| 16.21 Uhr

Der MSV verliert an Boden

Der MSV verliert an Boden
Engin verpasst, der überragende Marcel Schuhen muss weder diesmal noch sonst im Spiel hinter sich fassen. FOTO: Volker Nagraszus
Wedau. Der MSV Duisburg hat das Heimspiel gegen seinen Tabellennachbarn SV Sandhausen mit 0:2 (0:1) verloren. Die Zebras hätten nach der ersten Halbzeit auch höher in Rückstand liegen können, bekamen in Hälfte zwei den Ball nicht ins Tor. Von Thomas Warnecke

Noch in der Pressekonferenz vor dem Spiel hatte MSV-Coach Ilia Gruev erklärt, was für ein gutes Gefühl das ist, ohne Rückstand in die Halbzeitpause zu gehen, nicht den Matchplan, umwerfen, nicht hinterherrennen zu müssen. Doch diesmal konnte er von Glück reden, dass es zur Pause nur 0:1 stand. Der MSV hatte druckvoll und mit Tempo begonnen, kontrollierte auch die erste Viertelstunde, kam aber zu keinen nennenswerten Chancen.

Dann kam Sandhausen ins Spiel und wurde gleich mehrmals gefährlich; Flekken hielt (15.), Nauber rettete in höchster Not kurz vor der Torlinie (31.). Größte MSV-Chance war, als ein Querpass überraschend durchrutschte und Engin zu spät kam. In der 39. dann wehrte Wolze einen weiten Ball vom Sandhauser Torwart schlecht ab und rutschte weg, Daghfous legte auf den freistehenden Förster ab, der flach ins rechte Toreck einschoss. In der Nachspielzeit eins verpasste Gislason eine Hereingabe nur um Zentimeter.

In der Halbzeit blieb Schnellhardt in der Kabine, Gartner übernahm auf der Spielmacherposition. Eine ganze Weile tat sich kaum was; der MSV schien kein Rezept zu finden gegen die stärkste Zweitligadefensive. Spielkontrolle beginnt mit Ballkontrolle - und an der wie an der Passgenauigkeit mangelte es beim MSV das ganze Spiel über ganz erheblich.

Hoffnung kam auf mit der Einwechslung von Cauly Souza in der 64. Minute. Nur eine Minute später prallte sein Schuss ins lange Eck nur an den Innenpfosten. Kurz danach scheiterte Iljutcenko per Kopf aus kürzester Distanz am überragenden Sandhausener Schlussmann Marcel Schuhen. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir hier noch so in die Bredouille geraten“, sagte Gästetrainer Kenan Kocak. Zumal seine Elf die sich ergebenden Konterchancen kläglich ungenutzt ließ. Bis Kulovits in der Nachspielzeit sich in aller Ruhe den Ball zurechtlegte und zum Endstand einschob.

„Ich bin tief enttäuscht“, sagte Gruev nach dem Spiel, beklagte fehlendes Glück und mangelnde Ruhe beim Abschluss. Die Spieler seien eigentlich „nicht weit weg von der Phase, wo wir richtig gut waren“. Auch Christian Gartner beklagte vier vergebene große Torchancen im zweiten Durchgang. „Wir können nur so weitermachen, wir trainieren richtig gut. Jetzt müssen wir halt endlich treffen.“ Nächste Gelegenheit ist am nächsten Sonntag bei Erzgebirge Aue - mit einem Punkt mehr ein weiterer der vielen Konkurrenten um den Klassenerhalt.

(Niederrhein Verlag GmbH)