| 09.57 Uhr

Bernard Dietz und Markus Krebs im Thekengespräch
Ennatz - Eine Zebralegende

Bernard Dietz und Markus Krebs im Thekengespräch: Ennatz - Eine Zebralegende
Anne Tränke anne Theke: Andreas Pape, Bernard „Ennatz“ Dietz, Jakob Gisik, Thorsten „Ippi“ Ippendorf, Nils Rehbein, Markus Krebs, Michael Krebs und Adnan G. Köse bei den Dreharbeiten zum Dokumentarfilm „Ennatz - Eine Zebralegende“. FOTO: Julia Warns
Duisburg. Für Markus Krebs ist der MSV seit klein auf Pflicht. Als er als E-Jugendlicher Bernard Dietz die Hand schütteln darf, ist das ein großer Moment - "für uns beide", wie Krebs grinsend versichert. Keine Frage also, dass im Dokumentarfilm "Ennatz - Eine Zebralegende" noch Platz für ein Thekengespräch zwischen dem Fußballidol und dem Comedian sein muss. Von Claudia Basener

"Anne Tränke" anne Theke: Bernard "Ennatz" Dietz schüttet sich gerade sein Wasser nach, als Markus Krebs umme Ecke kommt. "Ennatz, wie is et?", begrüßt der Comedian die Zebralegende herzlich. Dass die beiden sich mögen, merkt man auf Anhieb. Und das beide vom gleichen Schlag sind, wird im Laufe der Szene deutlich, die hier gerade für den Film "Ennatz - Eine Zebralegende" gedreht wird: Ganz unverfälscht und ungestellt quatschen das Fußballidol und der Comedian über den MSV, die Familie und Fanclubs - ein echtes Thekengespräch unter Freunden halt.

Regisseur Adnan G. Köse und Produzent Thorsten "Ippi" Ippendorf" sind daher schon mit dem ersten Take hoch zufrieden: "Die passen einfach zusammen, die leben dieses 'Du darfst nie vergessen, wo du herkommst." Und schon klatscht Markus Krebs in die Hände: "Wir müssen uns beeilen. Mudda feiert gleich ihren 70.!"

Eigentlich waren die Dreharbeiten bereits Ende letzten Jahres abgeschlossen und der Film sollte am 22. März, am 70. Geburtstag Dietz', erscheinen. Doch es hätte einfach zu viel Material gegeben und bei der Sichtung hätte sich die Idee entwickelt, die Fanseite in einer weiteren Szene noch näher zu beleuchten, so Köse. Und da hat der Filmemacher nun genau die Richtigen vor der Kamera, denn Familie Krebs sind wahre Fan-Urgesteine. "Für uns ist der MSV seit klein auf Pflicht", erzählt Michael Krebs und sein Bruder Markus ergänzt: "Der Vadda war damals Schiri, die durften für 'n Groschen ins Wedaustadion. Da hat er uns Buben immer mitgenommen und behauptet, wir wären auch Schiris." Bis heute leben beide den MSV - passt also, dass das Thekengespräch in der Kreb'schen Eventkneipe "Anne Tränke" stattfindet.

Hier hat auch Dietz sichtlich Spaß. Am Anfang hätte er sich bei den Dreharbeiten noch "wie in einer anderen Welt" gefühlt, aber mittlerweile habe er sich reingearbeitet. Die alten Zeiten mit Karl-Heinz Rummenigge, Horst Hrubesch, Olaf Thon und Werner Hansch in diesem Film aufleben zu lassen, bedeute ihm sehr viel, "denn Fußball ist einfach ein Lebenselixier."

Die Zebralegende ist bescheiden - das ändern keine vier Tore gegen Bayern München, keine Kapitänsbinde der Nationalmannschaft und auch keine Dreharbeiten. "Ich stelle mich nie über die Sache", sagt Dietz dazu und weiter: "Ich habe mich nie wichtig genommen." Schnelllebigkeit sei nicht sein Ding, er habe als Sportler immer versucht Werte zu vermitteln. Die Jungs von damals wissen das noch heute zu schätzen: Alle, die unter Dietz trainierten und den Schritt ins Profigeschäft schafften, haben ihr erstes Trikot ihrem Mentor gewidmet.

Der Dokumentarfilm will genau das einfangen: "Es soll nicht nur eine Aneinanderreihung von Spielszenen und Begegnungen von Ennatz mit ehemaligen Teamkollegen und Weggefährten sein. Der Aufstieg eines jungen Straßenfußballers aus dem Ruhrgebiet zum Idol einer Fußballnation ist berührend und humorvoll zugleich und folgt einem roten Faden. Wir wollen dem Zuschauer etwas mitgeben", erklärt Ippendorf.

"Etwas mitgeben" ist dabei ganz nach dem Geschmack von Bernard Dietz, auch wenn der sich, was den Film angeht, ganz bescheiden gibt: "Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, wen mein Leben überhaupt interessieren soll..."

Uns, Ennatz! Uns interessiert das!