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Zebras bringen nach 2:2 bei Greuther Fürth einen Punkt mit nach Hause
MSV erkämpft sich Remis in Fürth

Zebras bringen nach 2:2 bei Greuther Fürth einen Punkt mit nach Hause: MSV erkämpft sich Remis in Fürth
Daniel Davari stand wieder für Mark Flekken im Kasten, war beim ersten Gegentreffer machtlos, sah beim 2:2 aber nicht gut aus. FOTO: Nagraszus
Fürth. Alle Augen waren auf den MSV gerichtet. Schließlich konnten die Zebras die Fürther mit einem Sieg ein weiteres Stück Richtung 3. Liga schießen. Ilia Gruev hatte es schon vor der Partie gesagt: "Wir haben eine Verpflichtung gegenüber unseres Vereins, den Fans und der ganzen Liga. Die Saison ist noch nicht zu Ende." Von Steffen Penzel

Schließlich geht es auch bei den Duisburgern im Saisonendspurt um eine möglichst gute Platzierung und den entsprechenden Geldregen. Und so stellte er seine Elf dann auch auf und startete mit den selben elf Spielern wie beim 4:1-Heimsieg gegen Regensburg in der Vorwoche. Ilia Gruev ahnte aber auch, dass die Motivation und der Antrieb bei den Franken von anderer Qualität seien könnte. "Wenn Mannschaften in Abstiegsnot sind und ihre letzte Chance ergreifen wollen, dann werden manchmal ganz andere Kräfte frei", weiß der MSV-Chefcoach.

So hatten die emsig spurtenden und ackernden Hausherren auch gleich die erste dicke Möglichkeit des Spiels, als Fabian Reese in der 2. Minute nach Fehler von Lukas Fröde im Spielaufbau nur ganz knapp am Zuspiel von Khaled Narey vorbeirutschte. Narey war es auch, der Daniel Davari elf Minuten später aus 18 Metern prüfte - aber der Routinier im MSV-Kasten parierte souverän. Kurz darauf hatte Stanislav Iljutcenko die erste gute MSV-Möglichkeit, nachdem er zuvor gegen Fürths Torwart Sascha Burchert zu spät gekommen war, traf den Ball aus halbrechter Position aber nicht richtig.

Nach 25. Minuten hätte es dann 1:0 für die Zebras stehen müssen, aber Dustin Bomheuer legte Burchert den Ball komplett frei und zentral aus bester Distanz harmlos mitten in die Arme. In der 38. Minute köpfte Kleeblatt-Kapitän Marco Caliguri den Ball auf die Latte des MSV-Gehäuses, kurz darauf gab es auch für Borys Tashchy noch eine gute Möglichkeit. Jener Tashchy ließ dann Sekunden vor dem Halbzeitpfiff Caliguri nach einer Ecke in seinem Rücken aus den Augen. Der bedankte sich und köpfte zur umjubelten 1:0-Führung der Gastgeber ein. 

In Halbzeit zwei tat sich lange Zeit nichts - bis zur 62. Minute. Dann passte Andy Wiegel auf Tashchy, der seinen Fehler wieder gut machte und trocken zum 1:1 einschob. Der MSV-Jubel war kaum abgeklungen, da lag der Ball schon wieder im Netz des Fürther Kastens. Diesmal bediente Moritz Stoppelkamp über Links mustergültig Cauly Souza, der aus kurzer Distanz zur Zebra-Führung traf.

Eine Viertelstunde vor Abpfiff erlaubte sich dann Daniel Davari einen dicken Bock, faustete den Ball nicht ordentlich aus der Gefahrenzone und genau auf die Füße von Sebastian Ernst, der zum 2:2-Ausgleich traf. "Wenn ich rauskomme, muss ich den natürlich vernünftig und nicht in den Sechszehner hinein klären. Das ist schon ziemlich doof gelaufen", ärgerte sich Davari über seinen Fehler. Das Spiel wog danach weiter hin und her. Die dickste Duisburger Chance verbuchte wieder Taschy, Fürth drängte auf den so bitter benötigten Heimsieg. Die Hausherren wurden mit fortdauernder Spielzeit immer hektischer und aggressiver. Und die Duisburger ließen sich davon anstecken. "Da haben wir uns ein wenig von anstecken lassen", ärgerte sich Kapitän Kevin Wolze nach der Partie im Spielertunnel. Er selber lieferte sich auch das ein oder anderen hitzige Duell mit den Fürthern. "Wenn wir da ruhigen Kopf bewahrt und etwas ruhiger und cleverer agiert hätten, wäre das 3:2 für uns drin gewesen." Mitleid mit den Fürthern, die jetzt als Tabellenvorletzter am letzten Spieltag in Heidenheim punkten müssen um nicht abzusteigen, hat der Zebra-Kapitän aber nicht. "Klar wäre das schade für Fürth. Aber mit uns hatte bei unserem Abstieg auch keiner Mitleid."

Fabian Schnellhardt, der eine ganz starke Leistung zeigte, wusste das Ergebnis nach den umkämpften 90 Minuten nicht so wirklich einzuordnen. "Ein Punkt hier ist schon in Ordnung. Den nehmen wir gerne mit." Aber eigentlich ärgerte den Regisseur, dass sein Team die Führung nicht nach Hause bringen konnte. "Wir wollten hier unbedingt gewinnen und haben ja auch alles dafür gegeben. Gerade in der zweiten Halbzeit haben wir ja auch gut gespielt."

Nächsten Sonntag steigt der Saisonabschluss gegen den FC St.Pauli, der den Klassenerhalt nach dem 1:0-Heimsieg gegen Bielefeld sicher hat. Kevin Wolze verspricht aber, dass es klein lauer Sommerkick werden wird. "Wir wollen uns nach dieser turbulenten Saison mit einem Sieg von unseren Fans verabschieden und werden alles geben."