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MSV kommt zweimal zurück

MSV kommt zweimal zurück
Drin das Ding: Tom Schütz zirkelt den Ball zur 1:0-Gästeführung an der MSV-Mauer vorbei ins Tor. Fotos (2): Volker Nagraszus
Duisburg. Wenn der MSV Duisburg und Arminia Bielefeld in dieser Saison aufeinander treffen, ist Spektakel garantiert. Wie schon im Hinspiel beim 4:0 aus Duisburger Sicht gab es auch beim Rückspiel vier Treffer – nur diesmal waren sie anders verteilt. 2:2 endeten rassige, intensive und ereignisreiche 90 Minuten in Duisburg. Von Steffen Penzel

Moritz Stoppelkamps Fazit nach Spielende fiel „durchwachsen“ aus. „Ich weiß nicht so richtig, wie ich das Ergebnis bewerten soll. Eigentlich wollten wir heute unbedingt gewinnen.“ Ein Fazit, dass auch Ausdruck des neuen Duisburger Anspruchsdenkens ist. 34 Punkte haben die Zebras nach dem Remis auf der Habenseite. Sechs Punkte nur noch, dann ist das große Ziel Klassenerhalt wohl erreicht. „Aber“, warnt Stoppelkamp, „das sind noch sechs Punkte, die wir uns hart erarbeiten müssen.“ Die Sorge, dass bei den Zebras jemand abheben könnte, zerstreut Stoppelkamp. „Von uns wird jetzt keiner arrogant und nimmt das alles für selbstverständlich. Wenn wir die 40 Punkte erreicht haben, können wir weiter sehen.“ Auch MSV-Coach Ilia Gruev konnte mit dem Punkt – „ein weiterer auf dem Weg zu unserem großen Ziel“- gut leben.

Zum Spiel: In der ersten Halbzeit tat sich auf neuem Geläuf in der schauinsland-reisen-arena zunächst nicht viel. Beide Teams spielten taktisch diszipliniert und geduldig ihren Streifen runter. Der MSV hatte zwar mehr vom Spiel, es dauerte aber bis zur 28. Minute, ehe es zwingend wurde. Gleich drei Mal hatten die MSV-Anhänger den Torjubel auf den Lippen: Erst scheiterte Moritz Stoppelkamp aus spitzem Winkel am reaktionsschnellen Stefan Ortega im Bielefelder Kasten. Dann wurde es heiß: Kevin Wolze zog aus guter Position von der Strafraumgrenze knapp vorbei, direkt im Anschluss bewahrte erneut Ortega sein Team mit einem Monster-Reflex gegen Stanislav Iljutcenko vor dem Rückstand.

Das Spiel nahm jetzt zusehends an Fahrt auf. In der 40. Minute dann großer Jubel bei den über 2000 mitgereisten Arminia-Fans. Tom Schütz war es, der einen Freistoß aus 18 Metern platziert ins linke untere Eck schlenzte und Mark Flekken keine Chance ließ.

In Hälfte zwei kamen die Bielefelder zwar mit breiterer Brust aus der Kabine, gejubelt wurde aber auf Duisburger Seite. Borys Taschy war es in Minute 52., der sich den Ball nach Stoppelkamp-Pass an der Strafraumgrenze geschickt auf Links legte und Ortega mit einem präzisen Flachschuss keine Chance ließ. Jetzt waren die Zebras wieder in der Partie und drückten aufs Gas. Iljutcenko (54.) hatte für die Hausherren den Führungstreffer auf dem Fuß, doch gejubelt wurde 13 Minuten später wieder auf der anderen Seite als Patrick Weihrauch nach schöner Vorarbeit am langen Pfosten zum 2:1 ins leere MSV-Tor einschob. Bielefeld wollte jetzt die Vorentscheidung, scheiterte aber zwei Mal aus bester Position. „Da hätten wir den Sack unbedingt zu machen müssen“, monierte Arminen-Trainer Jeff . Dann war es an der Zeit für den großen Auftritt von Kevin Wolze. Wie schon gegen Heidenheim entschied sich

der Kapitän für einen Volley-Schuss aus gut 20 Metern – wieder schlug das Leder Tor des Monats verdächtig im Winkel des Gästetors ein (72.).

(Niederrhein Verlag GmbH)