| 16.52 Uhr

Packende Punkteteilung

Packende Punkteteilung
Borys Tashchy dreht jubelnd ab nach seinem ersten Saisontor. FOTO: Volker Nagraszus
Wedau. Bei der Heimspielpremiere hat der MSV Duisburg nach einer starken ersten Halbzeit 1:1 (1:0) gegen den VfL Bochum gespielt. In der zweiten Hälfte ließen Kraft und Konzentration nach, doch es war ein Revierderby auf Augenhöhe. Von Thomas Warnecke

Nur eine Veränderung gegenüber Dresden – Ilia Gruev brachte Enis Hajri für den gesperrten Lukas Fröde. Ansonsten zeigte der MSV auch bei seinem Heimdebüt, dass er in Liga zwei mitspielen will. Das klappte auch gleich richtig gut: In der siebten Minute legte Simon Brandstetter im Fallen ab, Borys Tashchy schoss volley, Innenpfosten, Tor! Die Gäste aus Bochum in zweifelhaften orangenen Trikots wirkten konsterniert.

In der Folge dominierten die Zebras über weite Strecken. Früh wurden Bochumer Aufbauversuche gestört, Zweikämpfe gewonnen, meist über Fabian Schnellhardt ging's schnell nach vorne, und vor allem Kevin Wolze und Moritz Stoppelkamp lieferten über links regelmäßig schöne Kopfballvorlagen für Simon Brandstetter, der sich immer wieder durchsetzen konnte, wenn auch ohne Torerfolg. Erst etwa ab der 30. Minute erhöhte Bochum den Druck, doch die wieder starke Innenverteidigung mit Dustin Bomheuer und vor allem Gerrit Nauber ließ wenig zu, gefährlich wurde es am ehesten nach Standards. Mit der nicht unverdienten Duisburger Führung ging's in die Pause.

"Vor allem in der ersten Halbzeit sind wir ein sehr hohes Tempo gegangen. Wenn wir dieses Tempo halten können, stimmen auch die Ergebnisse", sagte Bomheuer nach dem Spiel. Denn diesmal stimmte das Ergebnis aus Duisburger Sicht noch nicht. Direkt nach Wiederanpfiff wurden die Zebras kalt erwischt. Der eingewechselte Jannik Bandowski hängte Hajri im Strafraum ab und glich aus (47.). Auf einmal wirkten die Beine schwer beim MSV, die Mannschaft verunsichert. Pässen wurde nicht mehr entgegengangen, die Bewegung hinten raus ging nur schleppend, ein ums andere Mal war ein Bochumer schneller. Die Zebras mussten jetzt beißen, um das Unentschieden zu halten. In der Schlussviertelstunde wurde es dann wieder offener, der Aufstiegsaspirant aus Bochum spielte weiter auf Sieg, aber dem MSV gelangen mit dem für Brandstetter eingewechselten Kingsley Onuegbu wieder häufiger Angriffe. Am Ende blieb es beim gerechten 1:1; 22.893 Zuschauer – es hätten ruhig noch mehr sein dürfen – haben ein packendes, intensives Revierderby gesehen.

"Die ersten beiden Spiele haben gezeigt, dass wir nicht lange gebraucht haben, um uns an die zweite Liga anzupassen", befand Ilia Gruev. "Wir sind im Vergleich zur dritten Liga spielerisch deutlich besser geworden." Gästetrainer Ismail Atalan, in der letzten Saison noch Gerrit Naubers Coach bei den Sportfreunden Lotte, lobte die Stimmung und das Spiel: "Man muss beiden Mannschaften ein Kompliment machen, beide wollten das Spiel gewinnen. Das hat einfach Spaß gemacht."

(Niederrhein Verlag GmbH)