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Gruev hofft, dass sich was dreht

Gruev hofft, dass sich was dreht
„Manchmal muss man den Schädel da rein halten.“ Dustin Bomheuer in Magdeburg. FOTO: Nico Herbertz
Meiderich. Nach dem furiosen Auswärtsspiel in Magdeburg will Ilia Gruev unbedingt, dass der MSV Duisburg gegen Jahn Regensburg am Samstag (Anstoß 13 Uhr Schauinsland-Reisen-Arena) gewinnt. Muss er wohl auch: "Es ist ja noch nie vorgekommen, dass ein Verein 25 Spieler rausgeschmissen und neue verpflichtet hat." Von Thomas Warnecke

"Ich denke, dass wir alles reinhauen werden", macht jedenfalls Abwehrrecke Dustin Bomheuer Hoffnung. Die Mannschaft steht hinterm Trainer, "absolut" (Bomheuer), und sie zeigt, dass sie lebt, so Ilia Gruev: "Die Mannschaft hat Moral, die Mannschaft hat Charakter." In Sachen Kampf- und Laufbereitschaft müsse er seinem Team ein Kompliment machen. "Ein Dreier wäre möglich gewesen", sagt er zum Magdeburg-Spiel und gibt Bomheuer recht, der gehadert hatte, wenn man auswärts drei Tore schießt, muss man gewinnen. Dass es trotzdem wieder nichts wurde, lag an individuellen Fehlern, so Gruev – und an Fehlern des Schiedsrichters. Vier falsche Pfiffe in sieben Spielen hätten zu Gegentoren geführt, "und das ist ja nicht beim Stand von 0:3 passiert, wo es keine Beduetung mehr hat", so Gruev. Er gibt aber auch zu: Die Ecke, die keine war und die zum 3:2 für Magdeburg führte, "die kann man besser verteidigen."

"Wir fokussieren uns aufs nächste Spiel", sagt Bomheuer. Mit Jahn Regensburg kommt ein zurzeit richtig starker Gegner, der gerade "einen guten Lauf" hat, so Gruev. Trotzdem: "Wir wollen unbedingt gewinnen." Verpasste Chancen, Fehlentscheidungen, das Quäntchen Glück – "du musst ein Spiel haben, wo sich das alles dreht." Der späte, erneute Ausgleich in Magdeburg, "vielleicht ist das der Drehpunkt", ein junger Spieler, der's nochmal rausreißt. "Ich freue mich für Lukas Daschner, das hat er sich verdient." Ob er dafür gegen Regensburg mit einem Platz in der Startelf belohnt wird, lässt Gruev offen, aber "Daschner ist definitiv eine Option für einen Einsatz."

Während es Richard Sukuta-Pasu (Magen-Darm) anscheinend schwer erwischt hat, ist John Verhoek schon vorm Magdeburg-Spiel überraschend zurückgekehrt. "Er ist zu mir gekommen und hat gesagt, dass er über seine Schmerzgrenzen gehen will", erzählt Gruev. "Das zeigt, dass der Mannschaftsgeist intakt ist."

Und dass Fans und Mannschaft eine Einheit sind, dass hat Gruev auch registriert. Applaus trotz unverdienter Niederlage nach dem Heimspiel gegen Aue – "das brauchen wir." Wie die Fans da und in Magdeburg reagiert haben: "Gänsehaut", sagt Bomheuer nur.

Jetzt müssen sie's einmal schaffen, Fans, Mannschaft, Trainer: "Ein Spiel kann viel drehen", sagt Gruev, "wenn du gewinnst, gibt das Selbstvertrauen, dann wird's für alle einfach."

(Niederrhein Verlag GmbH)