| 23.07 Uhr

Wie im Vorjahr: MSV verliert unglücklich mit 0:1 in Dresden
Déjà-vu für die Zebras

Wie im Vorjahr: MSV verliert unglücklich mit 0:1 in Dresden: Déjà-vu für die Zebras
Fabian Schnellhardt und Marco Hartmann im Zweikampf. FOTO: Nico Herbertz
Dresden. Der MSV Duisburg hat zum Saisonauftakt eine unglückliche aber nicht unverdiente 0:1-Auswärtsniederlage bei Dynamo Dresden erlitten. Das Tor für die Hausherren fiel nach einem Blackout der Zebras.Torschütze für die Dresdener war, wie auch schon bei der 0:1-Niederlage des MSV zum Saisonauftakt vor einem Jahr, Lucas Röser. Von Steffen Penzel

Die erste Mannschaftsaufstellung der Saison ist immer die, die mit größter Spannung erwartet wird. Rund 90 Minuten vor dem Anstoß der Partie im mit 29.000 Zuschauern voll besetzten Dresdner DDV-Stadion ließ Ilia Gruev im Spielertunnel die Katze aus dem Sack. "Wir spielen mit Fünferkette", gab er den wartenden Duisburger Journalisten schon mal ein bisschen Futter. Fünferkette also. Neuzugang Sebastian Neumann direkt in der Startelf – an der Seite des etablierten Innenverteidiger-Duos Gerrit Nauber/Dustin Bomheuer. Dafür musste Gruev zu Beginn auf seine schnellen Rechtsaußen Ahmet Engin und Cauly Souza, die beide zunächst auf der Bank Platz nahmen, verzichten.

Die defensivere Taktik-Variante, in Ansätzen auch schon zwei Mal in der Vorsaison gespielt, hatte in der Vorbereitung so gut funktioniert, dass der MSV-Chefcoach sie schon gleich zum Saisonstart spielen ließ. "Das war schon ganz in Ordnung. Auch wenn wir natürlich wissen, dass wir da noch vieles verbessern können", befand Moritz Stoppelkamp nach dem Abpfiff. Und auch Ilia Gruev sah sich nach dem Abpfiff bestätigt: "Mit einer Viererkette hätten wir es noch schwerer gegen die starken, ballsicheren und schnellen Dresdener gehabt. Das war schon ganz in Ordnung."

Vorne stellte Gruev Boris Tashchy John Verhoek an die Seite. Verhoek hatte, wie auch Neumann, seit seiner Verpflichtung einen ganz starken Eindruck hinterlassen – der Startelfeinsatz in Dresden war die Belohnung dafür. Wie erwartet zogen im zentralen defensiven Mittelfeld Fabian Schnellhardt und Lukas Fröde die Fäden, zudem spielten Moritz Stoppelkamp als hängende, ständig rotierende, startende und fallende Spitze sowie Kevin Wolze links und Andy Wiegel rechts. Geburtstagskind Ivo Grlic hatte seinen Wunsch schon vor dem Anpfiff parat: "Drei Punkte wären doch ne schöne Sache." 

"Die Sommerpause ist vorbei, jetzt heißt es wieder Feuer frei", befanden die gewohnt euphorischen  und lauten Dynamo-Fans bei ihrer imposanten Saisonauftakt-Choreographie. Und ihr Team auf dem Rasen gehorchte. Gerade Moussa Koné machte über seine rechte Seite ordentlich Dampf und rannte Sebastian Neumann zu Beginn gleich zwei Mal davon. "Uns war schon klar, dass Dresden mit viel Druck über die Außen kommt. Leider hatten wir das nicht in jeder Situation so gut im Griff", meinte Ilia Gruev nach dem Abpfiff. Und auch Sebastian Neumann sah, "dass wir in der ersten Halbzeit viel zu große Lücken und große Probleme mit den Außen hatten". Dynamo drückte, der MSV schien sich erst mal ins neue System unter Wettkampfbedingungen finden zu müssen – gerade in der Rückwärtsbewegung taten sich immer wieder große Räume für die Sachsen auf. Oftmals reichte ein langer, präziser Ball um die komplette MSV-Defensive aus den Angeln zu heben.

In der Vorwärtsbewegung sah es dagegen viel besser bei den Duisburgern aus. "Da ist genau das passiert, was wir haben wollten: Mit Schnelli, Stoppel und Fröde eine Überzahl im Mittelfeld schaffen und Chancen kreieren", war Gruev zufrieden. In Minute elf hatte Boris Tashchy nach Bilderbuchkombination von Wolze und Schnellhardt die Führung auf dem Fuß, verzog aber alleine vor Markus Schubert im Dynamo-Kasten. Acht Minuten später war es wieder Tashchy, der schon an Schubert vorbei war, es dann aber verpasste in die Mitte abzulegen und stattdessen das Leder auf die Tribüne drosch. "Da waren wir nach vorne stark, hatten schöne Ballstafetten, haben schön kombiniert und hatten unsere Möglichkeiten", fand auch Moritz Stoppelkamp.

In der 33. dann Abstimmungsprobleme bei den Zebras und die Riesenchance für die Hausherren, aber Daniel Davari war gegen den komplett blanken Koné zur Stelle. Sieben Minuten später machte es Lucas Röser besser, nachdem sich die Gäste mit einem schnell ausgeführten Einwurf komplett überrumpeln ließen und sowohl Dustin Bomheuer und Gerrit Nauber gegen Röser zu passiv blieben. "Das darf uns so natürlich passieren, da haben wir gepennt", ärgerte sich Gruev über den spielentscheidenden Fehler. Mit dem 0:1 aus Duisburger Sicht ging es in die Kabinen.

Zehn Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, da hätte es 2:0 für Dynamo stehen müssen. Wieder stimmte die Absprache im MSV-Defensivverbund nicht, wieder entpuppte sich Davari gegen den freien Koné als Spielverderber.  Die Zebras standen zwar defensiv besser, taten sich aber gegen die nun natürlich sehr tief stehenden Gastgeber schwer. Daran änderte auch die Einwechslung von Stanislav Iljutcenk für den sehr unglücklich spielenden Tashchy zunächst nichts. Dann hatte Kevin Wolze eine gute Möglichkeit, als er in der 76. Minute Schubert per Freistoß zur Glanzparade zwang. Kurz darauf lenkte Verhoek den Ball an die Latte des Dresdener Gehäuses. Der MSV witterte seine Chance und setzte zur Schlussoffensive an, allerdings ohne Erfolg. Und so stand am Ende das gleich Ergebnis wie beim vergangene Gastspiel des MSV in Dresden vor einem Jahr. Kevin Wolze wähnte sich im Zeittunnel. "Gleicher Ort, gleiches Ergebnis", schmunzelte der MSV-Kapitän müde. "Wenn man sich auswärts so viele gute Chancen erspielt, darf es auch ruhig mal ein Punkt sein", kommentierte Stoppelkamp leicht verbittert.