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25 Jahre Bosnienhilfe

25 Jahre Bosnienhilfe
Ursula und Heribert Hölz mit zwei ihrer bosnischen Gäste: Slobodan Pesorda und Zeljko Maric. Die Steine zeigen, wo das Ehepaar schon überall war. Für’s Foto rausgesucht haben sie sich passenderweise: Zenica, Sarajevo, Bosnien und Travnik. FOTO: cb
Niederrhein. Seit 25 Jahren leistet der Neukirchen-Vluyner Heribert Hölz mit der Bosnienhilfe der Caritas Duisburg wertvolle Unterstützung. Zum Jubiläum gratulierte eine hochrangige Delegation aus Bosnien. Von Claudia Basener

Kardinal Vinko Puljic musste krankheitsbedingt absagen, aber mit Prof. Tomo Knezevic, (Präsident des Caritasverbandes Bosnien-Herzegowina), Dr. Mirko Simic (Caritaspräsident Sarajevo), Dr. Mile Anicic (Caritasdirektor von Banja Luka), Zeljko Maric (Leiter der Europaschule in Travnik) und Slobodan Pesorda (langjähriger Ehrenamtler der Caritas Sarajevo) kamen nicht nur hochrangige Amtsträger sondern auch langjährige Weggefährten zum Festwochenende, um Heribert Hölz und seiner Frau Ursula für ihre Arbeit zu danken.
Zunächst ging es zum Gottesdienst in die St. Hubertus Gemeinde in Essen-Bergerhausen. Diese Gemeinde unterstützt die Bosnienhilfe seit 22 Jahren. Einen Tag später wurde ein Festgottesdienst in Duisburg-Buchholz, "der Urzelle der Bosnienhilfe", abgehalten. Anschließend traf man sich mit 35 geladenen Gästen zum Austausch.

"Es ist für uns wichtig, dass man sich immer an die Bosnienhilfe wenden kann, wenn man Unterstützung braucht", erklärt Schulleiter Zeljko Maric. Die Bosnienhilfe hatte es ermöglicht, dass die Europaschule in Travnik 1997 wieder in Betrieb genommen werden konnte. Diese hatte lange als Flüchtlingsunterkunft dienen müssen und musste für den Schulbetrieb restauriert werden. Inzwischen hat die Schule wieder 820 Schüler unterschiedlichster Konfessionen, ein Teil wohnt sogar dort. Ohne die Bosnienhilfe, die die Schule bis heute unterstützt, sei dies nicht denkbar, bedankt sich der Schulleiter.

Slobodan Pesorda kennt das Ehepaar Hölz seit 1993, damals arbeitete er ehrenamtlich für die Caritas Sarajevo, die 1992 nach Split ausgelagert wurde. Er hatte zuvor 15 Jahre als Sozialarbeiter in der Bundesrepublik gearbeitet und steht Heribert Hölz auch bei den Ehrengästen als Übersetzer zur Seite. Besonders schätzt er die "kontinuierliche und konkrete Hilfe", die Organisationen mit mehr Geld nicht leisten.

Heribert Hölz gibt das ganze Lob allerdings direkt weiter: "Wir hören häufig 'toll, was ihr da macht'. Aber toll sind die Leute, die es uns mit ihren Spenden überhaupt ermöglichen, zu helfen."
Am Niederrhein ist Heribert Hölz "bekannt wie ein bunter Hund", er steht mit seinem Namen dafür ein, dass die Spenden ankommen. Und daher vertrauen ihm die Menschen.

Das Geld fließt in die vielen Projekte, mit denen Heribert Hölz die berühmte "Hilfe zur Selbsthilfe" ankurbelt. Es werden u.a. Familienpatenschaften übernommen, Schafe für Kleinbauern gekauft, Krankenschwestern und Material für die Alten- und Krankenhilfe bezahlt oder Gebäude instand gesetzt. Hinzu kommt die Unterstützung von verarmten Familien und Einzelpersonen.

Doch das aller wichtigste Projekt in all den Jahren sei "die Marmelade" gewesen. Seit 1993 wurde aus dem Verkauf von selbst gemachter Marmelade eine Suppenküche in Zenica aufgebaut, ein Haus errichtet und zwei weitere instand gesetzt. Ursula Hölz hat, bis sie vor drei Jahren die Produktion einstellen musste, um die 60.000 Gläser produziert. "Dieses Projekt war so wichtig, weil es einmalig war und die Bosnienhilfe so bekannt gemacht hat", erklärt Heribert Hölz, der Mitte Mai seine 86. Bosnienfahrt antreten möchte.

Spendenkonto: Caritas Duisburg, Sparkasse Duisburg, IBAN: DE 14 350 500 000 200 104 305, Stichwort: Bosnienhilfe.