| 14.28 Uhr

MSV verliert das Ruhrderby gegen Bochum mit 0:2
Zebras im Pech

MSV verliert das Ruhrderby gegen Bochum mit 0:2: Zebras im Pech
Die Vorentscheidung: Die MSV-Mauer hebt ab und Sidney Sam (nicht im Bild) trifft flach zum 1:0 für die Bochumer. FOTO: Volker Nagraszus
Duisburg. Der MSV Duisburg hat auch das zweite Spiel der jungen Zweitliga-Saison unglücklich verloren. Im Ruhrderby gegen den VfL Bochum setzte es eine 0:2-Niederlage für die Gruev-Elf. Der MSV Coach ließ zu Beginn Dustin Bomheuer auf der Bank und setzte mit Cauly Souza auf mehr Bewegung im Spiel nach vorne. Clevere Bochumer machte aus zwei Chancen zwei Tore. Von Steffen Penzel

Auch Minuten nach dem Abpfiff hatten sich die aufgeheizten Gemüter noch nicht beruhigt. "Dieser Freistoß-Pfiff war zumindest umstritten. So ein Glück hätte ich auch mal gerne gehabt", stand Fabian Schnellhardt achselzuckend im Spielertunnel. Und auch Gerrit Nauber war bedient: "Der Freistoß war schon sehr glücklich für Bochum. Da frage ich mich schon, ob man den so geben muss." Was war passiert? In Minute 53 klärte Kevin Wolze den Ball an der eigenen Strafraumgrenze im Zweikampf gegen Danilo Soares sauber. Schiedsrichter Christian Dingert sah das jedoch anders und entschied auf Freistoß für den VfL. Die Aufgabe übernahm Sidney Sam - und traf etwas glücklich unter der Mauer hindurch zum 1:0 für die Gäste aus Bochum. Daniel Davari war noch mit den Fingerspitzen dran, schaffte es aber nicht mehr, den Ball von der Linie zu kratzen. "Ich habe den Ball leider etwas zu spät gesehen", so der MSV-Keeper.

Spätestens jetzt war Dingert natürlich der Buhmann. Aber auch ohne das Zutun des Unparteiischen durften die Gästefans im mit 22.000 Zuschauern gut besetzten MSV-Stadion jubeln. In Minute 64. kam Joker Silvere Ganvoula vollkommen unbedrängt im MSV-Strafraum zum Kopfball - und nickt eiskalt zur Vorentscheidung ein. "Da standen wir nicht gut. Die Zuordnung bei der Flanke stimmte einfach nicht. Wir wollten Mann gegen Mann stehen - das hat leider nicht so gut geklappt", suchte Gerrit Nauber gar nicht erst nach Ausreden.

Der MSV rannte nun weiter wütend gegen die drohende Pleite an - die Bochumer standen tief und blieben eiskalt. Wobei, nicht alle Bochumer. Der Ex-Schalker Sidney Sam ließ sich in Minute 67 von Kevin Wolze provozieren, schubste den MSV-Kapitän beiseite und durfte folgerichtig vorzeitig duschen gehen. Aus der Überzahl konnte der weiter tapfer kämpfende MSV aber kein Kapital schlagen. Und so blieb es am Ende beim aus MSV unglücklichen, aber eben auch nicht gänzlich unverdienten 2:0 für clevere Bochumer.

Vor dem Führungstreffer hatten sich beide Teams größtenteils egalisiert, auch wenn sich die Hausherren optische Vorteile und einige gute Möglichkeiten herausspielten. "Bochum hat eine ganz starke Spielanlage", warnte Kevin Wolze vor dem Anpfiff. Der MSV schaffte es, dass davon nicht wirklich viel zu sehen war. Zwei Chancen und eben zwei Tore standen am Ende auf der Habenseite der effektiven Gäste. Nauber: "Uns hat einfach das Glück gefehlt. Wir hatten auch viele Abpraller im Strafraum, die wir nicht gut getroffen haben. Vor und nach dem 1:0 haben wir uns viel rausgespielt." Kaufen können sich Wolze&Co. davon aber nichts: Am Ende fehlte den Gastgebern gegen abgebrühte aber keinesfalls überlegene Bochumer einfach das Quäntchen Glück. "Viel Aufwand, leider wenig Ertrag. Das war schon sehr unglücklich, aber ich kommentiere die Schiedsrichterentscheidungen grundsätzlich nicht", schloss Ilia Gruev nach dem Schlusspfiff.

Am Samstagnachmittag, 15.30 Uhr,  haben die Zebras die nächste Chance auf das erste Erfolgserlebnis der Saison. Dann geht es in der ersten Runde des DFB-Pokal zum Außenseiter nach Dassendorf.