| 13.58 Uhr

Der MSV verliert gegen Werder Bremen unglücklich mit 0:1
Auf Augenhöhe mit dem Bundesligisten

Zebras mit starkem Testspiel: MSV auf Augenhöhe mit Werder
Zebras mit starkem Testspiel: MSV auf Augenhöhe mit Werder FOTO: Nico Herbertz
Zell am Ziller. Der MSV Duisburg hat auch im zweiten Testspiel in Österreich einen richtig guten Eindruck hinterlassen. Nach 90 starken Minuten gegen Werder Bremen lag es eigentlich nur an der schwachen Chancenverwertung, dass es 0:1 aus MSV-Sicht stand. Ilia Gruev und Gerrit Nauber zeigten sich nach dem Abpfiff sehr zufrieden. Von Steffen Penzel

Gruev schickte, wie auch schon gegen Dortmund, wieder zwei komplett verschiedene Formationen aufs Feld. In Halbzeit eins begannen Daniel Davari, Gerrit Nauber, Dustin Bomheuer, Young-Jae Seo, Andy Wiegel, Lukas Fröde, Christian Gartner, Joseph-Claude Gyau, Cauly Souza, Stanislav Iljutcenko und Boris Tashchy.

Der MSV legte gut los und hatte direkt nach dem Anpfiff schon zwei halbwegs gute Möglichkeiten auf der Habenseite. Werder attackierte zu Beginn noch früh, zog sich dann aber gegen spielstarke und kontrolliert und übersichtlich spielende Zebras weiter zurück und lauerte. Beide Teams neutralisierten sich weitestgehend. Da brauchte es schon einen Fehler, um das Offensivspiel auf Touren zu bringen. Den servierte in Minute 23 Young-Jae Seo auf seiner linken Abwehrseite. Martin Harnik nahm die Einladung an, spazierte durch die versammelte MSV-Defensive und legte auf Johannes Eggestein ab, der trocken ins kurze Eck zum 1:0 für den Favoriten traf.

In Halbzeit zwei kamen Daniel Mesenhöler, Kevin Wolze, Enis Hajri, Sebastian Neumann, Thomas Blomeyer, Fabian Schnellhardt, Moritz Stoppelkamp, Ahmet Engin, Tim Albutat, Richard Sukuta-Pasu und John Verhoek. zum Einsatz. Zudem ließ Ilia Gruev seine Mannschaft defensiv mit einer Fünfer-Kette agieren – und war auch gar nicht unzufrieden mit der taktischen Umstellung. "Das hat schon ganz gut geklappt, auch wenn wir ein paar kleine Orientierungsprobleme hatten."

Diese Orientierungsprobleme konnten die Bremer aber nicht nutzen. Zwei Mal konnte sich Daniel Mesenhöler mit starken Paraden auszeichnen – und so stand die Null aus Duisburger Sicht in Durchgang zwei. Dass allerdings auch vorne die Null stand, war vermeidbar. Alleine John Verhoek lief nach Zuckerpässen von Fabian Schnellhardt und Sebastian Neumann zwei Mal alleine auf Jiri Pavlenka zu, schaffte es aber nicht, den Werder-Keeper zu überwinden. Und auch Moritz Stoppelkamp vertändelte eine sehr gute Möglichkeit. "Das war heute der Unterschied. Werder hat drei Chancen und macht ein Tor, wir schaffen es bei drei, vier guten Möglichkeiten nicht, ein Tor zu schießen. Das wollen wir in Zukunft unbedingt abstellen." Wirklich unzufrieden wirkte Ilia Gruev dabei aber nicht. Klar, hätte er gerne gewonnen. "Viel wichtiger war mir aber, dass wir wieder zwei Systeme erfolgreich ausprobiert haben, und dass ich gesehen habe, dass wir gegen einen top besetzten Bundesligisten gut dagegen halten können und zweitweise sogar richtig dominant waren."

Zufrieden war auch Gerrit Nauber mit dem Auftritt seiner Zebras. "So furchtbar viele Chancen haben wir ja in beiden Halbzeiten nicht zugelassen. Im Großen und Ganzen war das ein guter Test." Gerade aus taktischer Sicht sieht er die Zebras auf einem guten Weg. Der Wechsel von 4-4-2 auf 5-3-2 klappe immer besser. "Wir wollen einfach noch variabler in unserem Spiel sein. Das klappt schon ganz gut mit den beiden verschiedenen Systemen, die wir gerade spielen."

Die Fünferkette würde Ilia Gruev theoretisch die Möglichkeit eröffnen, Nauber, Bomheuer und Sebastian Neumann zusammen auflaufen zu lassen. Denn gerade in der Innenverteidigung hat der Zebra-Coach ein echtes Luxusproblem. Neumann wirkt bisher so ballsicher, abgeklärt , zweikampfstark und auch in der Spieleröffnung so stark, dass an ihm eigentlich kaum ein Weg vorbei führt. Nur hat Gruev mit Nauber/Bomheuer ein eingespieltes, starkes Duo. "Alle trainieren stark, alle bieten sich immer an – am Ende wird es wie immer der Trainer entscheiden…"