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MSV auf dem Heimweg aus Österreich
Der (fast) perfekte Abschluss

MSV auf dem Heimweg aus Österreich: Der (fast) perfekte Abschluss
John Verhoek blieb gegen Al Sadd ohne Treffer, erzielte aber gegen die BVB-U23 das 1:0. Fotos (2): Nico Herbertz
St.Johann. Der MSV Duisburg hat nach zehn intensiven Tagen im österreichischen St. Johann beim 4:1-Testspielsieg gegen Al Sadd mit seinem Kapitän Xavi die Kirsche auf ein sehr erfolgreiches Trainingslager gepackt. Kevin Wolze, zweifacher Freistoß-Torschütze gegen die Kataris, zog ein positives Fazit. Von Steffen Penzel

Das Highlight gab es für Kevin Wolze schon vor dem Anpfiff des Testspiels gegen das Team von Al Sadd. Im St. Johanner Koasa-Stadion tauschte der MSV-Kapitän mit keinem Geringeren als Xavi die Wimpel vor der Partie. "Das war schon etwas ganz Besonderes und passiert ja auch nicht alle Tage. Der Mann hat Weltklasseformat", schwärmte Wolze nach dem Abpfiff. Allerdings sei ihm aufgefallen, dass der spanische Weltmeister seine schnellsten Tage hinter sich hätte. "Am Ball ist er aber immer noch sehr sehr gut", legte Wolze schnell hinterher. Wolze war es auch, der mit seinen zwei Treffern großen Anteil am Sieg gegen den Club aus Doha hatte. Zwei Mal lag der Ball in aussichtsreicher Freistoß-Position zentral vor dem Tor des Al-Sadd Sport Club, zwei Mal verlud Wolze den katarischen Keeper. "Wir haben unsere Chancen heute gut genutzt", befand Wolze. Das 1:0 besorgte Moritz Stoppelkamp, beim 2:0 legte Ahmed Suhail eine Flanke von Joe Gyau ins eigene Tor.

MSV-Sportchef Ivo Grlic betont ja stets, dass man die Aussagekraft von Testspielergebnissen nicht überbewerten solle. Aber auch er gab gerne zu, dass ihn die Leistungen seiner Truppe im Training und in den Testspielen gegen Bremen (0:1), BVB II (3:0), Wacker Innsbruck II (3:0) und Al Sadd (4:1) in Österreich überzeugt hätten: "Das war trotz der schweren Beine, die man im Trainingslager nun mal hat, alles schon sehr gut." Am 6. August zähle das alles jedoch nichts mehr. "Wichtig ist nun mal, wie wir gegen Dresden in die Saison starten."

Fakt ist aber auch, dass sich die Zebras am Wilden Kaiser neben der notwendigen Fitness und dem taktischen Rüstzeug auch eine ordentliche Portion Selbstvertrauen in den Reiserucksack gepackt haben. Allein der souveräne Auftritt gegen Werder Bremen, bei dem zu keinem Zeitpunkt ein Klassenunterschied zu erkennen war und der MSV in Hälfte zwei die klar bessere Mannschaft war, hat für eine breite Zebra-Brust gesorgt. Kevin Wolze & Co. werden in dieser Spielzeit, sowohl was die Taktik als auch die personelle Besetzung angeht, sehr viel schwerer auszurechnen sein als in der Vorsaison. Die Neuzugänge, allen voran Sebastian Neumann, passen perfekt und sind allesamt schnell integriert worden. Was das alles wert ist, wissen wir am 6. August, wenn sich der MSV im Dresdner Hexenkessel bewähren muss. "Das wollen wir diesmal unbedingt besser machen als im Vorjahr", hat Fabian Schnellhardt, ebenfalls in starker Frühform, in Österreich gesagt. In der Vorsaison dominierte der MSV Dynamo zum Saisonstart - und ging nach dem 0:1 mit leeren Händen nach Hause...

Bevor es am Montag an der Westender Straße weiter geht mit der Saisonvorbereitung, stand das Wochenende im Zeichen der Erholung. Am kommenden Samstag, 28. Juli, steigt dann der "Cup der Traditionen" in der schauinslandreisen-arena.

(Niederrhein Verlag GmbH)