| 19.29 Uhr

MSV siegt 3:2 gegen Karlsruhe und probiert viel aus
Zebras bleiben weiter ungeschlagen

Sieg im Testspiel gegen Karlsruhe: 3:2 gegen den KSC
Sieg im Testspiel gegen Karlsruhe: 3:2 gegen den KSC
Angerberg. Mit der Aussagekraft von Testspielen ist das ja so eine Sache. Ivo Grlic pflegt immer gerne zu sagen: "Ich habe als Spieler schon alle Testspiele in der Vorbereitung gewonnen und dann trotzdem eine Niederlage zum Saisonstart kassiert. Und umgekehrt. Von daher sollte man die Ergebnisse aus den Testspielen mal nicht überbewerten." Aber, und das weiß natürlich auch der Manager, so ein Testspiel bietet immer viele Möglichkeiten Formationen zu testen und sorgt zudem für reichlich Erkenntnisse. Von Steffen Penzel

Eine dieser Erkenntnisse nach dem heutigen 3:2-Sieg des MSV Duisburg gegen den Zweitliga-Absteiger Karlsruher SC im österreichischen Angerberg ist: Das neue zentrale Mittelfeld mit Neuzugang Lukas Fröde und Fabian Schnellhardt scheint richtig gut zu funktionieren. "Ja, das haben sie schon gut gemacht. Aber wir standen auch insgesamt enger und kompakter in der ersten Halbzeit und hatten gute Abstände zwischen den Positionen. Da war es einfacher, Zweikämpfe zu führen und gefährlich nach vorne zu spielen", analysierte Trainer Ilia Gruev nach dem Schlusspfiff. Gruev schickte, Mark Flekken im Tor ausgenommen, zwei komplett unterschiedliche Formationen pro Halbzeit ins Spiel. Und, der Anzug aus Hälfte eins mit Dustin Bomheuer und Branimir Bajic in der Innenverteidigung, Dan-Patrick Poggenberg und Tugrul Erat auf den defensiven Außenbahnen, Fabian Schnellhardt und Lukas Fröde im zentralen Mittelfeld, Ahmet Engin und Moritz Stoppelkamp als offensive Außen sowie Simon Brandstetter und Kingsley Onuegbu ganz vorne schien besser zu passen. Denn in Halbzeit eins drückten die Zebras die Karlsruher in ihre Hälfte, kombinierten stark, kamen zu schön herausgespielten Chancen und ließen dabei selber ziemlich wenig zu. Der Gegentreffer kurz vor dem Halbzeitpfiff fiel nach einem Standard und anschließendem Gewühl vor dem Flekken-Kasten wie aus dem Nichts – bis dahin hatte der KSC genau eine einzige Chance. Und auch Gegentor Nummer zwei fiel nach Standard und eigenem Fehler plus anschließendem Durcheinander. "Beides ärgerliche Gegentore", befand Gruev, der all seinen 21 eingesetzten Spielern ein gutes Zeugnis ausstellte. "Wir haben das ganze Spiel über Tempo und Konzentration hoch gehalten. Und das, obwohl die Jungs müde waren und die Karlsruher wegen dem früheren Ligastart in der Vorbereitung schon eine Woche weiter sind."  

Richtig gut lief es in Halbzeit im Spiel nach vorne. Moritz Stoppelkamp zeigte mit viel Power und Übersicht, warum er ein wichtiger Baustein im neuen MSV-Konstrukt werden kann. Schon nach sechs Zeigerumdrehungen gab es Jubel beim zahlreichen Zebra-Anhang im schmucken Angerberger "Stadion". Fabian Schnellhardt hatte den Ball im Mittelfeld erobert und dann unnachahmlich seine Gegenspieler umkurvt. Kingsley Onuegbu brauchte dann nur noch zum 1:0 einschieben. In Minute 18 stand es schon 2:0 für den MSV. Tugrul Erat hatte über Rechts Simon Brandstetter mustergültig bedient, der trocken abschloss. Das dritte MSV-Tor erzielte Enis Hajri in der zweiten Hälfte nach Wolze-Ecke per Kopf. Als sehr ordentlich kann man auch die Leistung von Gerrit Nauber und Thomas Blomeyer in der Innenverteidigung in der zweiten Hälfte bezeichnen. Probleme im Spielaufbau gab es dagegen beim Mittelfeld-Duo  Enis Hajri und  Baris Özbek. Eine weitere Erkenntnis: Auch die linke Seite mit Kevin Wolze und Cauly Souza funktionierte gut. Für Nico Klotz lief Andy Wiegel in Halbzeit zwei hinten rechts auf. "Aber", gestand auch der Coach ein, "ich sehe Andy natürlich eigentlich eher offensiver." Vorne ackerten Borys Tashchy und Stanislav Iljutcenko fleißig, viele Möglichkeiten, sich im Abschluss auszuzeichnen, gab es für die beiden aber nicht. Nicht mit dabei waren Nico Klotz, der die Hochzeit seiner Schwester feierte, und Tim Albutat, der mit Sprunggelenksproblemen gerade pausieren muss.