: Bis zuletzt selbstbestimmt leben

: Bis zuletzt selbstbestimmt leben

Die meisten Menschen, die an einer unheilbaren Erkrankung leiden, wünschen sich ein würdevolles Leben bis zum Tod in ihrer gewohnten Umgebung und im Kreise ihrer Angehörigen.

Seit sieben Jahren greift hier das Palliativ Netzwerk Niederrhein, welches es als seine Aufgabe sieht, Patientinnen und Patienten bis zum Lebensende ein selbstbestimmtes Leben mit bestmöglicher Lebensqualität zu ermöglichen. „Das Versorgungsgebiet erstreckt sich von Moers, Straelen über Geldern und Xanten bis Kleve und Emmerich. Die Versorgung erfolgt an 365 Tagen, 24 Stunden täglich bei den Patienten zu Hause, in Altenheimen und in Hospizen“, so Heinrich Röwer, Geschäftsführer des Palliativ Netzwerk Niederrhein. Gesellschafter des Netzwerkes sind das St.-Josef-Krankenhaus in Moers und die Karl-Leisner-Klinik in Kleve sowie vier Palliativärzte. Das Netzwerk besteht aus einem Team von ca. 20 Ärzten sowie 90 Pflegekräften aus sechs Pflegediensten, Psychoonkologen, Apotheken, Hospizdiensten und vielen mehr.

„Über 4.000 Patienten haben wir in den letzten sieben Jahren begleitet“, berichtet Dr. Günther Gollan, Sprecher der Palliativärzte. „Allein im Jahr 2018 waren es 1.200 Menschen.“

„Wir wollen den Menschen die Möglichkeit geben noch mal ins häusliche Umfeld zu kommen und ihnen damit den größten Gefallen zu tun, nämlich die Möglichkeit geben, zu Hause bei ihren Angehörigen zu sterben“, so Ralf H. Nennhaus, Geschäftsführer des St. Josef Krankenhaus. „Dabei werden die Patienten nicht nur mit Medikamenten gegen Schmerzen, Luftnot oder Übelkeit versorgt, wir unterstützen auch mit Gesprächen“, erläutert Birgit Kessler, Pflegedienstleiterin des Netzwerks. „In dieser oft schwierigen Zeit fangen wir so nicht nur die Patienten selbst, sondern auch deren Angehörigen auf. Dabei bringen wir viel Zeit mit, was heutzutage auch nicht selbstverständlich ist,“ ergänzt Dr. Günther Klaus Gollan. In den Vorgesprächen werde so nicht nur die individuelle Versorgung und Betreuung besprochen, sondern die Patienten werden auch nach Zielen gefragt, die sie noch haben. „Das können Dinge wie die Goldene Hochzeit oder die Geburt des Enkelkindes sein, die die Patienten noch erleben möchten. Wir tun dann alles, um diese Ziele zu erreichen - oft gelingt dies auch“, so Birgit Kessler. Die Palliativversorgung ist ausdrücklicher Bestandteil der Regelversorgung der gesetzlichen Krankenversicherung und ist somit zuzahlungsfrei. Eine Kostenübernahme bei privaten Krankenversicherungen wird vor der Versorgung geprüft. Die Koordinatorinnen stehen helfend zur Seite und veranlassen alle notwendigen Schritte, damit das Netzwerk für die Patienten tätig werden kann.

Die Kontaktaufnahme erfolgt über das Koordinationsbüro in Issum, Weseler Str. 16 unter Ruf: 02835 /446030 oder über das neu eröffnete Beratungsbüro in Moers, Eurotec Ring 15-19, Ruf: 02841/4808344 sowie über die Anlaufstellen der sechs angeschlossenen Pflegedienste.

Regelmäßig finden auch Veranstaltungen statt. Am 15. Mai lädt das Netzwerk zum Thema „Wenn Sie am Lebensende so sterben möchten, wie Sie gelebt haben...“ ein. Die Veranstaltung findet um 16 Uhr im Forum des Eurotec Looop, Eurotec Ring 15, in Moers statt.

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