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MSV kann mit dem 1:1 leben

MSV kann mit dem 1:1 leben
Erst Jubel, dann Ernüchterung: Ilia Gruevs MSV spielte 1:1 in Halle. FOTO: Nagraszus
Halle. Der MSV kommt beim Halleschen FC nach turbulentem Spiel nicht über ein 1:1-Remis hinaus - und ist gar nicht unzufrieden damit. Von Steffen Penzel

Experimente bei der Aufstellung gab es nicht. Tim Albutat war zwar wieder im Kader, fand sich aber bis kurz vor Schluss nur auf der Ersatzbank wieder. Ansonsten schickte Ilia Gruev genau die Startelf ins Rennen, die auch beim Heimsieg gegen Großaspach die Kohlen aus dem Feuer geholt hatte.

Die erste gute Chance gab es für die Hausherren, als Martin Röser unbedrängt aus rund 18 Metern abziehen konnte, aber nur das Außennetz traf. Der MSV präsentiert sich fahrig am Ball, nicht bissig genug in den Zweikämpfen und überließ den selbstbewussten Hausherren gerade auf den Außenbahnen zu viel Räume. Es dauerte bis zur 26. Minute, ehe sich die Zebras - angefeuert von rund 500 MSV-Fans - erstmals zaghaft dem halleschen Tor näherten. Nach Foul an Zlatko Janjic trat Fabian Schnellhardt in zentraler Position zum Freistoß aus 19 Metern an - und schlenzte den Ball in die Mauer. Bei Halle stand einer im Tor, der in dieser Saison noch gar keine Drittliga-Minute absolviert hatte .Nur: Der MSV schaffte es in der ersten Hälfte überhaupt nicht, Oliver Schnitzler mal auf die Probe zu stellen. Fabian Schnellhardt bekam im defensiven Mittelfeld gar kein Zugriff und der „King“ und Stanislav Iljutcenko hingen vorne in der Luft. Für Durchgang zwei wollte Ilia Gruev seiner Truppe offensichtlich mehr Stabilität verordnen und brachte Enis Hajri für Kingsley Onuegbu. Dann direkt der Paukenschlag: 46 Sekunden waren im zweiten Durchgang gespielt, da besorgte Zlatko Janjic nach Wiegel-Flanke per Kopf das 1:0 für die Gäste. Das Tor tat der Gruev-Elf gut. In der 52. Minute hatte wieder Janjic die Vorentscheidung auf dem Fuß, legte sich den Ball alleine vor Schnitzler aber zu weit vor. Wie aus dem Nichts dann der Ausgleich in Minute 60.: Marvin Ajani war der MSV-Abwehr entwischt und nickte unbedrängt zum 1:1 in die kurze Ecke ein. Kurz darauf scheiterte erst Janjic mit starkem Freistoß am sehr gut reagierenden Schnitzler; dann verpasste Stanislav Iljutcenko per Kopf die erneute Führung. Auf der Gegenseite verpasste Pintol aus bester Position. Und es ging munter weiter. In der 72. Minute strich ein Hajri-Schuss knapp am FCH-Gehäuse vorbei, zwei Minuten später rettete Mark Flekken in höchster Not gegen Martin Röser. Drei Minuten vor Schluss gab es dann noch eine mehr als fragwürdige Rote Karte für Kevin Wolze, so dass dem MSV langsam die Außenverteidiger ausgehen.

Der MSV bleibt trotz des Remis souveräner Tabellenführer - mit fünf Punkten Vorsprung auf Aalen und Regensburg auf den Plätzen zwei und drei. Denn weder Kiel noch Magdeburg kamen über ein 1:1 hinaus. Dementsprechend entspannt war die MSV-Gemütslage im Spielertunnel nach dem Spiel. „Wir können mit dem Punkt gut leben“, befand Sportdirektor Ivo Grlic. „Auch wenn wir nach der Führung natürlich das 2:0 schießen müssen.“ Ähnlich sah das auch Kapitän Branimir Bajic. „Das 1:1 ist für uns in Ordnung. Halle hat gut gespielt, hat hart gekämpft - und sich den Punkt verdient.“ Und auch sein Abwehrkollege Dustin Bomheuer nahm das Remis entspannt. „Wieder ein Spiel weniger. Und wir sind immer noch souverän vorne.“

(Niederrhein Verlag GmbH)