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Kevin Wolze im Stadt-Panorama-Gespräch
Reif, abgeklärt, zuversichtlich

Kevin Wolze im Stadt-Panorama-Gespräch: Reif, abgeklärt, zuversichtlich
FOTO: Laskowski
Almancil/Portugal. Seit Montag ist der MSV Duisburg im Trainingslager unter der Sonne Portugals. Wobei die sich am heutigen Dienstag ziemlich rar gemacht hat. Aber auch Dauerregen und tief hängende Wolken haben der guten Stimmung im Team nichts anhaben können. Wir haben mit Kapitän Kevin Wolze über das Trainingslager, die Hinrunde, die anstehenden Spiele und sein persönliches Leistungshoch gesprochen. Von Steffen Penzel

Kevin Wolze sitzt gut gelaunt im Foyer des Ria Park Hotels. Auch der gegen die Panoramafenster prasselnde Dauerregen verdirbt ihm die Stimmung nicht. "Das bisschen Regen stört uns nicht. Und es ist ja morgen auch schon wieder vorbei." Wolze, seit 2011 beim MSV und damit zweit dienstältester Profi hinter Branimir Bajic, hat schon so einige Wetterkapriolen während der MSV-Trainingslager mitgemacht. "In der Türkei hat es manchmal so doll geregnet, dass die Plätze danach hinüber waren. Und da war es im Schnitt auch viel kälter", erinnert er sich. Überhaupt sei es ein großer Luxus, dass seine Zebras unter besten Bedingungen in Süd-Portugal trainieren dürften. "Das Wetter ist gut hier, das Essen im Hotel absolut top, der Weg zum Platz kurz, alles bestens also."
So, wie die Duisburger im Vorjahr an der Algarve den Grundstein zur erfolgreichen Rückrunde inklusive Aufstieg gelegt haben, so soll hier diesmal die Basis für den Klassenerhalt in Liga 2 gelegt werden. Viel, meint Wolze, müsse sein Team dafür gegenüber der Hinrunde gar nicht ändern. "Wir sind sehr zufrieden mit der Hinrunde." Und das auf mehreren Ebenen: Denn der Wechsel des Spielstils weg vom bedingungslosen Angriffsfußball hin zum kompakten, disziplinierten, defensivorientierten Spiel nach dem Straßenbahnderby in Düsseldorf sei schon eine Herausforderung gewesen. "Da kam uns die Länderspielpause zugute. Und, dass es dann ja auch schnell gegriffen hat." So hätten alle Spieler sofort gemerkt, dass sich der zusätzliche Aufwand lohne. "Uns war schnell klar, dass es uns weiter bringen wird. Und so haben alle auch gut mitgezogen." Es sei ja auch nicht so, dass der MSV nach dem Fortuna-Spiel das Spiel nach vorne eingestellt habe. Gerade in den letzten sieben, acht Ligaspielen - Regensburg mal ausgeklammert - habe seine Mannschaft auch spielerisch einen großen Schritt nach vorne getan, so Wolze.

Gewonnen sei in dieser engen Liga aber natürlich noch gar nichts. "Wir dürfen uns nicht ausruhen und werden noch reichlich Punkte brauchen um sicher zu sein." Würzburg dient allen beim MSV als mahnendes Beispiel. Und auch die Gegner werden den MSV in der Rückrunde anders wahrnehmen und sich noch besser auf die Zebras einstellen. Trotzdem: Das Prinzip sei laut Wolze eigentlich ein ganz einfaches: "Wir müssen nur so weiter machen wie bisher - auch wenn das natürlich leichter gesagt als getan ist." Ein guter Start sei wichtig, findet Wolze, der aber auch weiß, dass es zum Auftakt in Bochum gleich ganz schwer werde. Schließlich sei der VfL "eines der spielstärksten Teams" dieser Liga. "Die sind viel besser als es die Tabelle aussagt."

Sein ganz persönliches Fazit nach der Hinrunde fällt auch ziemlich positiv aus. Zurecht übrigens, denn Wolzes Spiel wirkt noch viel abgeklärter, souveräner und reifer als in der Vergangenheit. "Ja, es lief richtig gut für mich", freut sich der 27-Jährige, der auch zu wissen glaubt, warum das so ist. "Ich habe mich im Spiel und persönlich entwickelt, bin einfach reifer geworden und nicht mehr so ungestüm wie früher." Auch das Kapitänsamt habe ihm gut getan. "Das Amt ehrt mich. Und ich bin mir meiner Verantwortung bewusst." Ginge es nach Wolze, dessen Vertrag 2019 ausläuft, bleibt er noch lange ein Zebra. "Hier kenne ich mich aus, hier fühle ich mich wohl. Wieso sollte ich dann woanders hingehen?"