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Bosnienhilfe in 2017 - Heribert Hölz zieht Bilanz
Wie Ihre Spende geholfen hat

Bosnienhilfe in 2017 - Heribert Hölz zieht Bilanz: Wie Ihre Spende geholfen hat
Schafe geben Milch, aus Milch macht man Käse... mit dem Schafprojekt kurbelt Heribert Hölz die Hilfe zur Selbsthilfe an. 2017 konnten zehn Schafherden übergeben werden. FOTO: Hölz
Niederrhein. 143.000 Euro wurden 2017 an die Bosnienhilfe gespendet. Heribert Hölz zieht Bilanz und erklärt, wie Ihre Spende helfen konnte. Von Claudia Basener

Vor über 25 Jahren gründete der Neukirchen-Vluyner Heribert Hölz die Bosnienhilfe der Caritas Duisburg. Seitdem kämpft er für die Menschen in dem Land, das immer noch unter den Folgen des Bürgerkrieges leidet und dessen Not beinahe schon in Vergessenheit geraten ist. "Wir haben derzeit ja auch viele andere Probleme", hat Hölz Verständnis. Doch gerade vor diesem Hintergrund freut ihn die "erstaunliche" Spendenbereitschaft der Menschen am Niederrhein und in Duisburg umso mehr.


2017 hat Heribert Hölz die ihm anvertrauten Spendengelder wie folgt verwendet:

1. Mit 30.000 Euro wurde die Suppenküche in Zenica unterstützt. Sie sorgt für 121 warme Mahlzeiten pro Wochentag.
2. 25.000 Euro wurden in der Alten- und Krankenhilfe für zwei Krankenschwestern, die sich um rund 60 Patienten kümmern, Medikamente und Arztbesuche benötigt.
3. Im Rahmen der Familienpatenschaften wurden rund 25.000 Euro gespendet. Das Konzept hinter dem ältesten Projekt der Bosnienhilfe: Mit 25 Euro im Monat unterstützt der Spender mindestens ein Jahr lang eine Familie.
4. Mit 15.000 Euro wurde eine sich in der Gründung befindende Bauerngenossenschaft unterstützt, die brachliegende Ackerflächen in Gornji Vakuf bewirtschaften möchte. Hauptsächlich wurden landwirtschaftliche Geräte angeschafft.
5. 8.000 Euro wurden für das Schafprojekt gespendet. Hier werden kleine Schafherden (fünf Muttertiere, ein Bock) an Kleinbauern übergeben, um die berühmte Hilfe zur Selbsthilfe anzukurbeln. Die Spenden kommen meist von Kindergärten, Kitas und Schulen.
6. Unter dem Posten "Nothilfe" führt Heribert Hölz Beträge, die er bei seinen Bosnienaufenthalten als einmalige Beihilfen verteilt. Hier wurden 12.000 Euro aufgewendet.
7. Hausrenovierungen wurden 2017 mit 6.000 Euro unterstützt.
8. Zwei Schulen bekamen für Renovierungen, Elternbeiträge u.ä. insgesamt 5.000 Euro.
9. In Banja Luca und Sarajevo wurden für 4.000 Euro Medikamente besorgt.
10. Winterhilfe: 5.000 Euro wurde für Holz zum Heizen ausgegeben.
11. 3.000 Euro stehen unter "Verwaltungskosten". Hierzu zählen auch die Fahrtkosten.

138.000 Euro hat Heribert Hölz 2017 also für die Bosnienhilfe ausgegeben, bleibt "ein kleines Polster" von 5.000 Euro.

Wie geht's weiter? Für 2018 hat sich ein neues Projekt aufgetan: eine Suppenküche in Budzak, einem der ärmsten Stadtteile in Banja Luca. Die Sponsoren haben sich zurückgezogen, die Suppenküche steht vor dem Aus. "Und wer ist wieder mal der letzte Rettungsanker? Der Hölz!" Das zeige, was in diesem Land alles schief laufe: "Müsste das nicht der Staat in die Hand nehmen?", fragt der 75-Jährige empört. Doch weil er den Stadtteil gut kenne und wisse, wie wichtig die Institution sei, habe er für 2018 eine finanzielle Unterstützung von 15.000 Euro garantiert.

"Wenn ich nicht fest davon überzeugt wäre, dass dies alles notwendig sei, würde ich es nicht machen", sagt Heribert Hölz über die Bosnienhilfe im Allgemeinen. "Aber wenn ich sehe, wie die Leute dort leben müssen - das ist furchtbar. Da muss man helfen." Im April steht die nächste Fahrt an.

Spendenkonto der Bosnienhilfe: Caritas Duisburg, IBAN: 14 350 500 000 200 104 305, Verwendungszweck: Bosnienhilfe