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Ingo Wald tritt wieder an

Ingo Wald tritt wieder an
Ingo Wald will sich am 20. Februar wieder zum MSV-Vorstandsvorsitzenden wählen lassen. Fotos (2): Penzel
Almancil. Wir haben mit dem MSV-Präsidenten Ingo Wald und Geschäftsführer Peter Mohnhaupt im Trainingslager über die Mitgliederversammlung, die Konsolidierung, die sportliche Krise, die Struktur in der Mannschaft, riskante Neuverpflichtungen und die Lizenzierung gesprochen. Von Steffen Penzel

Am 20. Februar lädt der MSV Duisburg um 19:02 Uhr zur Mitgliederversammlung. Einer der Tagesordnungspunkte im TaM: die Vorstandwahlen. Der amtierende Präsident Ingo Wald wird wieder gemeinsam mit seinem dann leicht verschlankten Vorstandsteam den Hut in den Ring werfen. „Wir treten wieder an. Allerdings wird Udo Kirmse nicht mehr zur Verfügung stehen“, berichtet Wald in der Lobby des Mannschaftshotel Ria Park Resort an der Algarve. Neben dem Vorstandsvorsitzenden Ingo Wald, seinen beiden Stellvertretern Bernard Dietz und Robert Philipps wäre dann also auch Udo Steinke weiter an Bord. Konkurrenz scheint aktuell nicht in Sicht. „Zumindest weiß ich bis jetzt noch nichts von einem anderen Team“, so Wald. Warum er wieder antritt? Die Antwort fällt ihm leicht: „Wir sind einfach noch nicht fertig. Wir haben Dinge, die uns wichtig waren, angestoßen und voran gebracht.“ Namentlich wären das das Nachwuchs-Leistungs-TZentrum (NLZ), die Transparenz im Umgang mit den Mitgliedern in Sachen Konzernbilanz und Sondersitzungen sowie die Konsolidierung des Vereins.

Als Ingo Wald & Co. nach dem Zwangsabstieg 2015 ihren Dienst angetreten sind, lastete ein negatives Eigenkapital von 13 Millionen Euro auf dem Verein. „Den Wert haben wir halbiert. Jetzt liegen wir bei rund 6 Millionen Euro.“ Dass der Verein in absehbarer Zeit komplett schuldenfrei wird, daran glaubt der MSV-Präsident nicht. Aber darum gehe es auch gar nicht. „Man darf ja Schulden haben. Wichtig ist nur, dass dem auch große Vermögenswerte auf der Aktivseite gegenüberstehen.“ Das Ziel sei natürlich der weitere Schuldenabbau. Eben, um dann auch wieder anders mit Banken und Gläubigern sprechen, aktive Werte schaffen und vermehrt investieren zu können. Visionen seien der Ausbau des NLZ, das Errichten eines Fußballinternats und der Kauf des NLZ-Geländes, das aktuell noch Erbpacht ist. Ingo Wald glaubt daran, dass es der Verein in den kommenden vier Jahren, „wenn alles gut läuft und wir uns stabil in der 2. Liga behaupten können“, schaffen kann, nahe an das Ziel positives Eigenkapital zu kommen. „Und dann könnte man die Aufgabe auch ruhigen Gewissens jemand anderen machen lassen.“ Der Plan ist: die Hälfte der Fernsehgelder in Liga 2 werden in den Kader, die andere Hälfte in den Schuldenabbau gesteckt. Steigt der MSV ab, fällt das Kartenhaus zusammen. Die aktuelle sportliche Krise sieht Ingo Wald mit Sorgen. „Ich glaube, dass der Kader stark genug ist. Ich bin überzeugt, dass wir mit dem Kader die Klasse halten können.“ Die Probleme der Hinrunde sieht Wald in der Tatsache, dass es „keine klare Hierarchie in der Mannschaft gegeben hat.“ Alle Leistungsträger bis auf Mark Flekken konnten gehalten werden, dazu kamen weitere Spieler, die den Anspruch hatten, spielen zu wollen. „Die Struktur in der Mannschaft war in der Vorsaison klarer. Die Breite des Kaders und die noch nicht festgesetzte Struktur haben wir vielleicht unterschätzt.“ Er sei sich aber sicher, dass der Findungsprozess vorangeschritten ist und dass es Torsten Lieberknecht jetzt auch in der Winterpause und im Trainingslager schafft, Struktur in die Truppe zu bekommen. „Er ist ja noch nicht so lange da und wird seine Vorstellungen und seine Philosophie weiter vermitteln.“

Unverantwortliche Schnellschüsse in Sachen Neuverpflichtungen wird es jetzt aber nicht geben, versichert Wald. „Wir können nur noch das machen, was wir auch finanzieren können. Auch Leihgeschäfte kosten nun mal viel Geld. Aber wir halten die Augen weiter offen.“ Auch wenn viele Kritiker nun fordern würden, richtig zu investieren, um den Abstieg zu verhindern. „Das sind dann genau die Leute, die uns viergeteilt sehen wollen, wenn wir wegen der Nachverpflichtungen Lizenzierungsauflagen verletzen würden, und am Ende Punkte abgezogen bekommen würden, die dann vielleicht unseren Abstieg, den wir sportlich verhindert hätten, besiegeln würden.“

Apropos Lizenzierung. „Da sind wir auf einem guten Weg“, versichert Geschäftsführer Peter Mohnhaupt. Erstmals seit langer Zeit musste der MSV zuletzt nicht nachbessern. Jetzt werden aktuell die Zahlen für den Zweit- und Drittligafall aufgestellt. „Für die 2. Liga mache ich mir keine Sorgen, für die 3. Liga wird das Ganze ein sehr sehr schwieriger Fall“, macht auch Mohnhaupt klar, wie existenziell wichtig der Klassenerhalt für die Zebras ist.

(Niederrhein Verlag GmbH)