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HC Wölfe Nordrhein gewinnen Regionalliga-Derby gegen schwache Homberger
Wölfe jubeln, Schürmann komplett bedient

HC Wölfe Nordrhein gewinnen Regionalliga-Derby gegen schwache Homberger: Wölfe jubeln, Schürmann komplett bedient
Das war kein entspannter Abend für Achim Schürmann. Zwischenzeitlich sah es nach einer üblen Klatsche für seinen VfB aus. Am Ende stand „nur“ ein 25:28 aus Homberger Sicht. FOTO: Volker Nagraszus
Duisburg. Der HC Wölfe Nordrhein hat sich beim am Ende noch spannenden 28:25-Heimsieg gegen den VfB Homberg zum Derbysieger gekrönt. Von Steffen Penzel

Achim Schürmann hatte die Schnauze voll. Aber mal so richtig. Gemeinsam mit seinem sportlichen Leiter Bülent Aksen stand er fassungslos in den Katakomben der Sporthalle an der Krefelder Straße und probierte, das Gesehene in Worte zu fassen. "Ich habe wirklich nichts gegen Mädchenhandball - aber da haben Männer gegen Mädchen gespielt", polterte ein komplett enttäuschter Schürmann.

Gerade im Angriff ließen ihn seine Schützlinge mit technischen Fehlern, unkonzentrierten Abschlüssen und unsauberen Laufwegen und Konzeptionen verzweifeln. "Wir haben das Spiel im Angriff verloren, nicht in der Abwehr. Da haben wir zum Teil unfassbare Fehler gemacht."

Auch wenn das blanke Ergebnis es nicht vermuten lässt: Die Homberger waren im Derby die klar schlechtere Mannschaft. Und sie müssen noch froh sein, dass es nicht eine richtige Packung gab. Denn Mitte der 2. Halbzeit hatten sich die jungen Wölfe um den überragenden Julian Kamp und den starken Trainersohn Max Molsner in einen wahren Rausch gespielt. Mit acht Tore führten die Hausherren zwischenzeitlich. Lukas Plaumann zog geschickt die Fäden, Molsner und Julian Kamp wirbelten die massive VfB-Defensive ordentlich durcheinander. Und in der Abwehr machten sie es dem Lokalrivalen mit einer aggressiven, wachen 5:1-Deckung schwer. Da tat es auch nicht zur Sache, dass Alex Tesch nach zwei ganz frühen Zeitstrafen viel Zeit auf der Bank verbrachte. "Kein Problem, die Jungs haben das doch auch ohne mich richtig gut gemacht", gab's Lob vom Routinier an seine jungen Teamkollegen.

Ab der 50. Minute ließ Schürmann Molsner und Plaumann kurz nehmen - und das Spiel wurde ein anderes. Die jungen Gastgeber zollten dem hohen Tempo Tribut und wurden zunehmend fahriger. Kurz durften die Homberger sogar noch am wundersamen Comeback schnuppern - am Ende fuhr die Molsner-Sieben den verdienten Sieg aber nach Hause. Und auch Bülent Aksen betonte: "Das Ergebnis gibt das Spiel nicht korrekt wieder. Die Wölfe waren überlegen. Und wir haben nicht das Niveau gebracht, das ich erwartet habe. Ohne Achims Umstellung am Ende hätte es auch die Ergebniskosmetik nicht gegeben."

Auf der anderen Seite stand ein strahlender Thomas Molsner. Der blickte auf die hüpfende Jubel-Traube aus Wölfe-Spielern. Und man sah ihm an, wie sehr er den Erfolg seiner jungen Truppe genoss. "Das ist einfach ein geiles Gefühl. Wir haben, gerade in der Deckung, super geackert und auch verdient gewonnen." Das Derby sei ein "typisches" gewesen, befand Molsner: "Kampfbetont, nicht unfair, und mit einer gesunden Rivalität." Sein Blick wanderte dabei auch über die ungewohnt volle Tribüne. "Das tut den Jungs auch gut, endlich mal wieder vor richtig vielen Zuschauern zu spielen."

Das kommende Wochenende ist spielfrei. Da dürfen sich die Wölfe auf Tabellenplatz vier sonnen. Die Homberger stehen aktuell auf dem neunten Platz in der Regionalliga.

(Niederrhein Verlag GmbH)