Weiter Gegenwind für Verwaltungspläne in Sachen Bücherstube: Forum Lohberg will den Ortskern stärken

Weiter Gegenwind für Verwaltungspläne in Sachen Bücherstube: Forum Lohberg will den Ortskern stärken

Der Vorschlag der Dinslakener Stadtverwaltung, die Bücherstube von ihrem jetzigen Standort im Ledigenheim auf die andere Seite der Hünxer Straße aufs ehemalige Zechengelände zu verfrachten, stößt in Lohberg bisher auf überschaubar viel Gegenliebe.

Nach dem Caritasverband hat sich nun auch Janet Rauch vom Forum Lohberg mit eindeutigen Worten zur Thematik geäußert. Rauch versteht die Beweggründe der Stadtverwaltung nicht und fürchtet, dass der alte Lohberger Ortskern vom "neuen Lohberg" abgehängt wird. "Es ist nicht verständlich, warum viele Ankerpunkte öffentlichen Lebens aus ihrer gewohnten, Jahrzehnte vertrauten Umgebung umsiedeln sollen. Der Teil des Stadtteils, der sich bisher eher abgehängt fühlte, wird es dann tatsächlich und offensichtlich", macht Rauch ihrem Ärger über die Umzugspläne für die Bücherstube Luft.

Da sich eine zeitnahe Stilllegung der viel befahrenen Hünxer Straße nicht abzeichne, müssten besonders, ganz unabhängig von "Alt- und Neu-Lohberg", die Kinder im Mittelpunkt der Überlegungen stehen, findet sie: "Die Hünxer Straße wird nach den Querelen mit der Gemeinde Hünxe noch über Jahre eine deutliche, spürbare und für viel Bewohner unüberwindliche Hürde sein, um auf die 'andere' Seite zu kommen." Durch den Umzug der Bücherstube, so Rauch, würde eine unnötige Situation für Familien mit kleinen Kindern geschaffen. "Derzeit können Eltern ihre Kinder ohne große Sorge alleine losschicken, auf dass diese ihre Freizeit in der Bücherstube verbringen. Dies ist ohne Begleitung auf die andere Seite der Hünxer Straße nicht möglich — viele Grundschulkinder werden diese Selbstständigkeit und Entfaltungsmöglichkeit verlieren." Besonders verärgert zeigt sich Rauch ob der Tatsache, dass all diese Punkte in langen Diskussionen mit den Stadtverantwortlichen bereits diskutiert worden seien. Und viele Menschen des Stadtteils schon in diesen Diskussionen ihre Bedenken deutlich betont hätten. "Dass solche Pläne dann trotzdem vorangetrieben werden, ist schon befremdlich", so Rauch. Es entstünde auf diese Art bei vielen Lohbergern der Eindruck, dass "viele Bekundungen seitens der städtischen Verantwortlichen wohl nur Lippenbekenntnisse sind, und es keinem wirklich ernsthaft darum geht, den Ortskern von Lohberg zu erhalten und zu stärken."

Janet Rauch hofft auf Einsicht bei den Verantwortlichen. Und auf eine gleichwertige, auf Augenhöhe stattfindende Entwicklung des Stadtteils. "Zählt denn nur noch das Prestigeobjekt des neugestalteten Zechengeländes? Über den Slogan 'Lohberg und die Halde werden eins' muss man entweder bitter lächeln oder den Kopf schütteln", schließt das Vorstandsmitglied des Forum Lohberg.

(Niederrhein Verlag GmbH)