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Moritz Stoppelkamp - ein "Junge aus dem Pott"
Nach Hause gekommen

Moritz Stoppelkamp - ein "Junge aus dem Pott": Nach Hause gekommen
Moritz Stoppelkamp vor dem Spielerhotel im österreichischen St. Johann. Fotos (2): Penzel
St. Johann. Moritz Stoppelkamp hat in seinem Fußballerleben schon so einiges erlebt. Der 30-Jährige, in Buchholz zum Fußballer ausgebildet, spielte in der Jugend für den MSV, für Fortuna Düsseldorf und Rot-Weiß Essen. Im Seniorenbereich lief er für Erfurt, RWE, RW Oberhausen, 1860 München, und für Hannover und Paderborn in der Bundesliga, auf. 2011 erzielte er im Paderborn-Trikot das geschichtsträchtige 82,3-Meter-Tor. Zuletzt stieg er mit dem Karlsruher SC aus der 2. Liga ab. Jetzt schließt sich der Kreis für den "Duisburger Jung", der in all den Jahren seinen Lebensmittelpunkt im Duisburger Süden immer behalten hat. Von Steffen Penzel

"Ich bin halt ein Junge aus dem Pott. Und ich wollte auch nie aus Duisburg wegziehen, egal, wo ich Fußball gespielt habe", erzählt der MSV-Neuzugang im Foyer des LTI Hotel Kaiserfels in St. Johann. Seine Eltern wohnen in Buchholz, er in Großenbaum. "Ich hab bei all meinen Stationen gesagt", schmunzelt der Offensivspieler, "dass Duisburg einfach eine schöne Stadt ist- auch wenn die Leute in München mir das nicht so wirklich glauben wollten und eher entsetzt reagiert haben." Bis zur B-Jugend trug"Stoppel" das Zebra-Trikot. Und auch nach seinem Wechsel war er den Meiderichern als Fan treu, stand mit seinem Vater regelmäßig in der Kurve und feuerte Bachirou Salou & Co ,beim DFB-Pokalfinale 1998 im Stadion an.

In all den Profijahren hat es mit einem Engagement beim MSV nie geklappt, aber jetzt schließt sich für Stoppelkamp der Kreis. Beim KSC hatte er nur einen Vertrag für die 2. Liga. Durch den Abstieg war er nun zu haben. Am Ende entschied er sich gegen die Angebote anderer Zweitligisten und ausländischer Clubs und für seinen Heimatverein. "Mir war klar, dass ich irgendwann wieder komme. Die Situation war jetzt da und es hat einfach gepasst."Er vermeidet ein Versprechen für die Ewigkeit - "dafür bin ich auch gar nicht der Typ" - aber er hofft auf eine langfristige Bindung an seinen Heimatverein. "Ich will definitiv nicht nach einem Jahr wieder weg, aber ich jetzt auch keine drei, vier Jahren voraus. Wichtig ist erstmal nur, dass wir diese Saison Erfolg haben."

Moritz Stoppelkamp und sein Offensivkollege Kingsley Onuegbu warten auf dem Scheffauer Trainingsplatz auf Anweisungen vom Trainerstab.

Seine jetzigen Teamkollegen hat er auch in der Vergangenheit stets im Auge gehabt. Der Aufstieg der Zebras in der vergangenen Saison hat ihm dabei besonders imponiert. "Das war schon beachtenswert, wie souverän sie sich in dieser engen und harten Liga durchgesetzt haben." Das große Plus seiner neuen Mannschaft hat er dabei auch schon ausgemacht: "Die mannschaftliche Geschlossenheit, das Eingespieltsein - das ist unser großer Vorteil gegenüber der Konkurrenz."

Mit wem genau der MSV um den Ligaverbleib konkurriert, kann auch Stoppelkamp noch nicht beurteilen. Nur so viel: "Die Liga ist ausgeglichener denn je, alles ist möglich." Vorne würden wohl Ingolstadt, Braunschweig und Union Berlin die besten Karten haben, dahinter sei alles möglich. Nach drei Abstiegen in Folge, will der Offensivmann, der seine Stärken im Eins-gegen-Eins, seiner Mannschaftsdienlichkeit und in seinen Läufen in die Tiefe sieht, diese Saison seinen persönlichen sportlichen Trend umkehren. "Ein guter Start ist wichtig. Wir sollten die Aufstiegseuphorie mitnehmen." Und dann zählen Grundtugenden. "Wir werden alles reinhauen, was wir haben, werden nie locker lassen und immer 100 Prozent geben."

(Niederrhein Verlag GmbH)