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Zebras vor harter Aufgabe bei Union Berlin
Ein wegweisendes Auswärtsspiel

Zebras vor harter Aufgabe bei Union Berlin: Ein wegweisendes Auswärtsspiel
Ilia Gruev und sein Co-Trainer Yontcho Arsov gehen trotz der angespannten Situation mit Selbstbewusstsein und guter Laune in das Spiel bei Union Berlin am Freitagabend. FOTO: Volker Nagraszus
Duisburg. Wenn der MSV Duisburg am Freitagabend, 18.30 Uhr, zum Auswärtsspiel bei Union Berlin antritt, geht es um einiges. Nicht nur, dass die Zebras endlich ihre Tor- und Punkteflaute beenden wollen - auch für Cheftrainer Ilia Gruev wird das Spiel wegweisenden Charakter haben. Von Steffen Penzel

Denn eines ist in diesem Geschäft nun mal so: Bekommen die Duisburger am Freitag beim starken Tabellendritten der 2. Liga einen auf die Mütze, werden die Rufe nach einem Wechsel auf der Trainerposition noch lauter. Und, Stand jetzt: Dann wird Ilia Gruev wohl seinen Hut nehmen müssen. Der MSV-Chefcoach hat schon zu Beginn der Woche gesagt, dass er sich der Drucksituation bewusst sei - sie aber auch gelassen und fokussiert annehme. "Das ist schließlich nicht das erste Mal, dass ich so unter Druck stehe", so Gruev, der es in seiner Zeit als Coach des MSV bisher immer geschafft hat, sich und sein Team aus eben diesen Drucksituationen zu befreien. "Trainer sind nun mal diejenigen, die verantwortlich sind. Man muss sich um mich keine Sorgen machen. Wir arbeiten eng mit der Mannschaft zusammen. Ich weiß, dass wir mehr können. Jetzt müssen wir es nur auch endlich mal zeigen."

Das sieht auch einer seiner Schlüsselspieler, Lukas Fröde, genau so. Der Mittelfeld-Mann warnt trotz der prekären Situation vor Schnellschüssen und stärkt seinem Trainer den Rücken. Beim MSV sei man seit seinem ersten Tag immer ruhig und sachlich geblieben, Trainer und Spieler hätten immer gemeinsam als Team gearbeitet: "Wir dürfen jetzt nicht in Aktionismus verfallen." Die Spieler seien nun mehr denn je gefordert, den Bock umzustoßen. "Der Knoten muss einfach platzen. Wir sind gut genug, das selber zu regeln." In den ersten vier Spielen seien es Kleinigkeiten gewesen, die den Ausschlag gegeben hätten. "Wir sind ja nie an die Wand gespielt worden. Wir haben uns nur in den entscheidenden Momenten nicht gut verhalten."Eines der Fehlverhalten der vergangenen Spiele zeigt Fröde auch auf: "Wir dürfen, auch wenn wir ein unglückliches Gegentor bekommen, nicht dem Selbstmitleid verfallen." Dazu kommt: "Wir dürfen die Tore hinten nicht herschenken und müssen vorne auch mal einfach einen reinzwängen."

Ilia Gruev ist ein positiver Mensch. Und so geht er die hohe Hürde Berlin mit Selbstvertrauen und einem guten Gefühl an. "Ich weiß, dass wenn wir das zeigen, was in uns steckt, dass wir dann jeden Gegner schlagen können." Klar sei der Gegner ein starker, ein sehr heimstarker obendrein. Zwei Heimsiege bisher sprechen da eine deutliche Sprache. "Das wird extrem schwer für uns. Berlin hat viel vor der Saison investiert, hat viel Selbstbewusstsein getankt und ist natürlich der klare Favorit." Bestärkt haben dürften ihn in der Länderspielpause die positiven Testspielergebnisse: Auf das 1:0 gegen den niederländischen Erstligisten Heracles Almelo folgte ein 7:1-Kantersieg gegen die eigene Bundesliga-A-Jugend. "Das hat uns gut getan. Und das hat gezeigt, dass wir vieles von dem, was wir besprochen haben, auch bereits auf den Platz gebracht haben." Genau das muss jetzt auch am Freitagabend klappen. Es wäre Ilia Gruev zu wünschen ...