Kampagne "Darmgesund in Moers" gestartet

Aufklären und für Vorsorge werben : Gemeinsam „Darmgesund in Moers“

In dieser Woche ist die Kampagne „Darmgesund in Moers“ gestartet. Die beiden Kliniken St. Josef und Bethanien, die Facharztpraxis Dr. Purrmann, die Krebsgesellschaft NRW, die Selbsthilfeorganisation ILCO und Schirmherr Bürgermeister Fleischhauer wollen damit sechs Monate für Vorsorge werben, denn: Darmkrebs ist eine der wenigen Tumorerkrankungen, die komplett vermieden werden kann.

Dass drei Konkurrenten auf dem lokalen Gesundheitsmarkt – zwei Kliniken, eine Facharztpraxis – gemeinsam an einem Strang stehen, ist nicht selbstverständlich, aber „an dieser Stelle muss man zusammenstehen“, wie Ralf Engels (Bethanien) und Ralf Nennhaus (St. Josef) für ihre Häuser erklären. Beide Kliniken sind ausgewiesene Kompetenzzentren im Bereich Darmkrebs, ebenso Jochen Purrmanns Praxis. Deshalb, so Christoph Vogt, Chefarzt der Gastroenterologie in St. Josef, dürfe Darm(krebs) nicht länger ein Tabuthema bleiben, und sein Kollege Ralf Jürgen Kubitz vom Bethanien pflichtet ihm bei: „Die Darmkrebs-Vorsorge ist ein Paradebeispiel dafür, wie Vorsorge laufen sollte.“ Nämlich erfolgreich: Darmkrebs lässt sich durch Vorsorge komplett vermeiden. Deswegen soll die Aktion auch Jüngere ansprechen, die sich fit und beschwerdefrei fühlen – dieses Gefühl nämlich, so Kubitz, sei „tückisch“.

Trotz der guten Vorsorge- wie Behandlungsmöglichkeiten ist Darmkrebs nämlich immer noch auf Platz drei der häufigsten Krebserkrankungen bei Männern in Deutschland, bei Frauen sogar auf Platz zwei, wie Margret Schrader von der Krebsgesellschaft NRW erklärt. Das habe mit der Altersstruktur zu tun, auch mit dem Lebensstil. Trotzdem erreiche die Prävention nicht mehr als 25 Prozent der potenziell Betroffen. Angst vor der Diagnose, Sorge um die Beschwerdefreiheit und die Furcht, die Vorsorgeuntersuchung könnte unangenehm sein, halten viel zu viele ab.

„Die Vorsorgeuntersuchung ist wirklich nicht schlimm“, sagt Ralf Kubitz, allenfalls die Vorbereitung könne vielleicht ein bisschen unangenehm sein, „aber man geht mit einem guten, gestärkten Gefühl raus“. „Ich habe Patienten, die machen das ganz ohne Sedierung oder Prämedikation“, berichtet Jochen Purrmann – und wenn Patienten partout keine Koloskopie wollen, können sie auf jeden Fall einen Test auf Blut im Stuhl machen. „Die Stuhltests sind in ihrer Qualität deutlich besser geworden“, so Purrmann. Den Test vom Hausarzt kann jeder bequem zu Hause machen; die Kosten werden von den Krankenkassen bezahlt. Blut im Stuhl kann auf einen Polypen hindeuten. Polypen an sich sind ungefährlich, doch kann sich aus ihnen innerhalb weniger Jahre Krebs entwickeln. Deswegen sei die Vorsorge so wichtig. Wer Polypen rechtzeitig bei einer Darmspiegelung entfernen lässt, ist vor Darmkrebs geschützt, lautet die Botschaft der Kampagne.

30 Veranstaltungen sind bis September geplant; beim Moerser Frühling am kommenden Wochenende präsentiert sich die Kampagne ebenso wie auf Trödel- und Wochenmärkten, wo die Ärzte persönlich vor Ort und für Fragen bereit stehen werden.