, namentlich von „Rüddel Racing“, angesagt. Leider konnten die sonst so siegreichen „Hundeknochen“ Ford Escorts nicht glänzen. Die #601 mit der Fahrerpaarung Stursberg/Schmid verunfallte bei Regen bereits im Training am Donnerstag und der zweite Escort #787 (ebenfalls verunfallt, aber reparabel) wurde von der Fahrerpaarung Weinzierl/Schindler beim Rennen am Freitag auf den zehnten Gesamtplatz und den dritten in der Klasse gefahren.

Gesamt-Siegerfahrzeug 24h-Classic (Youngtimer Trophy). Foto: NVM/Hermann van Plüren / Thorsten Vermathen

Umso erfreulicher das sensationelle Abschneiden des Duisburger Rennfahrers Benjamin Leuchter, der den ersten deutschen Sieg im Tourenwagen-Weltcup (FIA WTCR) - ebenfalls eine Veranstaltung im Vorfeld des 24h-Rennens - eingefahren hat.

Der TCR-Golf von Benjamin Leuchter in der Startaufstellung zum WTCR-Lauf. Foto: NVM/Hermann van Plüren / Thorsten Vermathen

Weitere Infos unter www.24h-rennen.de

Benjamin Leuchter holte sich den Sieg um den WTCR-Pokal. Foto: NVM/Hermann van Plüren / Thorsten Vermathen

UPDATE vom 06.07.2019, ADAC Nordrhein Sportpresse:

„Das Team Manthey Racing mit der Startnummer #911 ist beim ADAC Total 24h-Rennen nachträglich aus der Wertung genommen worden. Am Porsche 911 GT3 R des im Gesamtergebnis zweitplatzierten Teams wurden bei der routinemäßigen Nachuntersuchung im Anschluss an das Rennen Unregelmäßigkeiten bei der Motorleistung festgestellt. Die in der BoP für die Überprüfung auf einem Rollenprüfstand festgeschriebenen 494 PS (inklusive vier Prozent Toleranz) wurden überschritten. Auch eine erneute Überprüfung, die von den Sportkommissaren im Rahmen einer Verhandlung auf Wunsch des Teams mit einer veränderten Messmethode angesetzt worden war, ergab nicht die in der BoP vorgeschriebenen Werte. Daraufhin wurde das Team Manthey Racing von den Sportkommissaren im schriftlichen Verfahren disqualifiziert. Der Veranstalter wurde angewiesen, ein neues Ergebnis unter Ausschluss des Teams zu erstellen. Die nachfolgenden Teams rücken auf, sodass sich nun folgende Reihenfolge ergibt:

1. Platz: Audi Sport Team Phoenix (mit Pierre Kaffer, Frank Stippler, Frédéric Vervisch und Dries Vanthoor) auf Audi R8 LMS

2. Platz: Mercedes-AMG Team Black Falcon (mit Maxi Buhk, Hubert Haupt, Thomas Jäger und Luca Stolz) auf Mercedes-AMG GT3

3. Platz: Audi Sport Team Car Collection (Markus Winkelhock, Christopher Haase, Marcel Fässler und René Rast) auf Audi R8 LMS

Das Team Manthey Racing hat die Möglichkeit, gegen die Entscheidung der Sportkommissare in Berufung zu gehen. Im schriftlichen Verfahren der Sportkommissare müsste diese Berufung 96 Stunden nach Erhalt der Entscheidung auf dem Postweg eingelegt werden. Der DMSB würde in diesem Fall eine Berufungsverhandlung voraussichtlich in einigen Wochen festsetzen. Bis dahin bliebe das Ergebnis unter dem Vorbehalt der Berufung.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: 24h-Rennen am Nürburgring 2019

(TV)
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