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MSV läuft Nürnberg ins Messer

MSV läuft Nürnberg ins Messer
Applaus für die Fans, die den MSV 90 Minuten trotz des ernüchternden Ergebnisses toll unterstützten. FOTO: Nagraszus
Duisburg. Der MSV spielt gegen starke und abgezockte Nürnberger eigentlich auf Augenhöhe. Im Unterschied zum Gastgeber nutzen die Franken ihre guten Torchancen aber. Am Ende steht ein verrücktes 1:6 aus Duisburger Sicht. Von Steffen Penzel

Mit der breiten Brust ist das so eine Sache. Sie kann beflügeln, Dinge einfacher werden lassen, für den Extraschub sorgen, den es braucht, um starken Gegnern erfolgreich die Stirn zu bieten. Sie kann aber auch eine Fußballmannschaft zu Dingen verleiten. So geschehen im Spiel der Zebras gegen Nürnberg. 18.000 Zuschauer im eigenen Stadion, bestes Fußballwetter und der Rückenwind aus dem Bielefeld-Spiel. Der MSV wollte seinen Fans richtig was bieten. Duisburg begann stark und war spielerisch den Franken mindestens ebenbürtig. Die Gäste aber waren abgezockter. Zwei Mal wurde Werner geschickt, zwei Mal legte er klug auf Mikael Ishak ab, der wenig Mühe hatte einzunetzen. 0:2 stand es also nach 25 Minuten aus Sicht der Hausherren. Für die Zebras aber noch lange kein Grund die Flinte ins Korn zu werfen.

Der MSV rannte weiter an, spielte weiter mit unerschütterlicher Moral und der weiterhin breiten Brust aufs Tor des starken Thorsten Kirschbaum. Die zwei Probleme dabei: Trotz bester Gelegenheiten erzielten die Meidericher keine Tore. Und: Sie ließen in ihrem Offensivdrang den Gästen reichlich Räume, welche die im Stile einer abgezockten Spitzenmannschaft mit Kusshand annahmen. Und so wurde der MSV vom FCN abgekocht und filetiert - im Prinzip ähnlich, wie es der MSV in der Vorwoche beim 4:0 mit den Bielefeldern gemacht hat.

Moritz Stoppelkamp zeigte wieder ein enormes Pensum. Er alleine hätte wohl fünf Treffer für den MSV erzielen können. Am Ende blieb es bei einem, den er kurz vor Schluss per Handelfmeter erzielte. In allen anderen Situationen scheiterte er an Kirschbaum oder dem Pfosten. Und auch Stanislav Iljutcenko hatte seine Möglichkeiten, kam aber ebenfalls nicht am FCN-Keeper vorbei.

Wie es besser funktioniert, demonstrierten die Gäste. Der nach der Pause aus der Defensive in den Sturm beorderte Eduard Löwen zeigte Stürmerqualitäten und schenkte dem MSV in den Minuten 51 und 76 zwei schöne Tore ein. Dazwischen durfte Ishak auch noch seinen dritten Treffer erzielen - eben weil die Hausherren nicht gut standen und es verpassten, die Niederlage so weit es geht im Rahmen zu halten. Nach dem Stoppelkamp-Elfer sorgte Cedric Teuchert für den Endstand.

Jetzt gilt es, Maß zu bewahren. Was letzte Woche gut war, kann nicht automatisch sieben Tage später schlecht sein. Das sah auch Trainer Ilia Gruev bereits vor der Partie so: „Wir bewerten die Ergebnisse nüchtern und sachlich und können unsere Leistungen ganz gut einordnen - ohne abzuheben oder alles sofort schlecht zu reden.“ Und genau das sollte der Weg sein: eine nüchterne und sachliche Analyse. Der MSV wird seine Lehren aus der Niederlage ziehen. Eine ist: Die 2. Liga ist gnadenloser als die dritte...

(Niederrhein Verlag GmbH)