Unabhängig und ehrenamtlich: Erste Krebsberatung im Kreis Wesel

Unabhängig und ehrenamtlich : Erste Krebsberatung im Kreis Wesel

In Moers gibt es nun die erste unabhängige, ehrenamtliche Krebsberatung für den Kreis Wesel. Das Bethanien Krankenhaus stellt seine Räumlichkeiten zur Verfügung.

Die Diagnose „Krebs“ sorgt dafür, dass das Leben aus den Fugen gerät. Und auch wenn die Krankenhausbehandlung vorbei ist, leidet die Seele weiter und es bleiben Ängste, Sorgen und Probleme. Angst vor dem Tod, Angst um die Familie, berufliche Fragen, Ärger mit der Krankenkasse - es gibt viele Dinge, die belasten.

Mit der Krebsberatung gibt es nun endlich eine zentrale Anlaufstelle im Kreis Wesel für Betroffene und Angehörige. Ab September bieten Felicitas Kalter und Patrik Jotzo, beide Psycho-Onkologen am Bethanien-Krankenhaus, jeden Dienstag und Donnerstag, 15 bis 17 Uhr, eine Telefonsprechstunde (Tel.: 02841 / 200 20451) an. „Wir wollen die Lücke zwischen stationärer und ambulanter Versorgung schließen und Ansprechpartner für diejenigen sein, die keine direkte psychotherapeutische Hilfe, aber trotzdem Unterstützung brauchen“, erklärt Felicitas Kalter, was die psycho-soziale Beratung leisten soll. Hauptaufgabe sei die Vermittlung an die richtigen Ansprechpartner - diese hätten sich Betroffene bisher selbst mühselig zusammensuchen müssen. „Die Patienten sind mit der Diagnose ohnehin schon hoch belastet, es fehlt an Energie sich durchzufragen. Wir übernehmen an dieser Stelle“, so Patrik Jotzo, der weiß, dass ein „Ich verstehe das Problem und ich weiß, wo Sie Hilfe bekommen“ vieles erleichtern kann.

Neben den beiden Psycho-Onkologen arbeiten sieben weitere Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen für die Krebsberatung. Alle tun dies ehrenamtlich. Denn Gelder für eine derartige Institution gibt es nicht. „Seit 2014 sind wir an diesem Thema dran, alle im Kreis Wesel sind sich einig, dass wir eine Krebsberatung brauchen, aber niemand will es bezahlen“, berichtet Dr. Thomas Voshaar, Ärztlicher Direktor des Bethanien. Dabei sei der Bedarf groß, so groß, dass Patrik Jotzo davon ausgehe, dass die Krebsberatung regelrecht überrannt werde. „Wir hoffen mit der ehrenamtlichen Krebsberatung nun einen Stein ins Rollen zu bringen, so dass politische Beschlüsse zur Finanzierung folgen“, so Voshaar.

Bis es soweit ist, sucht das Team der Krebsberatung noch ehrenamtliche Verstärkung aus den unterschiedlichsten Bereichen - wie Jobcenter, Sozialamt, Pflege, Pädagogik - um sich möglichst breit aufzustellen.

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