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Freitag Abend empfängt der MSV prominent besetzte Darmstädter
Duell der Kompakten

Freitag Abend empfängt der MSV prominent besetzte Darmstädter: Duell der Kompakten
So wie in Heidenheim wollen die MSV-Profis auch am Freitagabend nach Spielschluss jubeln können. FOTO: Nico Herbertz
Duisburg. Motivierte Darmstädter werden am Freitagabend in Duisburg zu Gast sein. Nach dem überzeugenden 3:0-Heimsieg ist die Stimmung in der Frings-Truppe vor dem Gastspiel beim MSV Duisburg gut. Aber auch die Zebras haben nach ihrem ersten Dreier in Heidenheim allen Grund zur breiten Brust. Von Steffen Penzel

Und Ilia Gruev braucht nur auf den Saisonstart der Lilien aus Darmstadt zu schauen, um zuversichtlich zu sein. Denn auch wenn die 98er nach drei Spielen in Liga zwei mit sieben Punkten oben mitmischen - auswärts hat die Mannschaft von Cheftrainer Torsten Frings noch nicht allzu viel gerissen. Bei verunsicherten Kaiserslauternen reichte es nach bangen 90 Minuten so eben zum 1:1-Remis. Und noch herber wurde es für Darmstadt in Regensburg, wo Kevin Großkreutz & Co. bei der 1:3-Pokalniederlage ziemlich abgemeldet waren. Aber: Der Trend in Darmstadt zeigt nach oben. Denn der Heimsieg gegen Pauli hat gezeigt, wo die Lilien ihre Stärke haben. Ilia Gruev muss sich am Freitag auf einen kompakt stehenden, kämpferisch sehr starken Gegner einstellen. "Wir werden wieder alles probieren, um einen Sieg einzufahren. Jede Mannschaft hat in dieser Liga ihre Chancen, Punkte zu holen. Aber wir wissen auch, dass wir auf einen erfahrenen Gegner mit einer ganzen Reihe bundesligaerprobten Spieler treffen", so der Zebra-Chefcoach.

Die Darmstädter kommen über die Mentalität ins Spiel. "Wir haben uns gut ins Spiel gefightet und einen verdienten Sieg geholt", diktierte Kevin Großkreutz den Journalisten nach dem Pauli-Sieg in die Blöcke. Nicht vergessen darf man dabei, dass die Hamburger ordentliche Chancen hatte und Darmstadt sich beim überragenden Heuer Fernandes im Kasten bedanken darf, der u.a einen Elfmeter hielt. Und überhaupt, will MSV-Neuzugang Moritz Stoppelkamp betont wissen, sei das kämpferische Element den Duisburgern ja nicht unbekannt. "Wir kommen als Aufsteiger immer über den Kampf und den Willen - der Rest kommt dann von alleine."

Unterstützung bekommt Stoppelkamp, der in Heidenheim sein erstes Saisontor für seinen Heimatclub erzielte und sich danach demonstrativ auf die Zebrabrust klopfte, in der Sache von seinem Trainer. "Normalerweise halte ich nichts davon, wenn ein Neuzugang nach drei Spieltagen sein Wappen küsst", gibt Gruev zu. "Aber", so der Coach lachend, "der Stoppel darf das, der ist ein Duisburger Jung." In die gleiche Kerbe schlägt auch Stoppelkamp. "Das kam aus den Emotionen heraus. Ich habe lange auf diesen Moment warten müssen", so der Offensivspieler, der "einfach stolz und sehr dankbar" ist, dass er als Fußballprofi in seiner Heimatstadt spielen darf. "Das ist schon ein Privileg für einen Profi." 

Beim MSV, der ja wie heutzutage üblich nur auf sich schaut, sind Stimmung und Zuversicht gut. Die drei Punkte in Heidenheim zu holen, hätte dem Aufsteiger laut Gruev ein "überragendes Gefühl" beschert. Stolz war er dabei vor allen Dingen auf die Reaktion nach dem umstrittenen Gegentor und auf die defensive Stabilität und Kompaktheit seiner Truppe. "Wenn wir so stabil stehen wie zuletzt, wird es für jeden Gegner schwer gegen uns." Für gute Stimmung im Zebra-Lager sorgen zu großen Stücken aber auch die Neuzugänge, die richtig ordentlich eingeschlagen sind. Borys Tashchy schickt sich mit seinen zwei Treffern schon früh in der Saison an, die in ihn gesteckten Hoffnungen zu erfüllen. Moritz Stoppelkamp sorgt für Gefahr, Struktur und Erfahrung auf dem Platz. Cauly Souza hat sich ruck-zuck an etablierten Kräften wie Andy Wiegel vorbei in die Startelf gedribbelt. Gerrit Nauber spielt seinen Innenverteidiger-Part abgeklärt und absolut zuverlässig, und Lukas Fröde scheint genau der richtige Partner für Fabian Schnellhardt in der Schaltzentrale zu sein. Mal sehen, wie der neu formierte MSV den Kampf der kompakten Teams gegen Darmstadt annimmt...