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Kollektiv zum Sieg geackert

Kollektiv zum Sieg geackert
Cauly Souza wirbelte von Beginn an, blieb aber unauffällig und wurde in der 68. Minute für Ahmet Engin ausgewechselt. . FOTO: Archiv
Sandhausen. Der MSV arbeitet beim Gastspiel in Sandhausen bis zum Umfallen - und wird mit einem 1:0-Sieg und drei Punkten beim heimstarken SVS belohnt. Ilia Gruev ist danach voll des Lobes für seine Schützlinge: „Der Sieg gegen diese Top-Mannschaft macht mich richtig stolz.“ Von Steffen Penzel

„Auswärtssieg“ skandierte der MSV-Anhang draußen an der kalten Sandhauser Abendluft. Sportdirektor Ivo Grlic herzte und drückte auf dem Rasen jeden, der nicht bei Drei auf dem Baum war. Und im Bauch des kleinen Sandhauser Stadions war „Kollektiv“ das Wort des Abends. „Das war ein Sieg des Kollektivs“, strahlte Abwehrchef Dustin Bomheuer. Und auch sein Keeper Mark Flekken fand, dass es die „Kollektiv-Leistung“ seines Teams war, die den Ausschlag gegeben hatte. Kevin Wolze wusste schon im Vorfeld, „dass es ein ekeliges Spiel“ wird. Und so war es ja auch - mit dem umjubelten Ende für die Gäste aus Duisburg. „Wir wussten, dass sie pressen werden“, so Wolze. Aber sein Team habe „sehr gut verteidigt“, „super kompakt“ gestanden. Jeder habe sich reingeschmissen, jeder sei für den anderen gelaufen.

Bei der Aufstellung verzichtete Ilia Gruev auf Überraschungen. Für Andy Wiegel rückte Enis Hajri nach seiner Gelbsperre wieder in die Startelf. Vorne durfte Stanislav Iljutcenko neben Boris Tashchy von Beginn an ran.

Das erste Ausrufezeichen des Spiels war gleich ein eindeutiges. Moritz Stoppelkamp, nach einem Querschläger sträflich an der Strafraumgrenze allein gelassen, zog volley trocken und flach ab - und drin war das Ding zum 1:0 für die Gäste (8.). Die Hausherren um den zweikampfstarken Richard Sukuta Pasu an vorderster Front aber zeigten sich unbeeindruckt und spielten druckvoll auf das Tor von Mark Flekken. In der 19. Minute musste Gerrit Nauber in höchster Not auf der Linie klären, in der 29. Minute trat Lucas Höler aus bester Position über den Ball. Der nun noch tiefer stehende MSV hatte es schwer, sich unter dem SVS-Dauerdruck aus der eigenen Hälfte zu befreien, setzte aber konsequent auf schnelles Umschaltspiel und Kontermöglichkeiten. „Die hätten wir allerdings besser zu Ende spielen müssen“, befand Kevin Wolze.

In Halbzeit zwei passierte erst mal nicht viel. Der SVS drückte vor 5600 Zuschauern, davon gefühlt die Hälfte aus Duisburg, weiter, konnte aber auch aus dem Gewusel vor dem MSV-Kasten in der 59. Minute kein Kapital schlagen. Die Gäste waren weiter um Stabilität bemüht - und warteten geduldig auf ihre Chancen. Eine halbe gab’s für Enis Hajri, der in der 64. aber den Kopf nicht richtig hinter den Ball bekam. 20 Minuten vor Schluss hatten die SVS-Fans den Torjubel schon auf den Lippen - aber der aufmerksame Mark Flekken parierte Sukuta Pasus Flachschuss stark. In der Schlussphase setzte Ilia Gruev vollends auf die Defensivkarte und brachte Tim Albutat für Iljutcenko. Und der Plan ging auf. Die Zebras überstanden auch die dreiminütige Nachspielzeit und das letzte Anrennen der Hausherren mit großem Kampf und Geackere schadlos.

Dementsprechend groß die Freude und Erleichterung bei Gästecoach Ilia Gruev: „Wir funktionieren nur als Kollektiv. Alle waren diszipliniert und haben hart gearbeitet. Wir haben unsere Mini-Serie ausgebaut und fahren jetzt glücklich und stolz nach Hause.“

(Niederrhein Verlag GmbH)