| 16.12 Uhr

MSV gegen St. Pauli ohne Gyau
Lieberknechts Heimpremiere

MSV gegen St. Pauli ohne Gyau: Lieberknechts Heimpremiere
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Meiderich. Montagabend empfängt der MSV Duisburg den FC St. Pauli (Anstoß: 20.30 Uhr, Schauinsland-Reisen-Arena). Heimpremiere für den neuen Trainer Torsten Lieberknecht – und eine gute Gelegenheit, nach dem Sieg in Köln direkt mal nachzulegen. Von Thomas Warnecke

"Was mich freut: Alle hier sind mit dem Sieg nüchtern umgegangen", sagt Torsten Lieberknecht. Der Sieg in Köln sei verdient gewesen und habe gut getan, aber deswegen sei keiner in Euphorie verfallen. "Keiner schwebt auf Wolke sieben – denn dann kann ich auch mal zum Vulkan werden", sagt Lieberknecht mit seinem weichen Pfälzer Dialekt, an den man sich nach Gruevs knackigen Ansagen auch erstmal gewöhnen muss. Jedenfalls: "Wir haben ja erst fünf Punkte." Also: weitermachen.

"Das war schon ein sehr schöner Sieg", sagt Gerrit Nauber, "da ist ein Ruck durch die Mannschaft gegangen." Aber alle wissen: "Wir haben noch viel, viel zu tun."

St. Pauli kommt mit zehn Punkten aus den letzten vier Spielen. "Das ist schon eine Hausnummer, aber ich sehe uns durchaus in der Lage, da auf Augenhöhe mitzuspielen", sagt Lieberknecht. Die Mannschaft habe die Länderspielpause gut genutzt, im Training haben sich alle reingehängt. Konditionell und stimmungsmäßig hat er, das sagt er jetzt nochmal, sowieso ein einwandfreies Team übernommen. "Das ist absoluter Wahnsinn, was hier für ein Teamgeist herrscht", so Lieberknecht – vom Spieler bis zum Zeugwart.

"Für einen Spieler ist ein Trainerwechsel schon eine spannende Phase", sagt Abwehrmann Gerrit Nauber, "der eine oder andere hat da seine Antennen nochmal anders ausgefahren." Denn taktische Umstellungen spülen unter Umständen neue Namen in die Startelf. Lieberknecht will da vorab nicht zu viel preisgeben, betont aber, wie viel Potenzial, wie viel Talent in der Mannschaft ist: "Und dann spielt auch mal ein Junge 'ne Rolle, den man vorher nicht aufm Zettel hatte." Mehrmals fällt der Name Daschner in der Pressekonferenz, der von Migel-Max Schmeling auch.

Denn auf jeden Fall muss Lieberknecht gegenüber dem Köln-Spiel umstellen: Neben Stoppelkamp, der sich weiter im Aufbautraining befindet, und den länger verletzten Neumann und Gartner fällt am Montag auch der zuletzt so starke Joseph-Claude Gyau mit einer Entzündung im Fuß aus.

Gegen St. Pauli wird die Defensivarbeit eine große Rolle spielen, erwartet Lieberknecht, Pauli setze gerade auswärts auf Umschalt- und Konterspiel. Gleichzeitig müsse vorne Effizienz her, ein schneller Pass in den starken Fuß und dann sofort abschließen ... Die Mannschaft hat die taktische Flexibilität, um das umzusetzen, findet Lieberknecht. Seine Mission als neuer Trainer hat er deshalb unter einen Oberbegriff gestellt: "Mut."

(Niederrhein Verlag GmbH)