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Lukas Fröde gibt sich selbstkritisch, aber auch zuversichtlich:
"Wir haben gezeigt, was wir können"

Lukas Fröde gibt sich selbstkritisch, aber auch zuversichtlich:: "Wir haben gezeigt, was wir können"
FOTO: Penzel
Almancil. Lukas Fröde kann sich noch sehr gut an die 2018er-Ausgabe des Winter-Trainingslagers in Portugal erinnern. "Da war die Ausgangslage eine ganz andere, da hatten wir die doppelte Punktzahl im Vergleich zu heute", denkt Fröde zurück. Statt wie vor zwölf Monaten im oberen Tabellendrittel, steckt der MSV aktuell mitten im Abstiegskampf. "Klar, das ist schon deutlich unangenehmer", so Fröde. Von Steffen Penzel

Sein Team hätte sich da in eine prekäre Situation manövriert. Warum? Das kann der Mittelfeldspieler auch nicht so recht erklären. "Klar hatten wir uns das auch anders vorgestellt." Vielleicht habe man Fehler gemacht, vielleicht sei man sich wegen der Vorsaison ein wenig zu sicher gewesen. "Aber das ist immer schwierig zu messen."

Es gäbe immer viele Dinge, die da zusammenkämen. Vielleicht waren es die ein zwei Prozent, die nach einer starken Vorsaison und einem rundum positiven Sommertrainingslager in Sachen Fokussierung zu Saisonbeginn gefehlt haben. Vielleicht war es aber auch einfach nur das Pech, das den MSV zu Saisonbeginn verfolgte. "Wir hatten ja auch zu Beginn gute Spiele, so wie das gegen Bochum, das wir ganz unglücklich verloren haben. Und da gab es einige von." Irgendwann bekäme das Ganze natürlich einen ganz negativen Drive. "Und dann sinkt das Selbstvertrauen und man fängt an, über alles nachzudenken. Das ist dann wie ein Strudel, aus dem man nicht so leicht rauskommt."

Das Ärgerlichste aus Sicht von Fröde: Nach acht Spielen und zwei Punkten war das Team am Boden. Dann kam Lieberknecht und ein Zwischenhoch, beginnend mit dem Sieg in Köln. "Da haben wir gezeigt, was in uns steckt. Da hat man gesehen, was möglich ist." Der anschließende Rückfall und das Verspielen der guten Ausgangslage auf der Zielgeraden der Hinrunde schlägt Fröde aber immer noch auf den Magen: "Dass wir es nicht geschafft haben, die erarbeitete Position zu halten, wir den Vorteil verspielt haben - das müssen wir uns vorwerfen lassen."

Das Gute am Schlechten an der jetzigen Situation: "Wir haben gezeigt, dass wir es können, und wir wissen, dass es in uns steckt. Wir haben jetzt die Möglichkeit, das alles wieder hinzubekommen und es besser als in der Hinrunde zu machen. Wir nutzen die Zeit hier so intensiv es geht und probieren, die Stärken in den Vordergrund zu stellen und nicht so viel an die Schwächen zu denken."

Die Krise des MSV zum Schluss der Hinrunde ging einher mit der Krise des so wichtigen Mannes in der Schaltzentrale. Klar, Lukas Fröde wisse auch, dass er es hätte besser machen können und müssen. "Das lief nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe."  Er sei aber nun mal auch keine Maschine, die "400 Spiele am Stück auf Top-Niveau" abliefern könne. Das Ganze werde zunehmend zur Kopfsache. "Wenn man zu viel nachdenkt, hat man Ballast." Mal eben so den Schalter umlegen sei auch nicht so einfach. "Und es war auch nicht alles so schlecht, wie es manchmal gemacht wurde." Er selber sei ein selbstkritischer Zeitgenosse, der die Kritik annehme. Und der auch die Degradierung durch seinen Coach gegen Dresden nach zwei schwachen Spielen nachvollziehen und akzeptieren konnte. "Ich konnte die Entscheidung schon verstehen. Der Mannschaftsgeist steht immer im Vordergrund. Ich habe dann von der Bank aus probiert, der Mannschaft zu helfen und mir gesagt, dass ich im neuen Jahr wieder angreife. Aus solchen Phasen kann man viel lernen. Wenn man da über positive Erlebnisse rauskommt, geht man gestärkt daraus hervor."   

So langsam aber sicher wandert der Fokus in Richtung VfL Bochum. Da tritt der MSV zum ersten Spiel nach der Winterpause am 29. Januar an. "Wir haben aus dem Vorjahr gute Erinnerungen an Bochum. Aber klar, es wird schwierig. Ich hoffe, dass wir die Fans im Rücken haben, schnell in die Spur finden und mit einem Erfolgserlebnis starten werden."