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Orgelkonzert am Samstagnachmittag in der City
West-östliche Mischung

Orgelkonzert am Samstagnachmittag in der City: West-östliche Mischung
Das ANIM-Ensemble FOTO: Götz Werner
Duisburg. Ein ganz ungewöhnliches und sehr großartiges Programm gibt es bei "Toccata 2", am Samstag, 3. November, um 16 Uhr in der Mercatorhalle: "Orgel plus ... Musik aus Afghanistan"! Von Thomas Warnecke

Die Eule-Orgel in der Mercatorhalle, 2009 eingeweiht und 2016 mit der Halle neu "eröffnet", ist ein ganz außergewöhnliches und in seiner Art in Deutschland einzigartiges Instrument – die Firma Eule wurde dafür 2009 zum "Orgelbauer des Jahres" gekürt. Sie ist nach dem Vorbild englischer Town Hall-Orgeln konzipiert – Orgeln, die in großen Konzertsälen einerseits für Konzerte mit Orchester, aber auch als Orchester-Ersatz gebaut wurden, um einem großen Publikum die Werke der klassischen Musik bekannt zu machen. Zu einem günstigen Preis: Statt einem ganzen Orchester musste ja nur ein Organist bezahlt werden. Zur Stummfilmzeit dienten Town Hall-Orgeln außerdem als Kinoorgeln. Das alles war nur möglich, weil diese eine enorme Bandbreite aufwiesen, sowohl bei der Lautstärke wie bei den Klangfarben.

Und das gilt auch für die Orgel in der Mercatorhalle: 72 Klangfarben können miteinander kombiniert werden; vom kaum hörbaren Pianissimo bis zum raumgreifend mächtigen Tutti reicht die Dynamik. Ihre Vielseitigkeit macht sie ideal kombinierbar mit anderen Instrumenten, und genau darauf setzt Roland Maria Stangier bei "Toccata 2". Stangier kennt die Orgel bestens, er gehört seit 2009 zum Kuratorenteam. Für Toccata 2 tut er sich mit dem Ensemble ANIM aus Afghanistan zusammen. ANIM steht für das Afghanistan National Institute of Music, das die große afghanische Musiktradition in die Welt trägt – was derzeit wahrhaftig keine leichte Aufgabe ist. Doch musikalische und auch sonstige Grenzüberschreitung war im afghanischen Vielvölkerstaat von jeher eine zentrale Mission (und ist es für Musik, sofern sie was taugt, eigentlich immer). Und so klingt die Duisburger Orgel aus dem sächsischen Bautzen am 3. November zusammen mit Rubab, Ghichak, Tabla, Tanbur, Dohl und Tula – Lauten, Streichinstrumenten, Trommeln und Flöten. Ein deutscher Kontrabass kommt auch noch dazu.

Musik ist international und eins der besten Mittel zu Dialog und Völkerverständigung. Duisburg kann sich auf eine spannende, herausragende Begegnung zweier großer Musiktraditionen an der neuen Seidenstraße freuen!

Toccata 2 – Musik aus Afghanistan, Samstag, 3. November, um 16 Uhr in der Mercatorhalle. Karten kosten 8 Euro; freie Platzwahl; Vorverkauf: (0203) 283 62 100.

(Niederrhein Verlag GmbH)