Diese Dinge machen den Hausbau richtig fix

Diese Dinge machen den Hausbau richtig fix
Zeit ist Geld. Und wer auch ohne Fertighaus möglichst schnell in sein Häuschen einziehen will, muss die Dinge eliminieren, die Zeit fressen. FOTO: fotolia.com © Countrypixel
Die schnellste Möglichkeit, um in die eigenen vier Wände zu kommen, ist nach wie vor das Fertighaus – dessen Errichtungszeit von zwei, drei Tagen ist einfach unschlagbar. Aber müssen Stein-auf-Stein-Bauherren deshalb einer Zeitlupen-Baustelle beiwohnen? Mitnichten. Denn auch hier lässt sich durch clevere Detailplanung so manches stark beschleunigen. Schon weil natürlich auch am Bau Zeit gleich Geld ist, sollten Bauherren diesen Faktor nicht aus den Augen verlieren – denn Arbeitslohn ist einer der größten Punkte auf der Endabrechnung. Einige Ideen und Materialien für fixe Häuser zeigt der folgende Artikel.

1. Offene Architektur

Es gibt im Maurerhandwerk einen sogenannten Katalog der Richtwertzeiten. Darin finden sich Näherungswerte darüber, wie lange das Mauern einer bestimmten Fläche mit einer bestimmten Art von Stein dauern sollte. Und das ist selbst bei Profis nicht gerade berauschend und liegt im Bereich weniger Quadratmeter pro Stunde. Und je kleiner die Steine, desto länger dauert es, weil natürlich mehr Zeit darauf verwendet wird, zu überprüfen, ob alles im Lot liegt.

An diesem Punkt sollten Bauherrn sich mal ausrechnen, wie viel Zeit allein dafür aufgewendet werden muss, die Innenräume eines Hauses hochzumauern. Es sind summa summarum einige Tage – die man sich vollkommen sparen kann, wenn man schon bei der Planung darauf achtet, dass es sich um eine offene Architektur handelt. Wo keine Mauern stehen, fallen eben sämtliche zeitaufwändigen Arbeiten weg – und das nicht nur fürs reine Mauern, sondern natürlich auch Verputzen, Anstreichen oder Tapezieren.

Übrigens: Wer richtig viel Wert auf Geschwindigkeit legt, denkt diesen Faktor natürlich weiter. Dann fällt beispielsweise auch schnell der Keller dem Rotstift ebenso zum Opfer wie oft genug weitere Stockwerke – der Bungalow ist in dem Sinne nicht umsonst als schnellstes Bauwerk bekannt.

Eine ganz einfache Rechnung: Wo keine Wände eingeplant werden, muss auch nichts gemauert, verputzt, tapeziert werden. FOTO: fotolia.com © 2mmedia

2. Sandwich-Blechdach

Was die Dacheindeckung anbelangt, gibt es schnelle und langsame Lösung. Die mit Sicherheit langsamste wäre es, auf Schiefer zu setzen. Denn der wird Schindel für Schindel auf die Traglattung genagelt, wo beispielsweise Ziegeldächer einfach nur eingehängt werden. Noch langsamer werden Schieferdächer je nach Stil dadurch, dass der Dachdecker jedes einzelne Teil noch zurichten muss. Das sieht im Video bei der einzelnen Schindel schon langwierig aus. Für ein ganzes Dach braucht es hingegen Tage und man muss bedenken, dass zuvor auch noch die Dämmung aufgebracht werden muss.

Am anderen Ende der Geschwindigkeitsskala liegt das moderne Blechdach. Denn das besteht schon primär aus quadratmetergroßen Platten. Pro Dach müssen also viel weniger Teile verlegt, angepasst und festgeschraubt werden. Zudem steckt die Dämmung bereits in den Sandwichplatten drin, sodass zwei Arbeitsschritte auf einmal gemacht werden. Nicht nur in der Animation ist das blitzschnell, sondern auch "live und in Farbe".

3. Flächige Bodenbeläge

Jeder, der schon mal Klicklaminat verlegt hat, weiß, dass das Werbeversprechen vom superschnell verlegten Boden oft nur das ist, ein Versprechen. In Wahrheit gehen durch das Ausmessen, Zurechtsägen und Anpassen der einzelnen Paneele ungezählte Stunden drauf. Gleiches gilt auch für alle anderen Böden, die aus vielen Einzelteilen zusammengesetzt werden müssen, wobei die Fliesen sicherlich die meiste Zeit benötigen. Schon weil ihr Kleber und die Fugenmasse nicht nur aufgebracht und angeglichen werden wollen, sondern auch aushärten müssen.

Die schnellste Alternative sind weiche, flächige Bodenbeläge. Sei es Teppich, Linoleum oder Kork. Die werden immer auf eine Weise ins Zimmer eingebracht: Ausmessen, zuschneiden, auslegen, ausrichtigen, fertig. Zwei halbwegs talentierte Laien können so in Eigenregie an einem einzigen Tag ihr gesamtes Haus mit Böden versehen, wo man bei anderen Belägen oft schon pro Raum mit weit mehr als einem Tag kalkulieren muss.

Bei flächigen Böden und sauberem Ausmessen lassen sich ganze Räume in weniger als einer Stunde fertigstellen. Das kann kein anderer Belag. FOTO: fotolia.com © New Africa

4. Eigenleistungsverzicht

Viele Ratgeber preisen die sogenannte "Muskelhypothek", also das Übernehmen von Bauarbeiten durch den Bauherrn selbst, als ideales Mittel, um Arbeitslöhne einzusparen. Allerdings ist das oft schon eine wacklige Konstruktion, weil selbst ambitionierte Selbermacher eben nicht so routiniert-hochwertig arbeiten können wie die Profis.

Vollends kippen kann die Rechnung jedoch dadurch, dass Eigenleister für die gleichen Arbeiten meist wesentlich länger brauchen als der Profi. Wo ein ausgebildeter Fliesenleger in einem geraden, unverwinkelten Raum je nach Fliesengröße auf dutzende Quadratmeter pro Arbeitstag kommen kann, sieht es beim Privatmann deutlich schlechter aus. Und das gilt für sämtliche Gewerke.

Darüber wird die Sache mit der Eigenleistung auch wieder zum Rechenexempel: Denn obschon die Handwerkerstunde natürlich viel mehr kostet als die Eigenleisterstunde, kommt man doch häufig mit Profiarbeit nicht so viel teurer weg, weil zahlreiche Anfängerfehler, die man vielleicht selbst begehen würde, wegfallen.

5. Standardware

Es mag vielleicht in Sachen Zeitaufwand egal sein, ob man ein im Baumarkt vorrätiges Fenster einbaut oder eines, das maßangefertigt wurde. Für die Gesamtzeit des Hausbaus spielen solche kleinen Extras jedoch eine sehr große Rolle.

Denn man muss eben immer bedenken, dass alles, was nicht Standardware ist, extra für einen selbst angefertigt werden muss. Auch das gilt unabhängig von den einzelnen Gewerken, zieht sich vom Treppenbelag über die Küchenzeile bis hinauf zu den Dachfenstern. Und Abhilfe kann man schon dadurch schaffen, dass man zuvor dem Architekten konsequent vermittelt, dass er für seine Planungen nur Standard-Abmessungen und -Designs verwendet – das spart natürlich nebenbei auch noch viel Geld für die Anschaffungskosten, denn Maßanfertigungen kosten natürlich auch ein Vielfaches.